Nationalrat, XXVI.GPStenographisches Protokoll51. Sitzung, 22. November 2018 / Seite 157

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Wir sehen, dass die Auswirkungen des Klimawandels mittlerweile überall spürbar sind und wirklich überall wahrgenommen werden können. Wir haben lang anhaltende Perio­den der Trockenheit und auch der Hitze. Es gibt immer wieder auch zu sehr unge­wöhnlichen Zeitpunkten Frostschäden; das wurde auch bereits erwähnt. Speziell dieses Jahr 2018 hat für die Landwirtschaft Schäden in Millionenhöhe mit sich ge­bracht. Wir müssen daher vor allem jene unterstützen, die unter freiem Himmel in der Natur arbeiten und wirtschaften und deren Lebensgrundlage dieses Miteinander mit der Natur ist.

Im Ackerbau beispielsweise liegen die Ausfälle heuer bei 10 bis 15 Prozent. Ganz massiv und auch erstmals in diesem Ausmaß ist speziell das Grünland betroffen. Regional gibt es einen Ausfall von bis zu 40 Prozent der Ernte. Das bedeutet, und auch das wurde heute bereits ausgeführt, zum Teil wirklich eine Existenzbedrohung für die Betriebe.

Wir verstärken Anreize, damit sich Bäuerinnen und Bauern in Österreich zu leistbaren Bedingungen selbst versichern und somit Risikovorsorge betreiben und so Hilfe zur Selbsthilfe nutzen können. Dieser Initiativantrag beinhaltet die Erhöhung der Förderung der Versicherung gegen alle Elementarrisiken von 50 auf 55 Prozent und die Aus­weitung der Versicherungsprämienförderung auf Tierversicherungen. Dafür kommt die Finanzierung zur Hälfte vom Bund, aus dem Katastrophenfonds, und die anderen Mittel kommen von den Bundesländern. Das bedeutet jährlich rund 23 Millionen Euro zusätzliche Fördermittel zur Unterstützung der Risikovorsorge, damit die Bäuerinnen und Bauern sich in Zukunft stärker selbst schützen können.

Ich freue mich sehr über Ihre Zustimmung zu diesem Initiativantrag, weil das wirklich auch den bäuerlichen Familienbetrieben zugutekommen wird und wir die Anwendung der geänderten Förderbedingungen so bereits ab 2019 starten können. – Vielen herz­lichen Dank. (Beifall bei ÖVP und FPÖ.)

16.28


Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Als Nächster zu Wort gemeldet ist Abgeordneter Höfinger. – Bitte.


16.28.34

Abgeordneter Johann Höfinger (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Bundes­minister! Herr Bundesminister! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Hohes Haus! Ja, wir wissen es seit geraumer Zeit: Es vergeht kein Jahr, in dem nicht Rekordmeldungen durchgegeben werden, was unser Klima betrifft. Leider sind es oftmals negative Rekorde, die uns beschäftigen.

Bäuerinnen und Bauern haben den Großteil ihrer Arbeitsstätte und damit ihre Ein­kommensgrundlage in der freien Natur und sind als erste von diesen negativen Rekor­den betroffen. Es sind die Felder, Wiesen und Wälder, die zunehmend unter diesen extremen Witterungsereignissen leiden, denen sie ausgesetzt sind. Hagel, Stürme, Trockenperioden, Dauerregenperioden und Überschwemmungen häufen sich. Wir erleben das in allen Teilen des Bundesgebietes in den letzten Jahren auch bei uns massiv und damit Schäden an den verschiedensten Kulturen, auf den Wiesen, an den Bäumen, in den Wäldern, den Verlust der Futtergrundlage für die Tierhaltung und damit einhergehend direkte Ertrags- und Einkommensverluste. Die Auswirkungen des Klimawandels sind von niemandem mehr zu leugnen oder zu übersehen.

Unsere Tierhaltungsbetriebe sind immer wieder auch von Seuchen oder Krankheiten betroffen, die eine ständige Bedrohung darstellen. Sowohl in der Flächenbewirt­schaf­tung als auch in der Tierhaltung geht es, wenn einen Betrieb so etwas trifft, um enorme


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