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Bildung, Wissenschaft und Forschung

Information EU-Ausschuss des Bundesrates am 15. Juli 2020

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COM (2020) 275 final Vorschlag für eine Empfehlung des Rates zur beruflichen Aus- und Weiterbildung für nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit, soziale Gerechtigkeit und Resilienz (026079/EU XXVII.GP)

 

Bezeichnung des Dokuments

 

Vorschlag für eine Empfehlung des Rates zur beruflichen Aus- und Weiterbildung für nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit, soziale Gerechtigkeit und Resilienz

 

Inhalt des Vorhabens

Die Europäische Kommission hat am 1. Juli 2020 die Mitteilung zur Europäischen Kompetenzagenda für nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit, soziale Gerechtigkeit und Resilienz (Skills Agenda) vorgestellt. Der vorliegende Vorschlag für eine Empfehlung zur beruflichen Aus- und Weiterbildung ist eine der 12 Maßnahmen der Skills Agenda und wurde ebenfalls am 1. Juli veröffentlicht. Ziel ist es, die Berufsbildungssysteme in der EU moderner, attraktiver, flexibler für das digitale Zeitalter und den ökologischen Wandel zu gestalten.

Die Empfehlung beinhaltet drei konkrete Ziele, die bis 2025 realisiert werden sollten:

·        Mind. 82% der Absolventinnen und Absolventen der beruflichen Aus- und Weiterbildung sollen nach Abschluss ihrer Ausbildung erwerbstätig sein;

·        60% der Lernenden in der beruflichen Aus- und Weiterbildung sollen während ihrer Ausbildung die Gelegenheit zum Lernen am Arbeitsplatz erhalten;

·        8% der Lernenden sollen von Lernmöglichkeiten im Ausland profitieren.

 

Die Empfehlung betont u.a. dass die berufliche Aus- und Weiterbildung flexibel an dynamische Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt angepasst werden muss, z.B. durch:

·        regelmäßige Aktualisierung der Lehrpläne;

·        ein angemessenes Maß an Autonomie‚ Flexibilität und Unterstützung von Anbietern der beruflichen Aus- und Weiterbildung;

·        Weiterentwicklung der Lehrlingsausbildungssysteme sowie des Lernens am Arbeitsplatz in allen Ausbildungsprogrammen;

·        Ausbau der Programme der beruflichen Aus- und Weiterbildung auf höherem Niveau (EQR-Stufen 5 bis 8)

·        Steigerung der Flexibilität und Durchlässigkeit zwischen den Systemen der beruflichen Aus- und Weiterbildung, der allgemeinen Bildung und der Hochschulbildung

Die Empfehlung fördert auch ein stärker auf Lernende zentriertes, flexibles System mit modularen Lernpfaden, blended-learning und Anerkennung der Ergebnisse des nichtformalen und informellen Lernens. Weiters hebt die Empfehlung die Themen Qualitätssicherung, Chancengerechtigkeit und Mobilität in der beruflichen Bildung hervor.

Eine konkrete Initiative, die derzeit bereits unter Erasmus+ pilotiert wird, sind die Zentren der beruflichen Exzellenz.

 

Hinweise auf Mitwirkungsrechte des Nationalrates und Bundesrates

 

Keine unmittelbare Mitwirkung vorgesehen.

 

Auswirkungen auf die Republik Österreich einschließlich eines allfälligen Bedürfnisses nach innerstaatlicher Durchführung

Die Empfehlung hat einen rechtlich nicht-bindenden Charakter und respektiert die Grundsätze der Subsidiarität und Verhältnismäßigkeit.

 

 

Position des/der zuständigen Bundesminister/in samt kurzer Begründung

Aus österr. Sicht ist der Vorschlag grundsätzlich positiv zu bewerten. Der Vorschlag wurde Anfang Juli von der EK vorgelegt und wird derzeit im Detail analysiert.

bei Gesetzesvorhaben: Angaben zu Verhältnismäßigkeit und Subsidiarität

 

Stand der Verhandlungen inklusive Zeitplan

·        Veröffentlichung: 1. Juli 2020

·        Präsentation im Bildungsausschuss: 6. Juli 2020

·        Start der Verhandlungen: 22. Juli 2020

·        Verhandlungen: September-Oktober 2020

·        Annahme der Empfehlung: Rat der Bildungsminister/innen am 30. November 2020