4264/J XXIV. GP

Eingelangt am 22.01.2010
Dieser Text ist elektronisch textinterpretiert. Abweichungen vom Original sind möglich.

Anfrage

der Abgeordneten Mag. Johann Maier

und GenossInnen

an den Bundesminister für Gesundheit

betreffend „Alkoholisierung von Jugendlichen – Behandlung von Alkoholvergiftungen – Zahlen für 2008“

In der AB 476/XXIV.GP vom 12.02.2009 wurde in der Beantwortung zur Frage 1 mitgeteilt, dass das Zahlenmaterial für 2008 erst 2010 vorliegen wird. Daher wird die Anfrage neuerlich gestellt, die 2009 wie folgt begründet war.

Der österreichische Nationalrat beschäftigte sich in der XXIII. GP mehrfach mit dem Trinkverhalten und Alkoholvergiftungen von Jugendlichen. Einstimmig wurde u.a. der Entschließungsantrag betreffend „ Prävention gegen den Alkoholkonsum von Kindern und Jugendlichen bzw. Komatrinken beschlossen (206/'A(E) XXIII.GP).

Danach wurde die Bundesministerin für Gesundheit, Familie und Jugend ersucht,

-                           ihre Aktivitäten zur Prävention und Eindämmung des Alkoholkonsums von Kindern und Jugendlichen engagiert fortzuführen

-                           eine österreichische Aufklärungskampagne für Kinder und spezielle Programme für Jugendliche zu initiieren, um über die Gefahren und Risiken von Alkoholkonsum und Komatrinken zu informieren und zu sensibilisieren sowie

-                           in Gesprächen mit der Wirtschaft geeignete Möglichkeiten zum Verzicht von Flatrate-Partys seitens der Gastronomie und der Veranstalter zu prüfen ". "

In der AB 2948/XXIV.GP wurde auf die Frage zur Alkoholintoxikation von Jugendlichen in Oberösterreich und Wien folgendes mitgeteilt:

Die oberösterreichische Studie wurde von der oberösterreichischen Landesregierung an das

Institut Suchtprävention übertragen. Das Ludwig-Bolzmann-Institut für Suchtforschung (LBI

Sucht) wurde in diesem Zusammenhang mit der qualitativen Erhebung in den Spitälern

beauftragt.

Die Wiener Studie wurde von der Gemeinde Wien, Sucht und Drogenkoordination Wien, beim

Ludwig-Bolzmann-Institut für Suchtforschung (LBI Sucht) in Auftrag gegeben ".

 

Europäische Wissenschaftler bekräftigen den Zusammenhang zwischen Werbung und Alkoholkonsum. Am 11. März hat die Wissenschaftsgruppe (Science Group) des Europäischen Forums Alkohol und Gesundheit ihren Bericht über die Auswirkung der Alkoholwerbung auf das Ausmaß des Alkoholkonsums junger Menschen und auf ihre Konsummuster vorgestellt.

Sie hat einen konsistenten Zusammenhang festgestellt zwischen Alkoholwerbung und dem Beginn von Alkoholkonsum bei bisher noch nicht konsumierenden Jugendlichen sowie einem stärkeren Alkoholkonsum bei Jugendlichen, die schon mit dem Konsum begonnen hatten. Europäisches Forum Alkohol und Gesundheit:

http://www.dhs.de/web/dhs_international/eu_forum_alk_de.php

Bericht der Wissenschaftsgruppe:

http://ec.europa.eu/health/ph_determinants/life_style/alcohol/Forum/docs/science_o01_en.pdf

Die DG SANCO veröffentlichte einen Bericht über die Verbindung zwischen Erschwinglichkeit, Konsum und Folgeschäden alkoholischer Getränke.

Am 6. April hat die Generaldirektion Gesundheit und Verbraucherschutz der Europäischen

Kommission den von ihr in Auftrag gegebenen Bericht "Understanding the link between

alcohol affordability, consumption and harms" der Öffentlichkeit vorgestellt.

Der Bericht analysiert die Effekte der Erschwinglichkeit von Alkohol auf verschiedene

alkoholbedingte Probleme. Drei eindeutige Zusammenhänge konnten festgestellt werden. Es

gibt einen nachweisbaren Zusammenhang zwischen der Erschwinglichkeit alkoholischer

Getränke und tödlichen Verkehrsunfällen, dem Anstieg von Verkehrsunfällen und chronischer

Leberzirrhose.

Der Bericht stellt fest, dass die Erschwinglichkeit alkoholischer Getränke in den letzten

zwanzig Jahren zugenommen hat, in einigen europäischen Ländern hat sie sich in diesem

Zeitraum verdoppelt. Die Studie zeigt weiterhin, dass besonders Jugendliche auf die

Preisgestaltung empfindlich reagieren und dass der Konsum steigt, je preiswerter Alkohol ist.

Bericht:

http://ec.europa.eu/health/ph_determinants/life_style/alcohol/documents/alcohol_rand_en.pdf

 

Die unterzeichneten Abgeordneten richten an den Bundesminister für Gesundheit nachstehende

Anfrage:

1.              Wie viele Menschen mussten 2008 wegen starker Alkoholisierung bzw. Alkoholvergiftung in Spitälern eingeliefert und behandelt werden (Aufschlüsselung auf männlich / weiblich sowie auf Bundesländer)?

2.      Wie viele davon im Zusammenhang mit Drogen und psychotropen Stoffen (Aufschlüsselung auf männlich / weiblich sowie auf Bundesländer)?

3.              Wie viele Jugendliche mussten 2008 wegen starker Alkoholisierung bzw. Alkoholvergiftung in Spitäler eingeliefert und behandelt werden (Aufschlüsselung auf männlich / weiblich sowie auf Bundesländer)?

4.      Wie viele davon im Zusammenhang mit Drogen und psychotropen Stoffen (Aufschlüsselung auf männlich / weiblich sowie auf Bundesländer)?

5.              Wie lange musste die Jugendlichen durchschnittlich stationär behandelt werden (Aufschlüsselung auf männlich / weiblich sowie auf Bundesländer)?

6.              Liegen die Ergebnisse der zit. Studie zur Alkoholintoxikation von Jugendlichen in Oberösterreich und Wien bereits vor?

Wenn ja, welche Schlußfolgerungen werden seitens des Ressorts gezogen?

7.    Welche Maßnahmen werden Sie aufgrund des zit. Berichts der DG SANCO der Bundesregierung und dem österreichischen Nationalrat vorschlagen?