Nationalrat, XXVI.GPStenographisches Protokoll60. Sitzung, 30. Jänner 2019 / Seite 249

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immer auch an die Zukunft denken und danach trachten, dass nachhaltig in die Sicherung der Wälder und letzten Endes auch in den Schutz der Menschen in den alpinen Gebieten investiert wird.

Was meiner Meinung nach aber ganz klar ein Skandal ist, ist die Praxis der Jagd­vergabe in den Bundesforsten. Auf meine Frage, wie die Jagdvergabe erfolgt, ob es eine öffentliche Ausschreibung oder eine öffentliche Versteigerung gibt, bekamen wir im Rechnungshofausschuss nur die lapidare Antwort: Bewährte Pächter werden angeschrieben. – Diese Aussage ist eigentlich fast eine Verhöhnung des Parlamen­tarismus. (Zwischenruf des Abg. Loacker.)

Entweder gibt es Gesetze, die klar vorgeben, wie eine Ausschreibung, eine Jagd­vergabe zu erfolgen hat, oder nicht. Auch auf die einfache Frage, wie viele Jagdreviere es gibt und wie der Erlös aus der Jagdverpachtung verwendet wird, bekamen wir bis zum heutigen Tag keine Antwort. Ich denke, das ist einer Ministerin und der Bun­desforste nicht würdig. Transparenz wird da ganz klar mit Füßen getreten. Kolleginnen und Kollegen! Wir warten auf Antwort, denn letzten Endes handelt es sich auch da um das Steuergeld der Österreicherinnen und Österreicher.

Ich möchte Ihnen noch ein Bild zeigen, auf dem zu sehen ist, wie ein funktionierender Schutzwald aussieht. (Der Redner hält eine Tafel in die Höhe, auf deren Vorderseite eine Berglandschaft mit Schutzwald abgebildet ist. Auf der Rückseite befindet sich eine Kinderzeichnung mit dem Text „Schütz den Wald, so schützt er dich“.) Auch in den Schulen beschäftigen sich die Schüler mit der Aufrechterhaltung des Schutzwaldes: „Schütz den Wald, so schützt er dich“. Auch viele Schülerinnen und Schüler aus dem Osten Österreichs fahren in die alpinen Gebiete und betreiben dort Wintersport, fahren Ski. Ich hoffe, dass sich in nächster Zeit sehr rasch sehr vieles ändert, im Sinne der Sicherheit der Menschen und der Touristen in Österreich. – Ich danke für Ihre Aufmerk­samkeit. (Beifall bei der SPÖ.)

22.41


Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Zu Wort gemeldet ist Frau Abgeordnete Lintl. – Bitte, Frau Abgeordnete.


22.41.42

Abgeordnete Dr. Jessi Lintl (FPÖ): Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Rechnungs­hof­präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Wie mein Vorredner schon aus­geführt hat, hat der Rechnungshof festgestellt, dass die heimischen Schutzwälder in einem nicht zufriedenstellenden Zustand sind. Ich möchte einige Kritikpunkte aus dem Rechnungshofbericht herausgreifen.

Ein gut strukturierter und vor allem stufiger Baumbestandsaufbau war auf vielen Schutzwaldflächen nicht vorhanden. Das ist ein wichtiger Punkt, denn Laub- und Mischwälder sind insgesamt stabiler gegen Wind und Stürme und resistenter gegen Schädlingsbefall und auch unempfindlicher bezüglich klimatischer Veränderungen. Der einschichtige Bestandsaufbau in unseren Schutzwäldern sowie das hohe Baumalter von über 140 Jahren bei der Hälfte des untersuchten Bestandes bergen ein hohes Risiko. Die angestrebte Schutzwirkung für den Siedlungsraum und dessen Infrastruktur geht immer mehr verloren. Wie wichtig aber diese Schutzwaldfunktion für unser Bun­desgebiet ist, haben wir in den vergangenen Wochen gesehen: Außergewöhnlich intensive Schneefälle, meterhohe Schneeverwehungen und die damit einhergehende Lawinengefahr waren enorm. Ein intakter Wald ist aber das A und O einer Abwehr von Naturgefahren für Mensch und Tier.

Im Bundesforstegesetz ist die bestmögliche Sicherung und Weiterentwicklung der Schutzfunktion der Waldflächen verankert. Die Bundesforste AG bewirtschaftet die


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