3814/J XXIV. GP

Eingelangt am 23.11.2009
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ANFRAGE

 

des Abgeordneten Dipl.-Ing. Deimek

und weiterer Abgeordneter

 

an den Bundesminister für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz

betreffend Gesundheitsrisiko Babyfone

 

 

 

Babyfone werden heutzutage von einem Großteil der Familien mit Kindern eingesetzt und hauptsächlich zur Überwachung von Kindern und Babys verwendet. Ein aktueller Öko-Test gibt jedoch Anlass zur Vorsicht bei der Verwendung der Babyfone, deren Strahlung einen großen Schwachpunkt bis hin zu einer Gesundheitsgefährdung von Kindern und Babys darstellt.

 

Öko-Test hat bei diesem Test der Strahlenmessung Priorität gegeben. "Zwar kann es nicht schaden, wenn ein Babyfon einfach zu bedienen, stromsparend und abhörsicher ist. Viel wichtiger ist uns aber, dass die Strahlenbelastung auf ein Minimum reduziert wird", (Öko-Test 11/2009).

 

Von 19 Babyfonen, die Öko-Test untersucht hat, haben die meisten beträchtlichen Elektrosmog produziert. Viele Babyfone erzeugen im Abstand von einem Meter mehr elektrische Wechselfelder als es die Norm für Computerarbeitsplätze in 30 Zentimeter Abstand empfiehlt. Sieben der getesteten Geräte schnitten dabei mit "ungenügend", zwei mit "mangelhaft" und drei mit "ausreichend" ab.

 

Elektrosmog entsteht beispielsweise, wenn ein Babyfon am Netz hängt, wenn Strom fließt oder der Sender eines Babyfones funkt. Biologische Effekte wurden schon bei einer Strahlungsintensität von 1.000 bis 10.000 Mikrowatt pro Quadratmeter nachgewiesen. Es gibt eine lange Liste gesundheitlicher Schäden, das geht von Schlafstörungen bis hin zu Migräne. Mittlerweile mehren sich auch die Hinweise, dass Strahlungen Krebs und Erbgutschädigungen fördern können.

 

Das schlechte Ergebnis wird vor allem auf die DECT-Technologie (Digital Enhanced Cordless Telecommunications, Standard bei schnurlosen Telefonen) zurückgeführt, die eine größere Reichweite garantieren soll, im Test aber schlecht abschnitt und von der Öko-Test abrät. Öko-Test hat schon in früheren Tests Geräte kritisiert, die ununterbrochen Signale senden. Nun gibt es auch andere Modelle, die nur senden, wenn das Baby schreit.

 

Die Bewertung „Sehr gut“ haben im Öko-Test 4 Geräte erhalten, die allesamt mit analoger Technik funktionieren. Diese Geräte haben sowohl in der Strahlenmessung als auch in der Praxisprüfung gut abgeschnitten.

 

Abschließend hat Öko-Test auch darauf hingewiesen, dass das Etikett „strahlungsarm“ nicht in allen Fällen tatsächlich wenig Strahlung bedeutet. Man solle daher das Babyfon immer in einem Abstand von mindestens einem Meter zum Kind platzieren.

 

Im Zusammenhang mit den Ergebnissen des Öko-Tests vor allem hinsichtlich der Gesundheitsgefährdung von Babys und Kindern durch die Verwendung von strahlungsintensiven Babyfonen richten die unterfertigten Abgeordneten an den Bundesminister für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz folgende

 

Anfrage

 

 

1.        Sind Ihnen die Ergebnisse des Öko-Tests in Bezug auf Babyfone bekannt und wenn ja, welche Konsequenzen haben Sie bislang daraus gezogen?

 

2.      Welche der getesteten Babyfone werden auch in Österreich verkauft?

 

3.      Gab es in Österreich Untersuchungen hinsichtlich der möglichen gesundheitsschädlichen Auswirkung von Babyfonen auf Kinder und Babys insbesondere durch die Strahlung und wenn ja, wann, von wem und mit welchem Ergebnis?

 

4.      Wenn nein, werden Sie - nicht zuletzt aufgrund der Ergebnisse des Öko-Tests – entsprechende Untersuchungen durchführen lassen und wie begründen Sie Ihre Entscheidung?

 

5.      Welche Konsequenzen wurden bislang seit Bekanntwerden des Öko-Tests zu Babyfonen gezogen?

 

6.      Sind weitere Maßnahmen geplant und wenn ja, in welcher Form und ab wann?

 

7.      Wie viele Kinder und Babys haben bislang aufgrund der durch Babyfone hervorgerufenen Strahlung eine Gesundheitsschädigung erfahren?