Nationalrat, XXV.GPStenographisches Protokoll186. Sitzung / Seite 60

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sich in die eigene Tasche! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das glaubt Ihnen niemand!) Es gibt kaum ein anderes Land, das ein derartig vielfältiges Angebot hat, und es ist für uns selbstverständlich, dass wir dieses Angebot auch erhalten und an sich entwickeln­de Bedürfnisse anpassen, aber – und das ist der Unterschied zu dem, was bis jetzt an Kritik gesagt wurde – nicht über die Köpfe der Betroffenen hinweg. Wir befragen Eltern und Lehrer, ob sie auch mit der Einführung einer Modellregion für eine gemeinsame Schule einverstanden sind, und wir gestalten Schule gemeinsam. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wir wissen eh, was das wert ist! Stichwort Heumarkt!)

Uns ist es wichtig, sicherzustellen, dass sich in der Schule möglichst alle wiederfinden können und dadurch, weil alle hinter einem Schulsystem stehen, Schülerinnen und Schü­ler die bestmögliche Bildung erhalten können.

Sehr geehrte Frau Bundesministerin, ich bedanke mich bei Ihnen für die konstruktiven Gespräche, ich bedanke mich aber auch bei den Grünen für das Einbringen, für die Be­reitschaft, diese Bildungsreform mitzutragen, und ich bedanke mich auch bei der FPÖ, die viele Gedanken geäußert hat, von denen auch viele ins Bildungspaket eingeflossen sind. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Wir stehen zum Gymnasium!) Leider haben sich die NEOS aus diesem Prozess verabschiedet. Es ist schade darum, es wäre vielleicht klug gewesen, dabeizubleiben. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)

13.49


Präsident Karlheinz Kopf: Nächster: Herr Abgeordneter Mag. Hauser. – Bitte.

 


13.49.49

Abgeordneter Mag. Gerald Hauser (FPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Geschätzte Regierung! Hohes Haus! Der große Wurf ist das tatsächlich nicht. Es ist das Ende ei­nes langen – ich würde fast schon meinen – Trauerspiels, das sich über diese Legisla­turperiode hingezogen hat. Allein wenn man sich die geschichtliche Entwicklung anschaut, was aus unserer Schule in den letzten Jahren geworden ist und was sie einmal war, ist das für mich ein Trauerspiel.

Die Hauptschulen im ländlichen Raum haben funktioniert, das differenzierte Schulwe­sen in den Hauptschulen hat sehr gut funktioniert. Schüler, die in Mathematik oder in Englisch nicht so begabt waren, hatten die Möglichkeit, sich von einer Leistungsstufe wie­der nach vorne zu arbeiten, zum Beispiel von der zweiten Leistungsstufe in die erste Leistungsstufe. Andere, die sich schwertaten, konnten aufgefangen werden und even­tuell mit Anstrengung wieder in die erste Leistungsstufe zurückgeholt werden. (Abg. Kö­nigsberger-Ludwig: Was war mit der dritten Leistungsstufe?)

Im städtischen Bereich haben die Hauptschulen deswegen nicht mehr funktionieren kön­nen, weil der Anteil jener Kinder, die nicht ausreichende Deutschkenntnisse besitzen, überproportional groß ist. Wir haben seit Jahren, seit Jahrzehnten als Freiheitliche Partei auf dieses Problem hingewiesen und haben gesagt: Wenn jemand in das Schul­system regulär einschult, dann muss er die deutsche Sprache beherrschen. Ich kann ja nicht als Lehrer – ich bin auch Lehrer im Hauptberuf – jemanden unterrichten, der mich nicht versteht. Diese Forderung von uns, Sprachstartklassen einzuführen, ist und war ei­ne gute und grundlogische. (Beifall bei der FPÖ.) Diese Forderung von uns wurde über Jahre belächelt, wir wurden diffamiert. Stattdessen ist man hergegangen und hat ver­sucht, das, was funktioniert hat, nämlich die Gymnasien, jetzt über die Modellregionen ab­zuschaffen, und hat die Neuen Mittelschulen eingeführt. (Abg. Königsberger-Ludwig: Das stimmt ja gar nicht!)

In den Neuen Mittelschulen hat man sich den großen Anspruch gestellt, dass in Deutsch, Mathematik und Englisch, also in den Hauptfächern, mehr Stunden unterrichtet werden, jeweils zwei Stunden zusätzlich, insgesamt sechs Stunden zusätzlich, zum Teil auch mit Professoren aus dem Gymnasialbereich. Das war das Konzept der Neuen Mittel-


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