22.50

Abgeordneter Mag. Wolfgang Gerstl (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! (Der Redner trägt ein Gesichtsvisier. Abg. Yılmaz: Am Pult reden wir ohne Maske! Der Redner nimmt das Gesichtsvisier ab.)  Vielen Dank für die Erinnerung, es war keine Absicht, dass ich die Maske oben gelassen habe. (Abg. Yılmaz: Ich schau auf so was! Heiterkeit bei der SPÖ.)

Was braucht man, wenn man durch eine Krise geht, als Erstes? – Ein funktionierendes Krisen- und Katastrophenmanagementsystem! Daher darf ich Ihnen, Herr Bundesminister, im Namen aller Österreicherinnen und Österreicher ganz besonders danken: ein Danke an das Krisen- und Katastrophenmanagement des Innenministeriums, das diese Aufgabe übernommen hat (Beifall bei der ÖVP Heiterkeit und Zwischenrufe bei den NEOS) ein Krisen- und Katastrophenmanagement, das am 25. Februar bereits die Arbeit aufgenommen hat, ganz intensiv mit einem 24/7‑Kurs, und das es ermöglicht hat, dass die Gesundheitsbehörden sich eingliedern und danach auch ein eigenes System für die Gesundheit aufbauen können (Abg. Loacker: Wo haben sich die eingegliedert?), denn in der Zusammenarbeit sind wir stark und in der Zusammenarbeit bekämpfen wir das Virus. Daher, meine Damen und Herren, ist es so wichtig, dass man dann, wenn es schwierig ist, zusammenhält und dass man ein solches Virus auch entsprechend bekämpft.

Was in solchen Zeiten auch wichtig ist, Herr Kollege Einwallner, ist, dass man objektive Daten wirklich nennen darf, und daher ist es ganz wichtig, dass man die objektiven Daten nennt. Meine Damen und Herren, wenn Herr Landeshauptmann Kaiser darauf hinweist, dass in Kärnten seit 1. Mai nur eine Person neu infiziert ist und dort derzeit überhaupt nur eine Person infiziert ist (eine Grafik mit dem Titel „Kärnten, Zuwachs = 1“ in die Höhe haltend, auf der die Zahl der Infektionen durch eine flache Kurve dargestellt ist), dann ist es für ihn ganz verständlich, dass er sagt, er möchte sich von Wien unterscheiden (eine Grafik mit dem Titel „Wien, Zuwachs + 604 Fälle = + 23,86%“ in die Höhe haltend, auf der die Zahl der Infektionen durch eine steile Kurve dargestellt ist), weil es in Wien seit 1. Mai plus 604 Fälle gibt, sprich eine Steigerung von bald 24 Prozent. (Zwischenrufe bei der SPÖ. Abg. Loacker: Da funktioniert ... vom Innenministerium nicht in Wien!)

Es ist daher ganz, ganz wichtig, dass man, wenn es objektive Daten gibt, so wie Landeshauptmann Kaiser sagt, die Dinge unterschiedlich behandelt, meine Damen und Herren – unterschiedliche Ausgangssituationen, andere Antworten! (Beifall bei der ÖVP. Abg. Loacker: Eine Beleidigung der Intelligenz der Zuhörer ist das! Zwischenruf des Abg. Vogl.)

Ich brauche Ihnen daher gar nicht mehr zu sagen (ein Schriftstück in die Höhe haltend, auf dem Bezirke und die entsprechenden Fallzahlen aufgelistet sind) – ich habe mir das gestern aus dem EMS ausdrucken lassen –: Die elf stärksten Bezirke von ganz Österreich hinsichtlich der Fallentwicklungen sind alles Bezirke von Wien. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Na klar, es ist die Aufgabe von jedem, der Verantwortung in dieser Stadt trägt, und von jedem, der Verantwortung auf Bundesebene trägt, dass er sich dieser Fälle annimmt, denn: Worum geht es? Wir wollen alle keine zweite Welle. Die heißt es zu vermeiden, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP. Abg. Loacker: Ist es in den ÖVP-Bezirken besser als in den roten Bezirken?)

Daher darf ich mit Henry Ford enden. Er hat gesagt: „Zusammenkunft ist ein Anfang.“ – So wie hier. – „Zusammenhalt ist ein Fortschritt. Zusammenarbeit ist der Erfolg.“ – Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)

22.53

Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Als Nächste zu Wort gemeldet ist Frau Abgeordnete Schatz. – Bitte.