2901/J XXVII. GP

Eingelangt am 21.07.2020
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Anfrage

 

des Abgeordneten Michael Schnedlitz

und weiterer Abgeordneter

an den Bundesminister für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz

betreffend verwehrtes Medikament für Erwachsene bei Spinaler Muskelatrophie

 

Die „Kronen Zeitung“ berichtet in ihrem Zeitungsartikel vom 14. Juli 2020 über das tragische Schicksal von Lukas Kranich. Dieser leidet seit seiner Geburt an der seltenen Muskelkrankheit Spinale Muskelatrophie (SMA), welche zu einem langsamen und schmerzhaften Erstickungstod führt. Seit zwei Jahren gibt es gegen SMA das Medikament Spinraza (Biogen), welches ein Überleben sichert. In Österreich werden Kinder unter 18 Jahren teilweise seit 2017 mit Spinraza behandelt. Die Krankenhäuser verweigern jedoch strikt die Behandlung von Erwachsenen. Leider scheitert es bei den Erwachsenen an der Finanzierung, da sich die Kosten von Spinraza auf 70.000 Euro belaufen. Lukas Kranich scheut für sich und die in Österreich rund 300 von der Krankheit betroffenen Menschen keine Mühe. Unlängst wurde nun auch die Petition „Erstickungstod stoppen“ ins Leben gerufen. Ein Hilferuf, der von der Regierung endlich Gehör finden muss.

 

Die „Kronen Zeitung“ berichtet wie folgt über den sehnlichsten Wunsch von Lukas Kranich:

 

Vonseiten der Regierung wünscht sich Lukas nun Abhilfe. Denn die Finanzierung der Medizin ist wohl nur mit staatlicher Unterstützung möglich. Womit nicht nur Lukas eine lebenswerte Zukunft gesichert wäre…

 

Vor diesem Hintergrund stellen die unterfertigten Abgeordneten an den Bundesminister für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz folgende

 

 

Anfrage

 

 

1.    Wie viele Fälle von Spinaler Muskelatrophie in Österreich sind Ihnen bekannt? (Bitte um genaue Auflistung nach Bundesländer und Alter)

2.    Wie viele unter 18-jährige wurden in Österreich bereits mit Spinraza behandelt? (Bitte um genaue Auflistung nach Bundesländer und Alter)

3.    Welche Behandlungen werden den an Spinaler Muskelatrophie erkrankten Menschen bezahlt?

4.    Bei welchen Behandlungen werden die an Spinaler Muskelatrophie erkrankten Menschen zumindest teilweise finanziell unterstützt?

5.    Wie viele Ansuchen auf finanzielle Unterstützung gibt es? (Bitte um genaue Auflistung nach Bundesländer und Alter)

6.    Wie viele der in Frage 4 genannten Ansuchen wurden bewilligt und wie viele davon abgelehnt? (Bitte um genaue Auflistung nach Bundesländer und Alter)

7.    Wie hoch sind die in Frage 3 genannten Unterstützungen?

8.    Welche Hilfsmittel werden bezahlt?

9.    Für welche Hilfsmittel gibt es Zuschüsse in welcher Höhe?

10. Wie viele Ansuchen für welche Hilfsmittel gibt es? (Bitte um genaue Auflistung nach Bundesländer)

11. Wie viele der in Frage 9 genannten Hilfsmittel wurden bewilligt und wie viele davon abgelehnt? (Bitte um genaue Auflistung nach Bundesländer)

12. Aus welchen Gründen wird Erwachsenen eine Behandlung mit Spinraza verwehrt?

13. Planen Sie in naher Zukunft eine gesamte oder teilweise Kostenübernahme des Medikaments Spinraza?

14.  Welche weiteren Krankheiten gibt es, wo es Medikamente geben würde, die Behandlung jedoch nicht übernommen wird? (Bitte um Beantwortung nach den Kriterien der Fragen 1 bis 13)