Nationalrat, XXVI.GPStenographisches Protokoll7. Sitzung, 31. Jänner 2018 / Seite 90

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hören Sie ganz genau zu! – sind eine gute soziale Durchmischung an den Schulen, ein positives Schulklima, das von wertschätzender Kommunikation, gegenseitigem Re­spekt und einem Miteinander getragen wird, auch von einer vertrauensvollen Bezie­hung zwischen LehrerInnen und SchülerInnen, und die ganztägige Schule mit zusätz­lichen Angeboten über den Unterricht hinaus. Das ist Chancengerechtigkeit, und das haben alle international erfolgreichen Länder längst und seit vielen Jahren umgesetzt. Schauen wir ins Regierungsprogramm, das spricht eine andere Sprache! (Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Bernhard und Griss. – Abg. Hauser: Deswegen diese tollen Pisaergebnisse! ... weil Sie den Kopf in den Sand stecken!)

Chancengerechtigkeit, gemeinsame Schule der 6- bis 14-Jährigen, ganz, ganz wichtig, gekoppelt mit ganztägigen Schulformen – wir separieren mit 10!

Sehr geehrter Herr Bildungsminister Faßmann! Arbeiterkinder sind nicht dümmer als Kinder von Akademikern (Abg. Rosenkranz: Wer sagt das? Wer sagt das?), und Aka­demikerkinder sind auch nicht klüger als Arbeiterkinder. Es braucht die Chancenge­rechtigkeit und ein faires, faires Schulsystem, das sie auch entsprechend unterstützt.

Ich bitte Sie, bleiben Sie Ihren Vorsätzen treu, an wissenschaftlichen Grundlagen fest­zuhalten! Bauen Sie auch die ganztägige Schule weiter aus! Sie haben es auch ge­sagt, Sie haben sich zum Autonomiepaket bekannt, Sie haben sich auch zu den Mo­dellregionen bekannt. Bitte machen Sie da weiter, denn es kann nicht sein, dass Kinder ihre Bildungskarrieren quasi schon in der Geburtsurkunde stehen haben. Das kann nicht sein. Das kann sich ein Land wie Österreich nicht leisten. – Vielen Dank. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der NEOS.)

13.19


Präsidentin Anneliese Kitzmüller: Danke.

Zu Wort ist Herr Abgeordneter Mölzer gemeldet. – Bitte.

 


13.19.50

Abgeordneter Wendelin Mölzer (FPÖ): Frau Präsidentin! Werte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Hohes Haus! Werte Zuseher auf der Galerie und auch zu Hau­se vor den Fernsehbildschirmen!

Frau Kollegin Hammerschmid, eigentlich will ich mich nicht immer mit der Vergangen­heit beschäftigen müssen, aber Sie haben ein paar Punkte erwähnt, zu denen ich sa­gen muss, das war eigentlich die perfekte Selbstanklage, denn Sie – nicht Sie persön­lich, aber die SPÖ – waren in den letzten zwölf Jahren verantwortlich für die Bildungs­politik. Wir kennen verschiedenste Zahlen und Eckdaten, aus denen deutlich wird, was in diesen zwölf Jahren alles schlechter geworden ist. Leider Gottes müssen wir uns mit der Vergangenheit beschäftigen, um die Zukunft zu gestalten. (Ruf bei der SPÖ: ... ganz was anderes gesagt! – Abg. Krainer: Elf Jahre, nicht zwölf!)

Geschätzte Kollegen von der SPÖ! Es ist zum Beispiel der Anteil an Privatschul­schülern in den letzten zwölf Jahren gestiegen. In Wien ist er im Übrigen am höchsten. Wer regiert denn da? – Die SPÖ! (Zwischenruf des Abg. Krainer.) Es ist kein schweres Rechenbeispiel, dass es, wenn in Wien, wo die SPÖ regiert, jeder fünfte Schüler auf eine Privatschule gehen muss, da ein Problem im System gibt. (Zwischenruf des Abg. Rosenkranz.) Es ist auch keine große Rechenaufgabe, dass wir fast ein Drittel an Kindern haben, die nach neun Jahren nicht sinnerfassend lesen können. Wie gesagt, Sie waren in den letzten zwölf Jahren verantwortlich, und wir müssen uns jetzt mit diesen Problemen, die Sie mitverursacht oder mitgetragen haben, auseinandersetzen und auf dieser Grundlage die Zukunft gestalten. Natürlich werden wir gewisse Dinge anders machen und auf diesem Weg nicht weiter fortschreiten. Das ist, glaube ich, ganz wesentlich. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Krainer.)

 


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