9.56

Bundesrätin Mag. Marlene Zeidler-Beck, MBA (ÖVP, Niederösterreich): Frau Präsidentin! Frau Bundesminister! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Liebe Zuseherinnen und Zuseher! Als am vergangenen Freitag für über eine Million Schülerinnen und Schüler die Ferien begonnen haben und für fast 400 000 Studierende in unserem Land das Semester geendet hat, war das nicht nur das Ende eines, glaube ich, sehr außergewöhnlichen Ausbildungs- und Schuljahres, sondern es war vor allem auch der Start in ganz außergewöhnliche Ferien, in denen vieles, was für sie sonst selbstverständlich war, nicht selbstverständlich sein wird, vom Reisen, von der vielleicht geplanten Interrailreise, über Festivals, Fortgehen und Feiern – auch das gehört im Sommer, glaube ich, dazu – bis hin zu vielen Ferienbetreuungseinrichtungen und Feriencamps.

Ich möchte an dieser Stelle die Gelegenheit nutzen, um jenen Danke zu sagen, die auch in diesem Jahr alles tun, um Jugendlichen und jungen Leuten in unserem Land schöne Ferien zu ermöglichen. Ich glaube, das haben sie sich verdient. Da bin ich allen sehr, sehr dankbar, die auch im heurigen Jahr alles tun, um Feriencamps zu ermöglichen. Ich denke da zum Beispiel an die Pfadfindergruppe bei mir daheim, die auch im heurigen Jahr ein Sommerlager hat stattfinden lassen. Ich denke an viele Unternehmen, die die Jugendlichen auch im heurigen Jahr schnuppern lassen. Das ist keine einfache Aufgabe in einem Jahr wie diesem. Ich denke vor allem auch an alle Eltern, die nach Homeoffice und Homeschooling jetzt mit der Ferienbetreuung vor einer neuen Herausforderung stehen und sich dieser auch stellen. Dafür wirklich ein herzliches Dankeschön! (Beifall bei der ÖVP.)

Wenn ich an die Ferien im heurigen Jahr denke, dann denke ich aber auch ganz besonders an 40 000 Maturantinnen und Maturanten – Kollegin Schumann hat es heute schon angesprochen –, die jetzt ein bisschen das Label des Coronajahrgangs haben und für die sicherlich auch punkto Studienbeginn, punkto Präsenzdienst noch vieles offen ist.

Ich denke auch ganz besonders an jene, die im letzten Jahr eine polytechnische Schule besucht haben und im Herbst eigentlich mit einer Lehre starten wollten und bei denen vieles offen ist.

Wir müssen in dieser Situation, glaube ich, natürlich auch an jene denken, die durch die Coronakrise ihren Arbeitsplatz verloren haben und die heute ohne Ausbildungsplatz dastehen.

Ich glaube, in solch einer Situation kann es nur ein Credo geben, nämlich das Credo, Sicherheit zu geben, und da kann es nur ein Ziel geben, und dieses Ziel lautet, niemanden zurückzulassen und um jeden Ausbildungs-, Schul- und Betreuungsplatz in diesem Land zu kämpfen. Das tut diese Bundesregierung, und dafür sage ich ein herzliches Dankeschön. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)

Es kommt immer wieder der Vorwurf: Es wird nichts getan. – Ich glaube, es ist eine ganze Menge, die getan wird. Das hat man auch feststellen können, wenn man der Frau Ministerin zugehört hat, aber ich zähle es gerne noch einmal auf: angefangen bei der Coronakurzarbeit, die auch für Lehrlinge ermöglicht wurde, über den Lehrlingsbonus, mit dem wir es den Unternehmen weiterhin möglich machen und es für sie attraktiv machen, Lehrlinge zu beschäftigen, über die Taskforce Jugendarbeit, bei der erst gestern ein Programm präsentiert wurde, um 1 000 Jugendlichen zu ermöglichen (Bundesrätin Grimling: Ich brauche keine Taskforce! Ich brauche Lehrstellen!) – doch, wir brauchen eine Taskforce, weil wir mit dieser Taskforce das 1 000 Jugendlichen ermöglichen –, eine Lehre nachzuholen, und das ist wichtig. (Beifall bei der ÖVP. – Bundesrätin Schumann: Mitte Juli! Mitte Juli!)

Von unserer Seite möchte ich eines schon noch an dieser Stelle sagen: Für uns ist die betriebliche Lehre immer noch die beste Lehre. Das ist das, was den österreichischen Wirtschaftsstandort in den vergangenen Jahren so erfolgreich gemacht hat, was für einen prosperierenden Wirtschaftsstandort sorgt und wo die Jugendlichen marktorientiert, hochqualitativ ausgebildet werden. Das brauchen wir auch in Zukunft, und deswegen bin ich froh und dankbar, dass wir das mit dem Lehrlingsbonus auch in Zukunft ermöglichen. (Beifall bei der ÖVP. – Bundesrat Steiner: Danke! Danke! Danke!)

Ich möchte noch einen kurzen Blick auf mein Heimatbundesland Niederösterreich werfen. Da gibt es Schätzungen, dass 800 Lehrstellen im nächsten Jahr fehlen werden, aber es gibt auch, um das abzufedern, eine intensive Sozialpartnerschaft, die in Niederösterreich seit vielen Jahren gelebt wird. Meine Kollegin Sonja Zwazl ist da ganz federführend beteiligt gewesen. Da setzt das Land Niederösterreich gemeinsam mit der Wirtschaftskammer, gemeinsam mit dem AMS, gemeinsam mit der Arbeiterkammer Maßnahmen wie die Unterstützung durch Covid-19-Berater, die dazu beitragen, dass man das Thema Lehre und Corona bestmöglich bewältigen kann. Wir setzen auf Ausbildungsverbünde. (Zwischenrufe bei SPÖ und FPÖ.)

Hören Sie mir doch zu, liebe Kolleginnen und Kollegen! Wir entwickeln jetzt gerade in Niederösterreich auch die Covid-19-ÜBA, bei der wir über ein Jahr lang sozusagen in einer gezielten Partnerschaft mit Unternehmen zusammenarbeiten und die Jugendlichen nach diesem einen Jahr wieder direkt in die Unternehmen bringen. (Bundesrat Steiner: Danke! – Zwischenrufe der Bundesräte Rösch und Spanring.)

In Niederösterreich gibt es einen klaren Tenor, und der lautet: Gemeinsam schaffen wir den Neustart für Niederösterreich! Ich wünsche mir einen solchen Tenor auch auf Bundesebene. Ich glaube, unsere Jugendlichen haben sich das verdient. Sie haben es sich verdient, dass wir ihre Situation nicht nur ganz ernst nehmen, sondern dass wir auch Mut und Optimismus versprühen. Das möchte ich gerne tun. – Danke. (Beifall bei der ÖVP. – Bundesrat Steiner: Danke!)

10.01

Präsidentin Dr. Andrea Eder-Gitschthaler: Als Nächste zu Wort gemeldet ist Frau Bundesrätin Mag.a Daniela Gruber-Pruner. – Bitte, Frau Bundesrätin, ich erteile es Ihnen.