3248/J XXVI. GP

Eingelangt am 04.04.2019
Dieser Text ist elektronisch textinterpretiert. Abweichungen vom Original sind möglich.

Anfrage

der Abgeordneten Unterrainer,

Genossinnen und Genossen

an die Bundesministerin für Nachhaltigkeit und Tourismus

betreffend der Burggarten als historisches Denkmal und als Anziehungspunkt für die Touristinnen und Touristen sowie die einheimische Bevölkerung

Einleitung:

Die Bundesgärten umfassen Schlosspark Schönbrunn, Augarten, Belvedere, die Hofburggärten in Wien, bestehend aus den vier unter Denkmalschutz stehenden ehemaligen Habsburger Gärten Burggarten, Volksgarten, Heldenplatz und Maria Theresia Platz, sowie Hofgarten und Schlosspark Ambras in Innsbruck. Die sieben Gärten gehören zu den wertvollsten Gärten und sind denkmalgeschützt. Sie sind 1918/1919 als Bundesgärten in das Eigentum der Republik Österreich gegangen und für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden.

Die Bundesgärten sind heute dem Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus zugeordnet. Die Anlage 1 zu § 2 des Bundesministeriengesetzes Teil 2 lit. J überträgt dem Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus folgende Aufgabe: „13. Verwaltung der spezifisch land- und forstwirtschaftlich genutzten Liegenschaften des Bundes einschließlich der Angelegenheiten der Österreichischen Bundesforste AG, der Bundesgärten und der Spanischen Reitschule."

Zur Geschichte:

Der Burggarten wurde vom Architekten Ludwig Gabriel von Remy und dem Hofgärtner Franz Antoine dem Älteren geplant, dies allerdings unter der persönlichen Mitwirkung von Kaiser Franz, der ja selbst ausgebildeter Gärtner war. Man legte besonders auf neuartige Pflanzen Wert, weshalb in- und ausländische Gärtner kontaktiert wurden. Auch hier gab es später eine Umgestaltung von Franz Antoine dem Jüngeren, allerdings in Form eines englischen Landschaftsgartens. 1863 wurde die Hornwerkskurtine abgebrochen und der Park gegen die Ringstraße erweitert, wobei auch der heutige Teich angelegt wurde. 1863-1865 wurde auch die Einfriedung von Moritz Löhr angelegt. Wegen des Baus der Neuen Hofburg wurde der Garten ab 1881 auf der Nordseite verkleinert. Die Mauer wurde dabei beseitigt.

Zum touristischen Aspekt:

Gibt man Burggarten und Tourismus in Google ein, erscheinen rund 394 000 Ergebnisse, wobei die meisten Ergebnisse ein Loblied auf dem Burggarten für die Touristen singen. Der Burggarten hat bei 2551 Google-Rezensionen die Note 4,6 bekommen. So liest man auf der Homepage der Wien Info:

„Volksgarten und Burggarten

Als Kaiserin-Sisi-Fan sollten Sie beim Sisi-Denkmal im Volksgarten vorbeischauen. Mozart-Verehrer pilgern zur Statue des Musikgenies im Burggarten. Der im englischen Stil angelegte Burggarten war der Privat-Garten Kaiser Franz Josephs I., dem Gatten von Kaiserin Sisi. 1919, drei Jahre nach dem Tod des Monarchen, wurde der Burggarten für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Heute steht dort das einzige Denkmal des Kaisers, das erst 1957 aufgrund einer Privatinitiative errichtet wurde. Hier im Burggarten befindet sich auch das Palmenhaus, eines der schönsten Jugendstilglashäuser nach Plänen von Friedrich Ohmann. Diese tropische Oase beherbergt das Schmetterlingshaus, in welchem heute hunderte exotische Schmetterlinge leben, sowie ein Cafe-Restaurant mit stimmungsvollem Ambiente. Wussten Sie, dass der Volksgarten und der Burggarten als Weltkulturerbe ausgezeichnet sind?"

Zum Inhalt der Anfrage:

Im Rahmen der letzten Sitzung des Nationalrates wurde ich von Touristen daraufhin angesprochen, dass im Burggarten sowohl die Stufen hin zur Hofburg wie auch sämtliche Balustraden und Treppen im Bereich des Burggartens durch Absperrgitter umgeben sind. Dies beeinflusst natürlich einerseits das historische Ambiente des Burggarten, andererseits aber auch die Attraktivität für die Touristinnen und Touristen sowie die einheimische Bevölkerung, die ihre Freizeit auf diesen Stufen sitzend verbringen und die ersten Sonnentage im Jahr im Burggarten genießen konnten. Mit dieser Anfrage soll daher erreicht werden, die Details aufzuklären, warum diese Verschandelung notwendig wurde bzw. welche Gründe dafür maßgeblich sind und wann mit den Ende dieser Maßnahmen gerechnet werden kann.

 

Die unterzeichneten Abgeordneten richten daher an die Bundesministerin für Nachhaltigkeit und Tourismus folgende

Anfrage:

1.    Gibt es Aufzeichnungen in Ihrem Ressort bzw. in den Bundesgärten, wie viele Besucherinnen und Besucher der Burggarten durchschnittlich in den Monaten April bis Oktober betreten?

a)    Wenn ja, wie viele Besucherinnen und Besucher sind es?

b)    Wenn nein, warum nicht?

2.    Gibt es Aufzeichnungen, wie viele davon Touristinnen und Touristen sind?

3.    Welche Behörde hat die Aufstellung dieser Absperrgitter im Burggarten wann und aus welchen Gründen angeordnet?

4.     Wie lange sollen diese Gitter aus welchem Grund aufgestellt bleiben?

5.    Wann wurden sie über diese für den Tourismus und die Attraktivität des Burggartens insgesamt negative Maßnahme informiert und wie haben sie persönlich als für den Tourismus zuständige Bundesministerin darauf reagiert?

6.     Steht dies im Zusammenhang mit dem Zustand der Bausubstanz der Balustraden bzw. der Stiegenauf- und -abgänge?

7.    Wie ist der aktuelle Zustand der Bausubstanz, der selbst bei oberflächlicher Betrachtung sanierungsbedürftig erscheint?

8.    Wenn es sich um eine Sanierung handeln soll, wie hoch ist das Auftragsvolumen, fand eine Ausschreibung statt, wenn nein, warum nicht, und wer hat den Zuschlag erhalten?

9.    Sollte es sich um eine Sanierung handeln, warum wurde diese nicht in den Monaten davor in Angriff genommen, in welchen die Besucheranzahl im Burggarten wohl deutlich geringer als jetzt ist? Wer ist für die Wahl dieses Zeitpunktes für die Maßnahme zuständig?

10. Welche Investitionen werden pro Jahr im Rahmen der Bundesgärten getätigt?

11. Wie wird ihr Ressort von diesen in Aussicht genommenen Maßnahmen der Bundesgärten informiert?

12. Welches Gesamtkonzept liegt den in Aussicht genommenen Maßnahmen der Bundesgärten zugrunde?

13.  Wurde dieses Gesamtkonzept von ihnen genehmigt?
a)    Wenn nein, warum nicht?

14. Welche Maßnahmen setzt ihr Ressort, um den Tourismus in Wien zu fördern?

15. Welche Budgetmittel stehen dafür zur Verfügung?