13.34.58

Abgeordneter Wolfgang Zanger (FPÖ)|: Frau Präsidentin! Geschätzte Volksanwälte! Frau Kollegin Schatz hat in ihrer Rede davon gesprochen, dass es hier Sexismus gibt. Da sie da offensichtlich mich und meinen Zwischenruf von vorgestern angesprochen hat, möchte ich ein paar Dinge zur Klarstellung sagen.

Ich bin seit zwölf Jahren in diesem Haus und bin stets allen Frauen aus allen Frak­tionen mit Respekt, Anstand und Wertschätzung gegenübergetreten. Dafür gibt es namhafte Zeugen. Frau Präsidentin Bures hat mir das heute bestätigt und unter anderem auch unsere viel zu früh von uns gegangene ehemalige Frauenministerin Sabine Oberhauser, die mir de facto sogar den Titel Frauenminister der Herzen verliehen hat, geschätzte Frau Kollegin Schatz. Umso erstaunter war ich, als ich den Medien entnehmen musste, dass ich für meinen liebevoll gemeinten und zugege­bener­weise mit steirischem Charme versehenen Zwischenruf „Alma, bei mir bist du sicher!“ als Sexist hingestellt wurde – wie auch immer. (Zwischenruf des Abg. Zinggl. – Abg. Rosenkranz: Aber deswegen darf er es trotzdem sagen, oder?)

Verwundert war ich auch deswegen, weil ich Frau Kollegin Zadić als selbstbewusste, erfolgsorientierte Kollegin kennengelernt habe, wertschätze und respektiere – das mache ich auch jetzt noch – und mir gedacht habe: Warum sagt Sie mir nicht selbst, dass ihr das nicht gepasst hat, sondern richtet es mir über die Medien aus? Daraufhin habe ich zum Telefonhörer gegriffen und die Frau Kollegin angerufen. Wir haben uns wirklich in einem vernünftigen, guten Gespräch ausgeredet, darüber geredet, wie das gemeint war. Wenn es so ist, dass es unterschiedliche Wahrnehmungen zu einer Aussage gibt, dann bin ich der Letzte, der nicht sagen kann, es war nicht so gemeint, es tut mir leid, schade, dass es so angekommen ist. Da bin ich der Letzte, und wir haben uns auch ausgeredet.

Interessant ist nur, dass Frau Kollegin Zadić mir dann gesagt hat: Es ist schon auf Twitter herumgegeistert, und sie musste quasi so reagieren. Interessant ist auch, dass ich unmittelbar nach meiner Rede draußen eine Zigarette geraucht habe und Kollege Krainer gekommen ist und gesagt hat: Das geht gar nicht, das war sexistisch! Inter­essant ist auch, dass Kollege Scherak dann herausgegangen ist und auch gesagt hat: Das geht gar nicht! Also frage ich mich: Wer sind hier die Feministinnen? Sind es nicht doch die Männer, die in Wahrheit schon femininer, feministischer sind als alle Femi­nistinnen, die hier herinnen sitzen? (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Scherak: Ich glaube, ich bin gleich feministisch wie ...!)

Das ist schon interessant. Ich muss eines dazu sagen, und das ist das, was mir an der Frauenpolitik der letzten Jahre nicht gefällt (Zwischenruf bei der SPÖ): Da wird eine selbstbewusste, junge, anständige Abgeordnete in eine Opferrolle gedrängt, in der sie sich gar nicht selbst wiederfindet, denn sie hätte mir das schon gesagt, wenn ihr das nicht gepasst hätte. (Ruf bei der SPÖ: Sie drängen sich selber ...!) Nein, da müssen irgendwelche Feministenmänner hergehen und es auf Twitter lancieren, sodass ihr dann gar nichts anderes übrig bleibt. Das finde ich nicht in Ordnung. Das finde ich nicht korrekt! (Beifall bei der FPÖ.)

Abschließend, weil schon in der Früh so viel über Zwischenrufe, über Emotionen, die man hier hat, diskutiert wurde: Ich stehe für ein lebendiges Parlament. Ich bin nicht für ein Schweigeparlament, denn dann können wir uns gegenseitig Brieferl schicken, mit Bussi und Herzerl versehen, und Bedienstete des Parlaments können es da vorne verlesen. Das ist doch etwas ganz anderes. Schadet das, wenn wir ein bisschen Lebendigkeit in unsere Diskussion hereinbringen? – Also für mich muss ich sagen, sicher nicht, und ich werde so bleiben, wie ich bin. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)

13.38

Präsidentin Anneliese Kitzmüller: Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr Abge­ord­neter Ries. – Bitte schön, Herr Abgeordneter. (Abg. Duzdar: Zur Volksanwaltschaft hat er nichts gesagt! – Abg. Zanger: Ich habe nur auf die Kollegin repliziert! – Abg. Rosenkranz: Also die Volksanwaltschaft hat sich mit Zwischenrufen des Parlaments bisher noch nicht auseinandergesetzt! – Ruf bei der SPÖ: Wird schon noch kommen! – Weiterer Zwischenruf bei der SPÖ. – Abg. Rosenkranz: Ja, die Frau Kollegin Schatz einmal ansprechen darauf!)

Herr Abgeordneter Ries ist am Wort. – Bitte schön, Herr Abgeordneter.