BundesratStenographisches Protokoll817. Sitzung / Seite 130

HomeSeite 1Vorherige SeiteNächste Seite

Ich danke dir! – Aber ich möchte trotzdem auch noch ein paar Worte zum Grünen Bericht sagen.

Vielen Dank! Der Grüne Bericht ist prinzipiell vom Inhalt her, von der Aufmachung her, von den Daten, die drinnen sind, her sehr umfassend, sehr interessant. Ich habe ihn zugegebenermaßen nicht ganz durchgelesen, aber ich glaube, auch die Experten, die hier herinnen sitzen, haben nicht alles geschafft. Nichtsdestotrotz ist das Datenmaterial sicher umfassend, interessant und wichtig.

Ich möchte auf einen Punkt eingehen, der im Grünen Bericht nicht so intensiv dar­gestellt wird – und das habe ich geschafft durchzulesen, weil es nicht so viel war –, das ist das Thema Wasser/Grundwasser, denn auch dafür ist ja der Herr Landwirt­schaftsminister zuständig, auch wenn man es bei ihm nicht immer so merkt.

Unter anderem gibt es da den Bericht über die jährlichen Grundwasseruntersuchungen und über die bis zu 126 Einzelparameter, die dabei untersucht werden, und dass im Prinzip ja eh nicht allzu viel gefunden wird – Nitrat ist klarerweise immer ein Problem, und auch bei den Pflanzenschutzmitteln gibt es immer ein paar, die man findet.

Meine Frage dazu, Herr Minister, lautet: Ich weiß nicht, ob das vielleicht schon umge­stellt ist, aber inzwischen gibt es ja dieses Pestizid-Screening, das wir in Korneuburg mittlerweile schon kennen, wo man verlässlich sagen kann: Gibt es da drinnen überhaupt Pestizide oder nicht? Wird dieses Pestizid-Screening bei diesen Grundwas­seruntersuchungen schon angewendet?, lautet die Frage, beziehungsweise – wenn es nicht gemacht wird – lautet die Empfehlung, vielleicht darauf umzusteigen, weil es meiner Meinung nach einfach ein sehr verlässliches Mittel ist, um die Frage zu beantworten: Ist etwas drinnen oder ist nichts drinnen?

Das große Problem bei Grundwasserverunreinigungen – und ich kenne das inzwischen nicht nur aus Korneuburg, ich kenne es inzwischen auch schon aus anderen Gemein­den – ist ja, dass man das, was man finden will, vorher wissen muss, denn sonst kann man es nicht finden. Denn wenn man nur auf 126 Parameter untersucht und es gibt insgesamt 1 800 – egal –, dann können die richtigen dabei sein oder nicht – sprich: umso wichtiger ist es, dass man nach den richtigen Stoffen sucht, und mit dem Scree­ning ist das eben einfacher.

Und ein wichtiger Punkt – nachdem ich zu diesem Thema ja auch vom Herrn Wirt­schaftsminister eine Anfragebeantwortung auf die Frage bekommen habe, wie denn das unter anderem auch mit den Grundwasserschutzvorkehrungen bei Wirtschafts­betrieben ist, insbesondere bei SEVESO-II-Betrieben, mit denen Sie vielleicht jetzt auch irgendwie hin und wieder ein bisschen etwas zu tun haben – war folgender: Die Antwort war für mich wirklich enttäuschend, weil es geheißen hat, es gibt im Prinzip keine Untersuchungen und es gibt keine Extra-Kontrollen, was das Grundwasser betrifft.

Insofern wäre es meiner Meinung nach auch wichtig und interessant, dass man das vor­beugend im Blick behält – ich meine, auf der einen Seite hast du die Landwirtschaft, wo du möglicherweise bei intensiver Landwirtschaft mehr Pestizide ins Grundwasser bekommst, als du brauchst, auf der anderen Seiten gibt es eben auch Stoffe, die von Wirtschaftsbetrieben ins Grundwasser kommen – und ob es da nicht sinnvoll wäre, sich auch einmal mit dem Herrn Wirtschaftsminister zusammenzusetzen und darüber zu reden, wie man diese Überwachung sinnvoll gestalten kann.

Wie gesagt, nicht nur in Korneuburg ist einer Firma etwas „ausgekommen“, es gab auch in der Nähe von Wiener Neustadt einen Betrieb, dem ein bisschen zu viel ins Grundwasser gekommen ist, und diese Dinge passieren immer wieder. Und entdeckt werden sie interessanterweise nicht bei den Grundwasseruntersuchungen, die von


HomeSeite 1Vorherige SeiteNächste Seite