2137/A(E) XXV. GP

Eingebracht am 27.04.2017
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Entschließungsantrag

 

der Abgeordneten Mag. Gerald Hauser, Walter Rauch

und weiterer Abgeordneter

betreffend die überfällige Erhöhung der Nationalparkförderungen

 

Ein Nationalpark ist ein großflächiges Schutzgebiet mit besonders wertvollen Naturräumen, die durch den Menschen wenig beeinflusst sind. In Österreich wurden bislang insgesamt sechs der ökologisch wertvollsten Regionen des Landes zu Nationalparks erklärt: Donau-Auen, Gesäuse, Hohe Tauern, Kalkalpen, Neusiedler See - Seewinkel und Thayatal. In diesen ausgewählten Gebieten hat Naturschutz absolute Priorität. Hier kann sich die Natur weitgehend ungestört entfalten und für heutige und zukünftige Generationen erhalten bleiben. Der Erholungswert für den Menschen beruht vor allem darauf, unberührte Natur vorzufinden und zu erleben. Zu den weiteren Zielen und Aufgaben, die mit den Nationalparks verfolgt werden, zählen wissenschaftliche Forschung, Bildung, Naturraum-Management und der Schutz der Biodiversität.

 

Die österreichischen Nationalparks stellen aber auch eine wunderbare landschaftliche Kulisse für die Tourismuswerbung dar. Die Bedeutung des Tourismus in den österreichischen Nationalparkregionen zeigt sich insbesondere dadurch, dass 11 % der in den Nationalparks wohnhaften Personen im Kernbereich des Tourismus, das heißt in Beherbergungsbetrieben und in der Gastronomie, beschäftigt sind. Das Übernachtungsangebot umfasst etwa 5.000 Unterkünfte bzw. rund 65.000 Betten, wobei in den Nationalparks Privatzimmeranbieter gegenüber Hotelleriebetrieben dominieren.

 

Nachhaltige Regionalentwicklung mit zielgruppenorientierten Besucherangeboten zeigt, dass Naturschutz und Tourismus koexistieren können. So ist im Tätigkeitsbericht 2015 des Tiroler Nationalparkfonds Hohe Tauern folgende Besucherbetreuungsstatistik vermerkt: 25.039 betreute Besucher (davon 16.037 Schüler und 9.002 betreute Personen im Rahmen des Sommer-/Winterprogramms), 1.330 durchgeführte Veranstaltungen und 11.097 Besucher im Nationalparkhaus Matrei in Osttirol.

Obwohl weitgehender Konsens hinsichtlich der Bedeutung der Nationalparks besteht und immer mehr Flächen unter Naturschutz gestellt werden, wurden die notwendigen Förderungen in den letzten Jahrzehnten kaum angehoben. Eine Inflationsanpassung ist ebenso unterblieben. Das hat zur Folge, dass etwa bezüglich des Nationalparks Hohe Tauern seit 1992 mit den gleichen nominellen Geldern auszukommen ist, was einen Realverlust bei den Bundesmitteln von mehr als der Hälfte darstellt.

 

Für die Erhaltung der Schutzgebiete und der Parkregionen müssen aber rasch mehr Mittel aufgebracht werden – auch zur touristischen Weiterentwicklung und zur besseren touristischen Vermarktung der Nationalparkregionen.

 

 

Im Sinne einer deutlichen Erhöhung der Fördermittel stellen die unterfertigten Abgeordneten folgenden

 

Entschließungsantrag

 

Der Nationalrat wolle beschließen:

 

Der Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft wird aufgefordert, mit dem Bundesminister für Finanzen in Verhandlungen zu treten, um eine Valorisierung der Bundesförderungen für die österreichischen Nationalparks sicherzustellen.“

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In formeller Hinsicht wird um Zuweisung an den Umweltausschuss ersucht.