19.37

Bundesrat Dipl.-Ing. Dr. Adi Gross (Grüne, Vorarlberg): Frau Präsidentin! Hohes Haus! Frau Ministerin! Ja, die Klimaerhitzung zeigt ihre Folgen. Vor allem die Fichte ist den gestiegenen Temperaturen verbunden mit Trockenheit nicht gewachsen. Eine Folge davon ist der Borkenkäferbefall, der ja wirklich seit Jahren festzustellen und inzwischen sehr massiv ist. Riesige Schadholzmengen müssen aus den Wäldern genommen werden. Kollegin Kaltenegger hat es erwähnt, das hat zu einem massiven Preisverfall bei Holz geführt und stellt viele Forstbetriebe tatsächlich vor existenzielle ökonomische Herausforderungen und Schwierigkeiten. Dabei ist ein gesunder Wald in vielerlei Hinsicht unverzichtbar, also nicht nur ökonomisch, sondern zum Beispiel auch was den Wasserhaushalt betrifft, was die Biodiversität betrifft. Wir alle wissen, dass der Wald Lebensraum für unzählige Pflanzen und Tiere ist. Nicht zuletzt ist ein gesunder Wald natürlich unverzichtbar für den Klimaschutz, deshalb kann er uns nicht egal sein.

Mit diesem Wandfonds ist ein großer Schritt in Richtung Klimaschutz gelungen, ein großer Schritt in Richtung eines langfristig vitalen Waldes. Was die Waldbewirtschaftung betrifft stehen wir tatsächlich vor sehr großen Herausforderungen. Analysen zeigen, dass die Fichte in niedrigen Lagen in den nächsten Jahrzehnten einfach nicht überleben wird. Das betrifft große Bereiche Österreichs, das ganze Waldviertel beispielsweise, Oberösterreich und die Steiermark, also eigentlich die ganzen niedrigen Lagen. Da wird die Fichte die nächsten Jahrzehnte nicht überleben.

Noch ein Aspekt, der vielleicht noch zu wenig bekannt ist – ich war auch überrascht, das zu lesen; im letzten Jahr ist diese Studie herausgekommen –: Forschungen zeigen, dass, wenn die Temperaturen weiter steigen, und das werden sie tun, der Wald seine Funktion als CO2-Senke und damit als CO2-Speicher verlieren wird. Dem können wir nur entgegenwirken, wenn wir den Wald strategisch sehr bewusst neu strukturieren und nicht einfach nur zuschauen. Deswegen reden wir hier jetzt de facto über den Start einer Strategie für die nächsten Jahrzehnte.

Wenn so große Holzmengen aus dem Wald kommen, ist es natürlich völlig legitim und notwendig, darüber nachzudenken, wie man das Holz sinnvoll verwerten kann, damit nicht zuletzt auch ein akzeptabler Holzpreis entsteht. Es soll ja auch nicht eine Situation eintreten, in der dann über viele Jahre hinweg permanent gefördert werden muss.

Genau dazu leistet der Waldfonds wichtige Beiträge. Es geht eben nicht nur darum, ein Feuer zu löschen, also nicht nur um Entschädigungen, wenn man so will, sondern es geht gleichzeitig auch um gezielte Investitions- und Entwicklungsmaßnahmen, und das ist sehr wichtig.

Einige wenige Beispiele dazu: Unterstützt, vorangetrieben werden sollen eine Regulierung der Baumartenzusammensetzung – für klimafitte Wälder brauchen wir in niedrigen Lagen weitgehend neue Baumarten – und Forschungsmaßnahmen zur technischen Nutzung des Schadholzes – Stichwort Holzgase, Biotreibstoffe, die wir ja auch brauchen, nämlich für Dekarbonisierungsmaßnahmen im Klimaschutz.

Der Baustoff Holz ist schon genannt worden. Diesbezüglich kann man zum Beispiel in mein Heimatbundesland Vorarlberg fahren: Wir haben in diesem Bereich eine lange Tradition und gleichzeitig auch einen sehr, sehr modernen, innovativen Holzbau. Ein weiteres, wichtiges Beispiel sind Maßnahmen dahin gehend, dass der Wald auch seine Funktion als Ort der Biodiversität erhält.

Insofern ist das, finde ich, eine gute, kluge Verbindung, nämlich mit dem Ansinnen, einerseits jetzt in der Krise finanziell zu helfen, und das andererseits gleichzeitig mit einer langfristigen Entwicklung zu verbinden, die dem Wald und dem Klimaschutz hilft. Es ist also, ich sage es jetzt wieder, etwas Gutes. Möge der Waldfonds wirksam werden! – Danke. (Beifall bei Grünen und ÖVP.)

19.41

Präsidentin Dr. Andrea Eder-Gitschthaler: Als Nächster ist Herr Bundesrat Ing. Edi Köck zu Wort gemeldet. – Bitte, Herr Bundesrat, ich erteile es Ihnen.