354/AB XXIV. GP

Eingelangt am 27.01.2009
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BM für Finanzen

Anfragebeantwortung

 

 

 

 

 

 

Frau Präsidentin

des Nationalrates

Mag. Barbara Prammer                                                        Wien, am    Jänner 2009

Parlament

1017 Wien                                                                GZ: BMF-310205/0164-I/4/2008

 

 

 

 

 

 

Sehr geehrte Frau Präsidentin!

 

 

Auf die an meinen Amtsvorgänger gerichtete schriftliche parlamentarische Anfrage Nr. 306/J vom 27. November 2008 der Abgeordneten Wolfgang Zanger, Kolleginnen und Kollegen, beehre ich mich Folgendes mitzuteilen:

 

Zu 1. bis 17.:

Die vorliegenden Fragen betreffen im wesentlichen Entscheidungen der operativen Geschäftsführung der BRZ GmbH und somit keine in die direkte Zuständigkeit des Bundesministeriums für Finanzen fallenden Gegenstände der Vollziehung, insbesondere auch keine Angelegenheiten der Verwaltung des Bundes als Träger von Privatrechten. Sie sind somit von dem im § 90 GOG 1975 determinierten Fragerecht nicht erfasst. Allerdings wurde die Geschäftsführung der BRZ GmbH um eine Stellungnahme zu den einzelnen Punkten ersucht, welche ich nachstehend wiedergebe:

 

Die BRZ GmbH beschäftigt als der Dienstleister für Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) des Bundes derzeit etwa 1.200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – davon 5 Beamte. Die Zufriedenheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Kunden ist der Geschäftsführung der BRZ GmbH  ein großes Anliegen. Daher werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Rahmen einer Mitarbeiterbefragung zu diversen Themen befragt und von den Ergebnissen gegebenenfalls entsprechende Maßnahmen abgeleitet. Im Juni 2008 wurde seitens der BRZ GmbH mit Unterstützung der Hewitt Consulting eine Mitarbeiterbefragung durchgeführt, die zeitlich mit einer notwendigen kunden- und serviceorientierten Reorganisation des größten BRZ-Bereiches – des Infrastrukturbereiches – zusammenfiel. Da der Unternehmenserfolg als Dienstleister signifikant vom Einsatz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter abhängt, setzt die BRZ GmbH laufend Maßnahmen in diversen Bereichen, um die Mitarbeiterzufriedenheit zu fördern. Dabei lässt sich der weithin anerkannte Indikator über die Zufriedenheit von Mitarbeitern aus der Treue zum Unternehmen, gemessen in der Fluktuationsrate, ableiten. Diese beträgt nach Mitteilung der Geschäftsführung der BRZ GmbH für das Jahr 2008 lediglich 4,9% (2007 nur 5,4%). Die Branchenvergleichswerte werden hier deutlich unterschritten. So gehen Personalexperten in der IT-Branche in "guten Jahren" von einer Fluktuationsrate von knapp über 15% aus. Laut Experten liegt eine ausgezeichnete, niedrige Fluktuationsrate bei 7% und ist Ausdruck einer hohen Mitarbeiterzufriedenheit, hoher Mitarbeiterbindung und hervorragenden Karrierechancen. Die sehr geringe Fluktuationsrate im Unternehmen ist um so mehr zu beachten, als die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch das überdurchschnittliche Investment in Aus- und Weiterbildung ein hohes Ausbildungsniveau haben und am Arbeitsmarkt gerade in Zeiten eines Mangels an IT-Fachkräften sehr nachgefragt sind.

 

Zu 18. bis 23.:

Gemäß den strategischen Zielsetzungen des Finanzressorts (vgl. Strategiepapier „Verwaltungsreform“, Stand Oktober 2007) wurde vom 26. Mai – 13. Juni 2008 die erste ressortweite Mitarbeiterbefragung durchgeführt. Zielsetzungen waren vor allem die Ableitung und Umsetzung bedarfsorientierter und zielgerichteter Organisations- und Personalentwicklungsmaßnahmen um die Arbeitssituation zu optimieren sowie eine laufende Kulturanalyse zu initiieren.


 

Die Fragestellungen der BMF-Mitarbeiterbefragung 2008 bezogen sich auf folgende Themenbereiche:

·        Arbeitssituation

·        Motivationsfaktoren

·        Arbeitsinhalte und Ziele

·        Perspektiven und Weiterentwicklung

·        Zusammenarbeit in meinem unmittelbaren Arbeitsumfeld

·        Führung

·        Service/Unterstützung zwischen den Organisationseinheiten

·        Externe Kundenorientierung

·        Veränderungsprozesse in der Finanzverwaltung

·        Image und Organisationskultur

 

Die Themenbereiche wurden in der Vorphase des Projekts im Rahmen von strukturierten Interviews mit Vertreter/innen des Top-Managements der BMF-Zentralleitung, mit  Führungskräften aus den Regionen sowie mit Vertreterinnen und Vertretern des Zentralausschusses definiert.

 

Die BMF-Mitarbeiterbefragung 2008 wurde von der Trigon Entwicklungsberatung, Radetzkystrasse 2, 9020 Klagenfurt begleitet. Die externen Ausgaben der
BMF-Mitarbeiterbefragung 2008 stellen sich wie folgt dar:

2007: EUR 13.400,-

2008: EUR 55.000,-

 

Diese Ausgaben beinhalten die professionelle inhaltliche Begleitung, das Projektmanagement sowie vor allem die technische Durchführung der online-basierten Mitarbeiterbefragung für rund 11.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter inklusive die Erstellung der umfangreichen Auswertungsberichte für alle rund 900 Führungskräfte des Ressorts. Weiters beinhalten die Kosten eine Train-the-Trainer Qualifizierung interner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter um den Umsetzungsprozess aktiv zu begleiten und konkrete Maßnahmen aus den Ergebnissen der Befragung ableiten zu können.

 

Die BMF-Mitarbeiterbefragung 2008 brachte ein sehr differenziertes Bild über Stärken und Entwicklungsfelder der einzelnen Organisationsbereiche. Auf Grund der Einhaltung eines eigens entwickelten Anonymitätskonzeptes erhielten jene Organisationsbereiche, für die mindestens zehn Fragebögen ausgefüllt wurden, eine eigene Auswertung. Führungskräfte, in deren Bereich weniger als zehn Fragebögen ausgefüllt wurden, erhielten zur Bearbeitung den Auswertungsbericht der nächst höheren Ebene. Die Führungskräfte der einzelnen Organisationseinheiten sind auch primär für die Analyse und Interpretation der Ergebnisse verantwortlich. Um strukturiert auf Kernergebnisse aus der Befragung zu gelangen wird noch bis inklusive Jänner 2009 mit allen Führungskräften je Organisationseinheit (z.B. Dienstbehördenleiter/in mit den Führungskräften der Dienstbehörde bzw. Sektionsleiter mit allen Führungskräften der Sektion) ein standardisierter Workshop durchgeführt, der durch interne, qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter moderiert wird. Ergänzend dazu wurde eine Ergebnisbroschüre erstellt und im BMF-Portal an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Ressorts kommuniziert. In dieser Broschüre wird der Gesamt-Ressortbericht dargestellt, analysiert und interpretiert. Es wurden weiters zehn Top-Themen abgegrenzt und einzelne ressortweite Initiativen zu diesen Maßnahmen skizziert. Diese Maßnahmen befinden sich derzeit in der konkreten Planung für 2009. Weiters wurde im Rahmen einer Management-Tagung mit allen Dienstbehördenleiter/innen der Regionen eine Quersicht und ein Austausch über die Kernthemen der Befragung je Dienstbehörde durchgeführt. Diese Informationen sind eine ergänzende Grundlage für die Detailplanung ressortweiter Umsetzungsmaßnahmen (Führungskräftetrainings, Workshops etc.).

 

Darüber hinaus fand im Jahr 2007 eine durch das Bundeskanzleramt (BKA) initiierte bundes- und somit auch ressortweite Mitarbeiterbefragung statt. Diese Befragung verursachte dem Finanzressort als solches keine Kosten.

 

Letztlich möchte ich darauf hinweisen, dass in unregelmäßigen Abständen begrenzte Befragungen einzelner Mitarbeiter/innen/gruppen zu bestimmten sachlich abgegrenzten Fragestellungen stattfinden. Diese Befragungen verursachen im Regelfall keine externen Kosten. Eine Auflistung und detaillierte Beschreibung aller dieser punktuellen Einzelbefragungen würde einen unverhältnismäßigen Verwaltungsaufwand darstellen, weshalb ich um Verständnis ersuche, dass ich die Beantwortung der Fragen auf ressortweite Befragungen bezogen habe.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

 

Josef Pröll eh.