Nationalrat, XXV.GPStenographisches Protokoll72. Sitzung / Seite 218

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denden Millionen in die Anhebung des Kollektivvertrages des Staatsopernorchesters zu stecken, werden die ursprünglich sinnvollen Intentionen des Vertrages aber konter­kariert. Nun gibt es kein vertraglich festgelegtes Bekenntnis des Orchesters zur Gleich­berechtigung der Geschlechter mehr, und auch alle anderen Verpflichtungen, die sich aus dem Republikvertrag ableiten, erscheinen obsolet. Es wäre politisch unverant­wortlich, die Wiener Philharmoniker für ihr erschütternd langsames Tempo bei der Er­höhung des Frauenanteils im Orchester auch noch zu belohnen.

Die unterfertigten Abgeordneten stellen daher folgenden

Entschließungsantrag:

Der Nationalrat wolle beschließen:

Die Bundesregierung wird aufgefordert, Maßnahmen zu setzen, um den Frauenanteil im Orchester der Wiener Philharmoniker binnen zehn Jahren auf ein international übli­ches Maß zu erhöhen.

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Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Nächste Rednerin: Frau Abgeordnete Mag. Unter­reiner. 6 Minuten Redezeit. – Bitte.

 


20.01.00

Abgeordnete Mag. Heidemarie Unterreiner (FPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Bundesministerin! Zuerst zum Augartenspitz: Was die Verbauung des Augartenspitzes angeht, haben alle Parteien in der Leopoldstadt, also auch die Grü­nen, damals, bei der notwendigen Änderung des Flächenwidmungsplanes 1998, zuge­stimmt.

Seit die Pühringer-Stiftung 2005 gemeinsam mit den Wiener Sängerknaben einen Kon­zertsaal plant, randalieren die Grünen gegen dieses Vorhaben, weil aus Geldmangel nicht ihr befreundetes Institut, nämlich das Filmarchiv, zum Zug gekommen ist. Im Kul­turausschuss, Herr Kollege Zinggl, haben Sie uns erzählt, Sie haben dort Fußball ge­spielt – aber nur, weil Sie dort als Bub Fußball gespielt haben, müssen sich nicht Ihre Freunde an die Bäume ketten. Alle behördlichen Vorgaben sind erfüllt. (Beifall bei der FPÖ.)

Dass sich die Orangen auf die Seite der grüngesteuerten Gesetzesbrecher stellen, ist verwunderlich. Wir lehnen den Antrag der Orangen ab.

Ich komme jetzt zu dem Antrag betreffend das Richard Wagner-Festival. Dazu ist Fol­gendes zu sagen: Das Richard Wagner-Festival in Wels ist ein Kleinod im österreichi­schen Festspielreigen. Das jährliche Gesamtbudget von 600 000 € wird ausschließlich oder fast ausschließlich privat aufgebracht, und zwar von der Familie Just-Doppler. Der Weiterbestand wird aber in Zukunft ohne öffentliche Mittel nicht mehr möglich sein, und deswegen ist es notwendig, dass hier die Öffentlichkeit einspringt, dass der Bund oder das Land einspringen.

Dieses Festival ist sehr beliebt bei Wagner-Liebhabern, die eine authentische Auffüh­rung von Wagner-Opern lieben, denn Wagner hat ja Regieanweisungen gegeben und die Aufführungspraxis hält sich an diese Regieanweisungen. Gerade diese Art, Wag­ner-Opern authentisch aufzuführen, hat dazu geführt, dass dieses Festival ein Publi­kumsmagnet geworden ist für alle Wagner-Liebhaber. Große Wagner-Sänger haben dort gesungen – René Kollo, Gwyneth Jones, Peter Seiffert –, und erstklassige Or­chester haben dort gespielt. Deswegen ist das auch schon Monate vorher ausgebucht.


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