2007/A(E) XXV. GP

Eingebracht am 01.03.2017
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Schutz des "Urwaldes"

ENTSCHLIESSUNGSANTRAG

der Abgeordneten Wolfgang Pirklhuber, Freundinnen und Freunde

 

betreffend Schutz des "Urwaldes" im Lassingtal - Bundesforste wieder an den Verhandlungstisch

 

 

 

 

BEGRÜNDUNG

 

Etwa die Hälfte Österreichs ist mit Wald bedeckt. Aber es handelt sich dabei nicht um ursprüngliche Natur, denn die einstigen Urwälder wurden geschlägert und in Wirtschaftswälder umgewandelt. Laut Umweltbundesamt sind weniger als drei Prozent der Waldflächen forstlich nicht genutzt und nahezu unberührt. Im internationalen Vergleich ist der Anteil der Waldflächen, auf denen keine oder nur geringe Eingriffe erlaubt sind, sehr gering.

 

Im Bereich des Lassingtales (Wildalpen, Liezen) sollten 6.500 Hektar Waldfläche unter strengen Schutz gestellt werden. Es handelt sich um ein äußerst wertvolles Ökosystem, da es nahezu unberührt von menschlichen Einflüssen geblieben ist. Geplant war, dass dieses Gebiet Teil des UNESCO-Welterbes wird, sodass dieses kostbare Erbe auch für kommende Generationen bewahrt werden kann. Das gesamte Gebiet ist im Eigentum der Bundesforste. Laut Medienberichten Anfang Jänner 2017 kam es nach langen Verhandlungen zu keiner Einigung betreffend die Ausgleichszahlungen, die das Land Steiermark an die Bundesforste leisten müsste. Die Verhandlungen wurden abgebrochen.

 

Trotz der Bemühungen durch internationale Abkommen wird die biologische Vielfalt immer weiter reduziert - mit bedenklichen Auswirkungen letztendlich auch für die Lebensqualität der Menschen. Denn es geht nicht nur darum, Arten und Lebensräume um ihrer selbst willen zu schützen, es geht auch um den Erhalt der Befähigung der Natur, jene Güter und Leistungen bereitzustellen, von denen wir letztlich abhängen. Die Europäische Kommission bezeichnet den Biodiversitätsverlust neben dem Klimawandel als die kritischste globale Umweltbedrohung. Wildnisgebiete werden dabei als wesentlicher Beitrag zum Erhalt der Biodiversität gesehen. Zur Sicherung der biologischen Vielfalt ist es erforderlich, den Waldbiodiversitätsschutz aktiv umzusetzen.

 

Die unterfertigenden Abgeordneten stellen daher folgenden

 

 

ENTSCHLIESSUNGSANTRAG

 

 

Der Nationalrat wolle beschließen:

 

Die Bundesregierung, insbesondere der zuständige Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft, wird ersucht dafür Sorge zu tragen, dass die Bundesforste die Gespräche mit dem Land Steiermark wieder aufnehmen, um eine gütliche Einigung dahingehend zu erzielen, dass die unberührte Waldfläche im Bereich des Lassingtales (Wildalpen, Liezen) unter strengen Schutz gestellt wird.

 

 

 

In formeller Hinsicht wird die Zuweisung an den Ausschuss für Land- und Forstwirtschaft  vorgeschlagen.