2763/J XXVII. GP

Eingelangt am 09.07.2020
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Anfrage

 

der Abgeordneten Henrike Brandstötter, Michael Bernhard, Kolleginnen und Kollegen

an die Bundesministerin für Justiz

betreffend Kinderschutz

 

rzlich wurde in Niederösterreich ein Mann verhaftet, der seine drei eigenen Kinder, sowie die Tochter einer Freundin, jahrelang missbraucht hat. Die grausamen Bilder der Taten bot er auf einschlägigen Websites und über WhatsApp an. Ebenso sind vor Kurzem vier Männer in Wien vor Gericht gestanden, weil sie in der Justizanstalt Mittersteig einen Kinderpornoring betrieben haben sollen. Zwei der Männer wurden bereits rechtskräftig verurteilt. Auch Europol registrierte in den vergangenen Monaten einen signifikanten Anstieg von Fällen von Kindesmissbrauch und Austausch von Kinderpornografie-Material. Üblicherweise werden bei Europol monatlich rund 100.000 Fälle von sexueller Ausbeutung gemeldet, im März dieses Jahres schnellte die Zahl im Lockdown auf eine Million und sank im Mai wieder ab. "Rat auf Draht" zählte in der gleichen Zeit ein Drittel mehr Anrufe wegen Gewalt an Kindern.

Die unterfertigten Abgeordneten stellen daher folgende

Anfrage:

 

1.    Wie viele Anzeigen von sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche gingen jeweils in den Monaten des ersten Halbjahres 2020 ein?

2.    Wie entwickeln sich die Anzeigen aus Frage 1 über den Zeitverlauf? (Bitte um Monatliche oder Quartalmässige Auflistung für die Jahre 2018, 2019 und 2020.)

3.    Werden Erhebungen durchgeführt, wie hoch die Dunkelziffer der nicht angezeigten Fälle sein könnte?

a.    Wenn ja, wie viel Prozent werden zur Anzeige gebracht?

b.    Wenn nein, weshalb nicht?

4.    Welche Auswirkungen hatte die Corona Krise auf die Anzahl der Fälle sexueller Gewalt?