20/AB XXII. GP

Eingelangt am: 07.03.2003

BM für soziale Sicherheit und Generationen

 

Ich beantworte die an mich gerichtete schriftliche parlamentarische Anfrage Nr. 32/J
der Abgeordneten Mag. Maier und GenossInnen
, wie folgt:

Frage 1:


Feuerwerkskörper bergen bei unsachgemäßer Handhabung ein erhebliches
Verletzungsrisiko, wobei Verbrennungen, Verletzungen an den Extremitäten
(Hand) und Gehörbeeinträchtigungen am häufigsten sind.

Frage 2:

Prim. Albegger bezieht sich auf Gehörschäden. Seine Ansicht ist mangels
nachvollziehbarer Zahlen nicht beurteilbar.

Frage 3:

Im European Home and Leisure Accidents Surveillance System/EHLASS
Austria (spitalsbehandelte Personenschäden) werden folgende Verletzungen
durch Feuerwerkskörper ausgewiesen:

2000: Offene Wunde an der Hand, 2x Verbrennung an den Fingern,
Verletzung am Ohr, 2x Knochenbruch von Fingern, Hörsturz,
Hörverlust

2001: Verbrennung an Hals, offene Wunde an der Hand, Verbrennung der
Hand, Höreinschränkung


2002: erste Jahreshälfte: Knochenbruch der Hand, offene Wunden an der
Hand, Prellung der Finger, Verbrennung an den Fingern

Bei den angegebenen Zahlen ist allerdings zu berücksichtigen, dass es sich
lediglich um eine stichprobenartige Erhebung handelt und daher die
tatsächlichen Zahlen höher liegen. Darauf möchte ich in meiner Antwort zur
Frage 5 aber näher eingehen.

Frage 4:

Laut. EHLASS Austria (unter den selben Einschränkungen wie bei Frage 3):

2000: 8 Fälle

2001: 4 Fälle

2002: erste Jahreshälfte: 4 Fälle

Frage 5:

In Österreich liegt der Anteil der spitalsbehandelten Personenschäden durch
Feuerwerkskörper bei ca. 0,07% aller Freizeitunfälle. Dies geht aus EHLASS,
der EU Freizeitunfallerhebung, hervor (Produktgruppen: „Fireworks and other
pyrotechnical products"). Absolut gesehen sind das durchschnittlich 6
dokumentierte Fälle pro Jahr, die zur Unfallursachenforschung zur Verfügung
stehen (siehe auch Beantwortung zu Frage 4). Hochgerechnet ergibt das rund
350 spitalsbehandelte Personenschäden durch Feuerwerkskörper pro Jahr.
Diese Quote ist aus erhebungstechnischen Gründen sicherlich eine untere
Grenze. Aus dem niedergelassenen Bereich liegen meinem Ressort keine
spezifischen Daten vor - erfahrungsgemäß liegt der Anteil der extramural
behandelten Freizeitunfälle bei etwa 25% aller medizinisch behandelten Fälle
(75% werden im Spital behandelt; Quelle. Mikrozensus 1997).

Frage 6:

Der EU Durchschnitt (1998 und 1999) liegt bei 0,02% aller spitalsbehandelten
Freizeitunfälle (Spannbreite: 0,01-0,07%; Produktgruppen: „Fireworks and
other pyrotechnical products"; EHLASS) Absolut gesehen sind das rund 140
dokumentierte Fälle pro Jahr, die zur Unfallursachenforschung zur Verfügung
stehen.


Frage 7:

Beim Lärmpegel ist zu unterscheiden zwischen dem Emissions- und dem
Immissionspegel. Für Gehörschäden ist der Immissionspegel (direkt am Ohr)
entscheidend, der vom Emissionspegel, der Entfernung zum Emissionsort
sowie allfälligen Gehörschutzmaßnahmen abhängig ist. Der Gefährdungs-
bereich kann bei impulsartigen Lärmereignissen, wie dies bei Feuerwerks-
körpern der Fall ist, ab etwa 140 dB angesetzt werden.

Frage 8:

Es gibt bereits entsprechende Beschränkungen in Form des Pyrotechnik-
gesetzes. Unfälle entstehen durch Missachtung von gesetzlichen Bestim-
mungen und unsachgemäßes Hantieren. Dem kann jedoch kein Gesetz
entgegenwirken. Ein Verbot würde zwar auf den ersten Blick zweckmäßig
erscheinen, da es sich jedoch bei der „Silvesterknallerei" um eine überall auf
der Welt gehandhabte Tradition handelt, würden viele Menschen dazu
übergehen, sich Knallkörper und dergleichen selbst zu basteln. Dies würde
jedoch ein vielfach gesteigertes Gesundheitsrisiko darstellen.

Frage 9:

Die Unfallursachen sind weitgehend bekannt. Sie liegen - wie schon
ausgeführt - im sorglosen Umgang mit Feuerwerkskörpern und der
Missachtung von Sicherheitsvorschriften. Dies geschieht häufig unter dem
Einfluss von Alkohol.

Frage 10:

Das Problem ist zum Zeitpunkt des Jahreswechsels von Bedeutung. Zu dieser
Zeit erfolgen regelmäßig von verschiedenster Seite Hinweise an die Be-
völkerung, u.a. weisen jährliche Presseaussendungen zum Jahrswechsel des
Instituts „Sicher Leben" auf die Problematik hin.

Weiters schreibt das Pyrotechnikgesetz entsprechende Verwendungshinweise
auf den Feuerwerkskörpern selbst vor. Wenn jemand letztere nicht beachtet,
dann wohl noch viel weniger allgemein gestreute Hinweise, die wegen des
zumeist nicht gegebenen unmittelbaren Zusammenhangs keine nachhaltige
Wirkung besitzen.