1106/J XXIV. GP

Eingelangt am 02.03.2009
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Anfrage

 

 

der Abgeordneten Kunasek, Dr. Fichtenbauer

und weiterer Abgeordneter

an den Bundesminister für Landesverteidigung und Sport

betreffend Anreize für künftige Unteroffiziere

 

Immer weniger junge Staatsbürger entscheiden sich dafür, beruflich die Unteroffiziers-Laufbahn einzuschlagen. Grund dafür, sind neben der schlechten Bezahlung auch die mangelnden Perspektiven, geringe, langsame und komplizierte Aufstiegsmöglichkeiten sowie mangelnde Werbemaßnahmen seitens des Ministeriums. Die Werbung geht großteils in Richtung KPE und EF. Zudem ist es immer noch nicht gelungen, den Unteroffizier als Beruf anzuerkennen.

 

Vor allem im Bereich des Gruppenkommandanten sind die Aussichten nicht besonders gut, was vor allem auf die fehlenden Herausforderungen zurückzuführen ist. So sind gerade die Gruppenkommandanten im Ausbildungsdienst (also nicht KPE) fast ganzjährig mit der BA01 Ausbildung beschäftigt. Geringe Präsenzdienstzeit, Beibehaltung des AssE/SchE sowie immer weniger finanzielle Ressourcen führen dazu, dass gerade die UO im Ausbildungsdienst durch weniger Übungen gerade die in der Unteroffiziersausbildung so hart erlernte Führungsfähigkeit wieder verlieren. Jedes Jahr fehlen dem ÖBH bis zu 150 Unteroffiziere im Ausbildungsdienst, was dazu führt, dass die wenigen Gruppenkommandanten oft unüberschaubare Gruppenstärken ausbilden müssen, was zumeist mit Qualitätsverlust und teilweise auch mit Überforderung verbunden ist.

 

In diesem Zusammenhang richten die unterfertigten Abgeordneten an den Bundesminister für Landesverteidigung und Sport folgende

 

 

Anfrage:

 

 

1.     Gibt es seitens Ihres Ministeriums Bestrebungen, neue Anreize für junge Staatsbürger zu schaffen, um sich verstärkt für eine Karriere als UO im Ausbildungsdienst zu interessieren?

2.     Wenn ja, was genau ist geplant?

3.     Wenn nein, warum nicht?


4.     Soll in Zukunft bereits bei der SteKo gezielt um zukünftige UO im Ausbildungsdienst geworben werden?

5.     Gibt es in den Einheiten strukturierte Werbemaßnahmen, um aus dem GWD mögliche UO Anwärter für den Ausbildungsdienst und nicht nur für die KPE zu gewinnen?

6.     Wird in Ihrem Ministerium endlich daran gedacht, die GWD Ausbildung der verkürzten Präsenzdienstzeit und der wirklichen Nutzung der GWD anzupassen (derzeitig sind das Erreichen der Ausbildungsziele in der BA02 und BA03 Wunschdenken der Führung)?

7.     Was ist geplant um den drohenden Verlust von Führungsfähigkeit, welcher durch weniger Übungen entsteht, entgegenzuwirken?

8.     Was ist geplant um die Funktion der GrpKdt im Ausbildungsdienst, welche derzeit oft ganzjährig mit BA01 beschäftigt sind, attraktiver zu machen?

9.     Ist geplant, einen finanziellen Anreiz für UO im Ausbildungsdienst zu setzen?

10. Wenn nein, warum nicht?

11. Wenn ja, wann und in welcher Art?

12. Ist daran gedacht diese für das Unteroffizierskorps und deren Kommandanten so wichtige Funktion des KdoUO (siehe am Beispiel des KdoUO SKFüKdo) nun endlich weiter implementiert und vor allem systemisiert wird, da der Kommandounteroffizier Im internationalen Vergleich eine Schlüsselrolle in der Kaderwerbung und vor allem in der Betreuung des jungen Kadersoldaten seines Verbandes spielt?

13. Ist geplant, die KdoUOs, wie dies international üblich ist, vermehrt bei der Werbung und Betreuung des Kadernachwuchses einzubinden?