Nationalrat, XXV.GPStenographisches Protokoll167. Sitzung / Seite 125

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Es wird von Ihnen auch erwähnt, dass zum Beispiel Südtirol Wege geöffnet hat. Süd­tirol hat ähnliche Besitzverhältnisse wie Österreich – ungefähr 80 Prozent sind in priva­ter Hand –, und man hat Wege geöffnet, aber, Kollege Willi, Sie müssen dazusagen, dass die Südtiroler den Weg gegangen sind, in der Haftungsfrage die Haftung sehr deutlich weg vom Eigentümer (Abg. Willi: Das wollen wir auch!), des Wegehalters hin zu einer Eigenverantwortung des Benützers, sprich des Mountainbikers, zu verschieben. (Abg. Willi: Das wollen wir!) Davon, dass hier von der Haftung sehr deutlich gesprochen wer­den muss, höre ich eigentlich in keiner dieser Diskussionen auch nur ein Wort.

Auch wenn die Schweiz ins Treffen geführt wird, ist das einfach nicht zulässig: In der Schweiz sind circa 80 Prozent des Waldes im öffentlichen Besitz. Damit sind die Haf­tungsfragen vollkommen anders gelagert, und dieses Beispiel kann nicht verwendet wer­den.

Klar ist auch, dass alle Umfragen, die derzeit bei Sportlern gemacht werden, ganz klar zum Ausdruck bringen, dass die Sportler, die Mountainbiker, Singletrails wollen, dass sie nicht auf den Forststraße herumdüsen und sich damit auseinandersetzen wollen, ob da Wanderer oder Forstarbeiter unterwegs sind. Sie wollen Singletrails, auf denen sie sich wirklich ihrem Sport uneingeschränkt widmen können, und das sollte auch die Stoßrichtung für die Zukunft sein.

Ich glaube also, dass wir mit dem österreichischen Modell der vertragspartnerschaft­lichen Lösung ein wirklich tolles Modell haben, bei dem alle Beteiligten, nämlich die Ei­gentümer, der Tourismus und auch die Benützer, also die Mountainbiker, Gewinner sind. Wir haben ein sogenanntes Triple-A-Modell, das wir vorantreiben sollten. Wir im Land­wirtschaftsausschuss sind gerne dazu bereit, über dieses Modell zu diskutieren, und wir laden Sie gerne dazu ein. (Beifall bei der ÖVP.)

15.36


Präsidentin Doris Bures: Als Nächster gelangt Herr Abgeordneter Grillitsch zu Wort. – Bitte. (Abg. Obernosterer – ich Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Grillitsch –: Und jetzt gib Gas!)

 


15.36.56

Abgeordneter Fritz Grillitsch (ÖVP): Frau Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Das Thema Mountainbiking und die Öffnung der Forststraßen für Radfahrer ist schon alt und kommt wie ein Gewitter immer wieder. Ich bin aber froh, dass wir das im Par­lament diskutieren können, denn ich glaube, die Forstwirte und die Bauern sind nicht die­jenigen, die etwas verhindern oder jemanden ausschließen wollen, sondern das funktio­niert dort, wo es Bedarf dafür gibt, im partnerschaftlichen Einvernehmen bestens.

Ich sage Ihnen, Herr Kollege Willi, wir können mehr Forststraßen als Mountainbikestre­cken anbieten, als überhaupt angenommen werden. Wir haben das in der Steiermark bereits vor mehr als 15 Jahren vorexerziert: mehr Strecken anbieten, als überhaupt an­genommen werden. Daher, so meine ich, sollten wir weggehen von dem Gedanken, das Forstgesetz zu ändern und alles per Gesetz zu verordnen, und wir sollten doch das Prinzip der Partnerschaft nach dem Prinzip der Freiwilligkeit leben! Kanalisieren wir Forststrecken, Forststraßen, weisen wir sie aus, kennzeichnen wir sie, lösen wir ge­meinsam mit den Tourismusverbänden, mit den Gemeinden, mit den Ländern auch die Haftungsfrage in Form von Versicherungen! Das ist ein klassisches Beispiel, bei dem es am Ende des Tages zufriedene gelebte Partnerschaften gibt; wir sollten nicht alles in diesem Parlament per Gesetz verordnen.

Daher sage ich Ihnen, gerade im Zeitalter der Nutzungsvielfalt auch von Grund und Boden ist es wichtig, auch die Eigentumsrechte für die Grundbesitzer, die diesen Wald, diese Landschaft über Generationen nachhaltig bewirtschaftet haben, abzusichern, si-


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