Nationalrat, XXV.GPStenographisches Protokoll72. Sitzung / Seite 216

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ser Art ist. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von ÖVP und BZÖ.) – Schön, dass sich da alle Steirerinnen und Steirer einig sind.

Dieses Museum ist heuer 40 Jahre alt – oder war es schon, das habe ich mir zumin­dest ausgerechnet. Es ist in den letzten Jahren sehr gewachsen und hat mittlerweile den Charakter und die Größe und auch den Wert und die Bedeutung eines Bundesmu­seums. Es ist zwar kein Bundesmuseum, aber es ist von der Stiftung her, wie es be­setzt ist – mit den Ministerien, mit den Bundesländern, die es vertritt, mit den 98 Pro­jekten –, durchaus mittlerweile im Rang eines Bundesmuseums.

Es ist riesig, es ist gewachsen, und es fehlt die Finanzierung, wie wir alle wissen. Wir sollten auch, meine ich, nicht länger über die Finanzierung nachdenken, sondern sie sollte ziemlich schnell gesichert sein. Das Museum lebt noch immer Jahr für Jahr von Subventionen. Subventionen können Projekte möglich machen. Dieses Museum ist aber kein Projekt, sondern ein kultureller Dienstleistungsbetrieb, das hat uns auch Herr Präsident Kurt Jungwirth in einem Brief mitgeteilt, und ich gebe ihm ganz recht.

Ich stelle daher folgenden Entschließungsantrag:

Der Nationalrat wolle beschließen:

„Die Bundesregierung wird aufgefordert, so schnell wie möglich Maßnahmen zur Si­cherstellung der Finanzierung des Österreichischen Freilichtmuseums Stübing zu er­greifen.“

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Noch kurz zu einem anderen Thema, auf das auch noch ein Entschließungsantrag folgt, nämlich zum Philharmoniker-Orchester: Die Auflösung des Republikvertrages wurde auch im Ausschuss diskutiert; wir begrüßen diese Auflösung sehr. Die Grünen haben seit den Neunzigerjahren die Auflösung immer wieder forciert, vor allem aus dem Grund, dass es 1997 den Beschluss gab, dass die Chancengleichheit von Männern und Frauen ge­währleistet werden soll. Leider hat es seit 1971 nur eine Harfenistin gegeben, und der­zeit sind drei Musiker des Orchesters von 124 Mitgliedern weiblich. Das muss man be­rücksichtigen.

Im Moment sind 30 Prozent der österreichischen Absolventen von Instrumentalstudien weiblich, das heißt, ein Mangel an Musikerinnen kann nicht der Grund sein. Es ist of­fenkundig so, dass das Orchester diesem Auftrag über Jahre nicht nachgekommen ist. Eigentlich müsste man sich überlegen, ob das Orchester Gelder, die es für die Gleich­stellung erhalten hat, nicht zurückzahlen müsste.

Es ist erfreulich, dass der Republikvertrag aufgelöst wurde. Bedenklich ist aber, dass über das Hintertürchen jetzt das Staatsopernorchester subventioniert wird – und das hat die Ministerin auch gesagt. Das heißt, über die Hintertür fließen die Gelder wieder zurück. Ich möchte erwähnen, dass im Staatsopernorchester derzeit acht von 150 Mit­gliedern weiblich sind, das heißt, da wird auch nicht viel für die Gleichstellung getan, obwohl es, wie gesagt, schon genügend entsprechende Musikerinnen geben würde.

Das heißt, man sollte auch da ganz genau hinschauen, und ich glaube nicht, dass die Ausschussfeststellung, dass die Gleichstellung im Staatsopernorchester sichergestellt werden soll, ausreicht. Wir wissen, wie freiwillige Selbstverpflichtungen, gerade, was die Gleichstellung von Männern und Frauen anbelangt, üblicherweise ausfallen.

Ich möchte daher in diesem Zusammenhang folgenden Entschließungsantrag ein­bringen:

 


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