19.38

Abgeordneter Mag. Dr. Rudolf Taschner (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Fraglos ist von Geld die Rede, wenn über Kunst und Kultur gesprochen wird. Nie­mand wusste das besser als einst die Medici, die Geldleute im Florenz der Renaissance waren – aber viel wichtiger war, dass sie genauso gut über Kunst und Kultur Bescheid wussten und genau jene entdeckten, die es zu fördern galt. Genau das ist ein Punkt, über den ich hier heute sprechen möchte.

Frau Kollegin Kucharowits hat davon gesprochen, dass es das Kunst- und Kulturland Österreich zu retten gelte. So pathetisch will ich es nicht sagen. Es gab aber in den 75 Jahren der Zweiten Republik in Österreich Zeiten, die wirklich goldene Momente der Kulturförderung waren. Ich denke etwa an Monsignore Otto Mauer, der in seinem Umfeld zum Beispiel – sie sei als eine unter vielen genannt – Ingeborg Bachmann gefördert hat. Ich denke zum Beispiel an Jörg Mauthe und an seinen wunderbaren Imitator Helmut Zilk, unter denen Peymann und vor allem Thomas Bernhard gefördert wurden. Bachmann und Bernhard, das waren Künstler weitab vom Zeitgeist. Darauf kommt es nämlich an, dass man dem Zeitgeist nicht nachhoppelt, sondern wirklich diejenigen erkennt, auf die es ankommt. Das wird dann die Rettung des Kulturlandes, wenn ich so sagen darf, das wird eigentlich in Wirklichkeit die Bedeutung der Kultur darstellen.

Kollege Engelberg hat festgestellt, warum wir uns an Kunst und Kultur erfreuen, aber es ist im Wesentlichen der Punkt, dass Kunst und Kultur natürlich für sich selber stehen, darum ist das niemals normal und es wird niemals eine frühere oder eine spätere Nor­malität geben, wie Frau Kollegin Blimlinger richtig gesagt hat.

Meine sehr verehrten Damen und Herren! Hier in diesem Saale blicken wir auf diese Bilder. Das war damals auch eine Krise, eine kleine Krise. Die Hofburg hat gebrannt, und plötzlich hat ein Wirtschaftsminister, der tatsächlich weitab von jeglichem zeitgeis­tigem Nachhoppeln war, einem Josef Mikl gesagt: Du malst hier diese Bilder! Und diese Bilder erlösen uns von manch schwierigen Reden. Herr Kollege Matznetter und Frau Kollegin Belakowitsch werden sich das sicherlich zu Herzen nehmen. (Heiterkeit bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.) Wir blicken hier auf diese Bilder und können das ertragen. (Beifall bei der ÖVP.)

In diesem Sinne, meine sehr verehrten Damen und Herren, werden der Kulturminister und die Kulturstaatssekretärin nicht daran gemessen werden, ob sie jetzt dem Zeitgeist nachhoppeln, sondern sie werden daran gemessen werden, ob sie in einem Atemzug mit Zilk, mit Mauthe, mit Otto Mauer genannt werden. (Beifall bei ÖVP und Grünen sowie des Abg. Brandstätter. – Abg. Brandstätter: So ist es!)

19.41

Präsident Ing. Norbert Hofer: Zu Wort gelangt Frau Abgeordnete Mag. Ruth Becher. – Bitte, Frau Abgeordnete.