2513/J-BR/2007

Eingelangt am 08.05.2007
Dieser Text ist elektronisch textinterpretiert. Abweichungen vom Original sind möglich.

Anfrage

der Bundesräte Prof. Konecny
und GenossInnen
an die Bundesministerin für Gesundheit, Familie und Jugend
betreffend Anerkennung von NLP als Psychotherapieverfahren

NLP steht für Neurolinguistisches Programmieren, und ist eine ziemlich umstrittene
Kommunikationsmethode. Trotzdem wurde sie jetzt in Österreich als offizielle
Psychotherapie-Ausbildung zugelassen. Getroffen hat diese Entscheidung Ex-Ministerin
Maria Rauch-Kallat, die ja Psychotherapeutin werden möchte, an ihrem letzten Tag als
Ministerin. Aus Protest dagegen hat jetzt der offizielle Psychotherapie-Beirat seine Arbeit
ruhend gestellt.

Arbeitsfleiß bis zuletzt, oder doch etwas anderes? Im Psychotherapie-Beirat rätselt man, warum die Ex-Ministerin an ihrem letzten Arbeitstag eine so umstrittene Entscheidung im Alleingang getroffen hat. NLP sei zwar laut Psychotherapie-Beirat eine anerkannte und geschätzte Trainingsmethode, aber:

Sie ist eben keine wirklich umfassende Psychotherapiemethode, kein wirklich umfassendes Psychotherapieverfahren.

Seit dem Jahr 2000 haben sich Vertreter des NLP um die jetzt erfolgte Anerkennung bemüht.
Zahlreiche Gutachten, auch jenes, das vom Gesundheitsministerium in Auftrag gegeben
wurde, waren negativ. Und auch der Verwaltungsgerichtshof wies diesbezügliche
Beschwerden ab.

Die unterfertigten Bundesräte stellen daher an die Bundesministerin für Gesundheit, Familie
und Jugend nachfolgende

Anfrage

1)                                     Kennen Sie die Gutachten, die Ihre Vorgängerin BM aD Rauch-Kallat dazu bewogen
haben die Anerkennung von NLP auszusprechen?

2)                  Wie beurteilen Sie diese Gutachten?


3)                  Wie beurteilen Sie die Vorgangsweise Ihrer Vorgängerin, entgegen aller bekannten
vorliegenden Gutachten am letzten Tag Ihrer Amtszeit NLP als
Psychotherapieverfahren anzuerkennen?

4)                  Werden Sie diese Entscheidung beibehalten?

5)                                     Haben Sie in dieser Sache mit dem Psychotherapie-Beirat Gespräche aufgenommen?
Wenn nein, warum nicht?

Wenn ja, mit welchem Ergebnis?

6)         Hat der Psychotherapie-Beirat seine Tätigkeit wieder aufgenommen?
Wenn ja, wann?

Wenn nein, wann gedenken Sie aktiv zu werden um die Sache zu bereinigen?