Nationalrat, XXV.GPStenographisches Protokoll179. Sitzung / Seite 200

HomeSeite 1Vorherige SeiteNächste Seite

Menschen an unserem Leben orientieren. Genau das wird mit diesen gesetzlichen Rege­lungen erreicht. Ich gratuliere dem Außen- und Integrationsminister Kurz dazu, dass dieses Gesetz heute noch beschlossen werden kann. (Beifall bei der ÖVP.)

17.31


Präsident Karlheinz Kopf: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Hagen. – Bitte.

 


17.31.17

Abgeordneter Christoph Hagen (STRONACH): Herr Präsident! Meine Damen und Herren auf der Regierungsbank! Meine Damen und Herren! Ich habe mir beim Anhören der Rede des Abgeordneten Gustl Wöginger gedacht: Okay, die müssen ganz neu in die Regierung gekommen sein. – Ich habe aber heute irgendwo schon etwas anderes gehört, nämlich dass die ÖVP seit 30 Jahren ununterbrochen in der Bundesregierung ist und die SPÖ in den letzten 40 Jahren fast immer dabei war.

Warum sage ich das? (Abg. Neubauer: ... die Redezeit!) – Ich sage das, weil ich denke, dass die Fehler bei der Integration – und den Beweis sehen wir jeden Tag auf der Straße – schon vor Jahren und Jahrzehnten gemacht wurden. Meine Damen und Herren, da waren Sie in der Regierung und haben nichts gemacht. (Beifall der Abg. Dietrich.) Das werde ich Ihnen jetzt mit ein paar Beispielen verdeutlichen.

Frau Korun, vielleicht noch kurz zu Ihrer Rede, die ich noch Revue passieren lassen möchte: Integration ist gut, ja, Integration braucht aber nicht nur das Gesetz, das vorschreibt, wie man sich zu integrieren hat, sondern sie braucht auch den Willen der zu Integrierenden, und da hapert es; darauf werde ich gleich zurückkommen. (Abg. Korun: Da kennen Sie sich aus!)  Ich kenne mich gut aus. (Abg. Korun: Wirklich?!) – Ja, Frau Korun, Sie können mir glauben, dass ich mich sehr gut auskenne. (Abg. Korun: Ich kenne mich auch aus!)

Wir haben in Vorarlberg einen sehr hohen Ausländeranteil und sehr viele Gastarbeiter. In den Siebzigerjahren sind die Boatpeople, Vietnamesen, nach Vorarlberg gekommen. Diese Menschen haben jetzt gerade Jubiläum gefeiert, weil sie schon so lange da sind. (Abg. Brosz: Sie kennen sich gut aus mit ...! Alle zwei Jahre eine neue Partei!) – Sie müssen mir zuhören! Man hat diese Leute anlässlich des Jubiläums gefragt, wie sie so Fuß gefasst haben in Vorarlberg, im ländlichen Raum. (Abg. Korun: Wer hat sie gefragt?) – Der ORF hat eine Sendung darüber gebracht, Frau Korun. Die könnten Sie vielleicht einmal anschauen, das wäre vielleicht hilfreich für Ihre Politik.

Man hat also die Vietnamesen interviewt und ein Herr hat gesagt: Ja, wir sind alle gut integriert, wir sprechen heute alle Vorarlbergerisch, wir sind teilweise mit Vorarlbergern verheiratet und haben uns in das Volk integriert. Er hat gesagt, als sie angekommen sind, haben sie zuerst einmal über den Zaun geschaut, um zu schauen, was die Nachbarn machen. Für sie hat das dann geheißen: Aha, das muss gut sein, das wollen wir auch, das tun wir auch. – Das ist für mich Integration und Integrationswille, und nicht das, was wir jetzt erleben. (Abg. Korun: Also kopieren!)

Liebe Frau Korun, da müssen wir dann gar nicht mehr über Kopftücher oder sonst irgendetwas diskutieren. Wenn die Leute sich integrieren wollen, dann passen sie sich unseren Regeln an, und das ist das Um und Auf. (Beifall beim Team Stronach.)

Meine Damen und Herren! Ich bin ein später Jahrgang 1968, bin also in den Sieb­zigerjahren in der Schule gewesen. (Abg. Walter Rosenkranz: Ein 68er!) Zu der Zeit sind die ersten türkischen Gastarbeiterfamilien gekommen, die man hergeholt hat. Meine Schulkameradin Gülay, die aus der Türkei stammt, ein nettes Mädel, habe ich nie mit einem Kopftuch gesehen. Schauen Sie heute einmal in die Volksschulen, in die Kindergärten, dort rennen teilweise verschleierte Mädchen herum!

 


HomeSeite 1Vorherige SeiteNächste Seite