3685/J XXVII. GP

Eingelangt am 07.10.2020
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Anfrage

 

des Abgeordneten Schnedlitz

und weiterer Abgeordneter

an die Bundesministerin für Frauen und Integration im Bundeskanzleramt

betreffend Bildungsbereich als Bremse der Integration

 

Anfang September wurde der diesjährige Integrationsbericht von Integrationsministerin Dr. Susanne Raab veröffentlicht. Dieser weist alarmierende Zahlen und eine große Baustelle im Bereich der Bildung auf. Diverse Medien berichteten darüber, dass rund zwei Drittel der Kinder mit Migrationshintergrund die Bildungsstandards, etwa im Lesen, nicht erreichen. Bedingt sei dies durch die mittlerweile sehr hohe Zahl an Kindern mit nicht deutscher Umgangssprache. In den Pflichtschulen ist diese zuletzt auf 26 Prozent gestiegen. Noch erschreckendere Werte findet man in Wien, denn dort liegt man bei bereits über 50 Prozent.

In diesem Zusammenhang stellen die unterfertigten Abgeordneten an die Bundesministerin für Frauen und Integration im Bundeskanzleramt folgende

 

Anfrage

 

1.    Planen Sie aufgrund der Ergebnisse des Integrationsberichts 2020 weitere Projekte und Maßnahmen um der weiteren Verschlechterung im Bildungsbereich bei Kindern mit Migrationshintergrund entgegenzuwirken?

a.    Wenn ja, welche konkret? (Bitte um Auflistung nach Projekt/Maßnahme, Schultyp, Schulstufe und Bundesland)

b.    Wenn ja, wann sollen diese umgesetzt werden?

c.    Wenn ja, welche finanziellen und personellen Mittel werden dafür benötigt?

d.    Wenn ja, wie hoch sind die jeweiligen Kosten der Projekte/Maßnahmen?

e.    Wenn ja, wie viel Budget steht Ihnen dafür zur Verfügung?

f.     Wenn ja, von wem sollen diese Projekte/Maßnahmen geleitet werden?

g.    Wenn nein, weshalb nicht?

2.    Planen Sie aufgrund der Ergebnisse des Integrationsberichts 2020 weitere Projekte und Maßnahmen in anderen Bereichen?

a.    Wenn ja, welche konkret? (Bitte um Auflistung nach Projekt/Maßnahme, Zielgruppe und Bundesland)

b.    Wenn ja, wann sollen diese umgesetzt werden?

c.    Wenn ja, welche finanziellen und personellen Mittel werden dafür benötigt?

d.    Wenn ja, wie hoch sind die jeweiligen Kosten der Projekte/Maßnahmen?

e.    Wenn ja, wie viel Budget steht Ihnen dafür zur Verfügung?

f.     Wenn ja, von wem sollen diese Projekte/Maßnahmen geleitet werden?

g.    Wenn nein, weshalb nicht?

  1. Befürworten Sie den Ausbau weiterer Deutschförderklassen um der weiteren Verschlechterung im Bildungsbereich bei Kindern mit Migrationshintergrund entgegenzuwirken?

a.    Wenn ja, wie weit sollen die Deutschförderklassen ausgebaut werden? (Bitte um Auflistung nach Schultyp, Schulstufe und Bundesland)

b.    Wenn ja, wann sollen diese ausgebaut werden?

c.    Wenn ja, welche finanziellen und personellen Mittel werden dafür benötigt?

d.    Wenn ja, wie hoch wären die Kosten?

e.    Wenn ja, wie viel Budget steht Ihnen dafür zur Verfügung?

f.     Wenn ja, wie sollte der Leitfaden für die Primarstufe aussehen?

g.    Wenn ja, wie sollte der Leitfaden für die Sekundarstufe aussehen?

h.    Wenn ja, wie sollte der Leitfaden für die Sekundarstufe II und die polytechnischen Schulen aussehen?

i.      Wenn nein, weshalb nicht?

4.    Wird sich der im Regierungsprogramm vorgesehene Beirat für Elementarpädagogik mit den aufgezeigten Problemen des Integrationsberichts beschäftigen?

a.    Wenn ja, in welcher Form?

b.    Wenn ja, wie oft und in welchen Abständen wird der Beirat tagen?

c.    Wenn nein, warum nicht?

5.    Befürworten Sie ein verpflichtendes zweites Kindergartenjahr wie von Katharina Pabel (Leiterin des Expertenrates für Integration) empfohlen?

6.    Wie stellen Sie sicher, dass sich die Ergebnisse im Bildungsbereich vor allem in Zeiten der Corona-Krise nicht noch weiter verschlechtern werden?