Nationalrat, XXVI.GPStenographisches Protokoll5. Sitzung, 20. Dezember 2017 / Seite 158

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Kunstschaffende und Vertreter von Kulturinstitutionen unseres Landes! Österreich ist eine Kulturnation, ein Land voller Kreativität, Vielfalt und Menschen mit Leidenschaft zum künstlerischen Ausdruck; und zwar von Wien bis Bregenz und von Grödig bis Gleis­dorf.

Dafür sind wir auf der ganzen Welt berühmt und werden auch bewundert, seien es die Salzburger Festspiele, die Ars Electronica oder auch unzählige kleinere Festivals. Oder: Unsere Architektur, unsere Bundestheater, die Bundesmuseen, die Landesmuseen, die vielen freischaffenden Künstlerinnen und Künstler und nicht zu vergessen die Musik­schulen, Musikvereine und privaten Kulturvereine in allen Regionen unseres Landes – sie alle machen unsere lebendige kulturelle Vielfalt aus. (Beifall bei ÖVP und FPÖ.)

Dieser Regierung sind Kunst und Kultur ein besonderes Anliegen, in all ihren Formen, Farben und Ausprägungen. Sie bekennt sich daher ausdrücklich zur öffentlichen För­derung – auch von privaten Initiativen. Es ist unsere Aufgabe, einen fruchtbaren Boden zu schaffen, auf dem Kunst und Kultur vielfältig und frei gedeihen können, damit wir auch in Zukunft eine Kulturnation bleiben. (Beifall bei ÖVP und FPÖ.)

Wir bekennen uns auch ausdrücklich zur Qualität. Ich bringe Ihnen heute ein konkretes Beispiel, was ich damit meine. Kunst und Kultur in der Bildung: Wir haben zum Beispiel in Tirol und in Vorarlberg einen massiven Mangel an Musikpädagoginnen und ‑pädago­gen in Volksschulen. In den Schulen sitzen aber unsere künftigen Kunstschaffenden und das Publikum von morgen. Derzeit dürfen etwa Absolventen eines IGP-Studiums – der Instrumental- und Gesangspädagogik – zwar an Musikschulen unterrichten, nicht aber an Volksschulen. Diese Lücke muss geschlossen werden, um die Qualität des Kunstunterrichts durchgängig hoch zu gestalten.

Es geht vor allem darum, junge Menschen für Kunst zu begeistern, die Neugierde zu wecken, ihnen die Möglichkeit zu geben, in möglichst viele Richtungen hineinzuschnup­pern. Diese Kreativität unserer Kinder und Jugendlichen ist nicht nur die Zukunft der Kunst, sondern im Übrigen auch eine wichtige Kompetenz, die man in vielen Lebens­bereichen und bei vielen Tätigkeiten sehr gut brauchen kann.

Kultur verbindet, baut Brücken zwischen Menschen, Nationen und Religionen. Auch des­wegen ist Kultur wichtig in unseren Schulen. Sie erweitert den Horizont und hat ein stark integratives Element. Nicht zuletzt ist Kultur auch Herzensbildung.

Dieses Bewusstsein für Kunst und Kultur muss aber in verschiedenen Bereichen fort­gesetzt und gestärkt werden, vor allem auch in den öffentlich-rechtlichen Medien; Stich­wort: mehr Film und Musik von in Österreich lebenden Künstlerinnen und Künstlern.

Ich möchte hier explizit Ö3 herausgreifen: Der reichweitenstärkste Radiosender unse­res Landes mit täglich über 2,7 Millionen Hörerinnen und Hörern sollte auch zum Kul­turbewusstsein beitragen. Die letzten zehn bis 15 Jahre hat sich in Österreich eine großartige Pop-Landschaft weiterentwickelt – genauso lange beschäftige ich mich per­sönlich auch schon mit diesem Thema. Bis auf ein paar Ausnahmen findet man diese Künstlerinnen und Künstler auf Ö3 kaum zu den reichweitenstarken Sendezeiten wie zum Beispiel im Ö3-Wecker. Deshalb wollen wir eine Art Österreichquote prüfen, ge­knüpft an die reichweitenstarken Zeiten. (Beifall bei ÖVP und FPÖ.) Diese muss je­denfalls deutlich höher sein als der derzeitige Sendeminutenanteil von knapp 15 Pro­zent. Das bewirkt etwas in unserer Musiklandschaft und -wirtschaft, in der freien Szene.

Wichtig für alle Kultureinrichtungen, egal welcher Größe, sind Planungssicherheit und ein Abbau von Bürokratie nach dem Motto: so viel wie nötig, aber so wenig wie mög­lich.

Diesen beiden Säulen wollen wir uns stark widmen. Deswegen kann ich auch zu den Bundestheatern und Bundesmuseen sagen: Wir bekennen uns ganz klar zu starken,


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