3205/J XXVII. GP

Eingelangt am 31.08.2020
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ANFRAGE

 

des Abgeordneten Peter Wurm

und weiterer Abgeordneter

an den Bundesminister für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz

betreffend Schuldnerberatungen: Im Herbst droht Welle an Privatinsolvenzen

 

Aufgrund der Corona-Maßnahmen erhalten Schuldnerberatungen nicht nur österreich- sondern europaweit, deutlich mehr Anfragen verzweifelter Konsumenten. Denn die Fixkosten laufen weiter, während aber die Einnahmen wegfallen. Fachleute rechnen mit einer stark steigenden Zahl von Privatpleiten und gehen auch davon aus, dass es eine „eher unübliche Klientel“ trifft. Christian Neumayer, Geschäftsführer der Schuldnerberatung Wien, rechnet mit einer Steigerung von circa 40 Prozent.

 

Die Schuldenberater gehen zudem davon aus, bald auf eine „eher unübliche Klientel“ zu treffen, wie es weiter hieß. „Menschen aus der Mittelschicht, die bis zur Pandemie gut über die Runden gekommen sind, vielleicht ein Auto oder ein Haus abbezahlen müssen und durch Corona völlig unerwartet in eine finanzielle Schieflage geraten“, so Arbeiterwohlfahrt-Expertin Sabine Weisgram.

 

(https://www.faz.net/aktuell/finanzen/wegen-corona-im-herbst-droht-welle-von-privatinsolvenzen-16898133.html)

 

 

In diesem Zusammenhang stellen die unterfertigten Abgeordneten an den Bundes-minister für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz folgende

 

Anfrage

 

1)    Welche Maßnahmen werden seit Mai diesen Jahren bzw. derzeit seitens Ihres Ressorts gesetzt, um den drohenden Anstieg an Privatinsolvenzen in Österreich entgegenzuwirken bzw. diesen abzuwenden?

2)    Welche Konsequenzen ziehen Sie als Konsumentenschutzminister im Zusammenhang mit der steigenden Anzahl an Privatinsolvenzen im „eher unüblichen Klientel“, wie oben beschrieben?

3)    Inwiefern sehen Sie sich als Konsumentenschutzminister hier in der Eigenverantwortung viele dieser bevorstehenden Privatinsolvenzen, aufgrund den von Ihnen gesetzten Corona-Maßnahmen, mit zu verantworten?