Präsident Edgar Mayer: Bitte, Herr Bundesminister.
Bundesminister für Wirtschaft, Familie und Jugend Dr. Reinhold Mitterlehner: Herr Bundesrat, wir haben relativ langfristig schon auf dieses Thema gesetzt und versucht, die Bewusstseinsentwicklung entsprechend zu aktivieren, was die Bedeutung von Familienfreundlichkeit bei den Unternehmen als Standortvorteil betrifft.
Man muss das so sehen, dass eben die demographische Entwicklung ergeben wird, dass wir aufgrund der Konstellation, dass in Zukunft junge Menschen nicht mehr ausreichend zur Verfügung stehen, oder besser gesagt nicht nachkommen, Probleme im Mitarbeiterbereich haben werden. Deshalb werden jene Betriebe erfolgreich sein, die da wirklich gute Angebote haben.
Deswegen haben wir das Audit Familie und Beruf angeboten, was von den Unternehmungen auch angenommen wird. Die Ergebnisse, wie man Familienfreundlichkeit organisiert und strukturiert, können von anderen auch eingesehen werden. Das heißt, es ist eine Art eigenständige Möglichkeit vorhanden, das auch zu entwickeln, man braucht nicht nur die Beratung. Das wird in Anspruch genommen. Und damit wir auch Klein- und Mittelbetriebe stärker erreichen, gibt es ein neues Modell, das heißt „Audit KOMPAKT“, mit weniger Dokumentationsnotwendigkeiten und ein paar Vereinfachungen. Das bieten wir den Klein- und Mittelbetrieben an.
Darüber hinaus gibt es aber natürlich auch noch eine Reihe von Angeboten im Bereich der Kinderbetreuung, Kooperationen zwischen Gemeinden, wo wir feststellen, das Angebot schafft auch Nachfrage. Es ist nicht mehr so, dass vor allem Mütter nur vormittags arbeiten wollen, sondern auch gerne am Nachmittag; und Ganztagsangebote, wo sie zur Verfügung gestellt werden, erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Deswegen unser Interesse, auch da Möglichkeiten anzubieten.
Weil der Kollege mich dann wieder fragen wird, ob da nicht Schäden entstehen: Das erfolgt immer in einer positiven Ausrichtung als Angebot. Es muss niemand das Angebot in diesem Bereich dann auch wirklich wahrnehmen. Die meisten aber nehmen es wahr.
Präsident Edgar Mayer: Wird eine Zusatzfrage gewünscht? – Bitte, Herr Kollege.
Bundesrat Gottfried Kneifel (ÖVP, Oberösterreich): Herr Bundesminister, Sie haben bereits in Ihrer Beantwortung der Anfrage auf das neue Projekt „Audit KOMPAKT“ hingewiesen, das seit 1. Jänner 2013 auch läuft und insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen interessant ist, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu stärken. Welche Details gibt es hier, und welche Schwerpunkte sehen Sie in diesem Programm?
Präsident Edgar Mayer: Bitte, Herr Bundesminister.
Bundesminister für Wirtschaft, Familie und Jugend Dr. Reinhold Mitterlehner: Ich sehe den Schwerpunkt und die Zielausrichtung, dass vor allem die Klein- und Mittelbetriebe mit bis zu 50 Mitarbeitern hier ein ganz konkretes Angebot haben, das Ihnen auch sozusagen die Umsetzung erleichtert. Dieses Angebot gibt es seit 1. Jänner, es wird in den Kammerzeitungen auch beworben und dargestellt, vor allem mit den Vorteilen – denn viele haben das Ganze immer so im Blick, als wäre das eben eine Art Sozialmaßnahme, die sich nicht rechnet. Wenn man das genau anschaut, was Krankenstände und auch andere betriebswirtschaftliche Details betrifft, dann stellt man fest, dass das eine sehr positive Maßnahme vor allem für Klein- und Mittelbetriebe ist. Und ich rechne damit, dass die vereinfachten Dokumentations- und Administrationsverpflichtungen auch wirklich einen Run auf das neue Instrument bewirken.
Präsident Edgar Mayer: Weitere Zusatzfrage? – Bitte, Frau Kollegin Köberl.
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