9.48

Abgeordnete Mag. Dr. Sonja Hammerschmid (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geschätzte Frau Ministerin! Herr Staatssekretär! Liebe Kolleginnen und Kollegen und Zuseherinnen und Zuseher vor den Fernsehschirmen! Forschung, Innovation, Ent­wicklung – der mediale Fokus war in den letzten Wochen sehr stark auf diese Themen gerichtet und so groß, glaube ich, wie überhaupt noch nie – zumindest kann ich mich nicht daran erinnern. Das ist eine Anerkennung, um die die Universitäten, die Fachhoch­schulen, die forschenden Unternehmen, der ganze außeruniversitäre Forschungssektor wirklich seit Jahrzehnten gerungen haben – jetzt ist diese Anerkennung endlich da. Wa­rum ist sie da? – Weil Forschung, Innovation, Wissenschaft die Lösungen für die Be­kämpfung dieser Coronakrise entwickeln und liefern können.

Wir lesen in den Zeitungen täglich die Daten aus medizinischen Studien, von Virologen, von Epidemiologen, und die Menschen und die Politik in diesem Land warten sehnsüch­tig darauf, dass wir eine Medikation oder einen Impfstoff in die Hände bekommen, um dieser Coronapandemie zu entkommen.

Worüber wir weniger sprechen, das sind die Institutionen, die diese Forschungsleis­tungen erbringen. Ich freue mich sehr, dass ich in den letzten Wochen drei Firmennamen immer wieder in den Medien lesen durfte, die heute große, richtungsweisende For­schungsprojekte und Kooperationen leiten. Darunter sind die Unternehmen Apeiron, Themis und Apeptico. Das sind drei Unternehmen, die ich zu meiner Zeit als Bereichs­leiterin für Technologie und Innovation bei der Austria Wirtschaftsservice GmbH noch anfinanzieren und auf den ersten Schritten begleiten konnte.

Apeiron ist die wahrscheinlich am besten bekannte Firma von Josef Penninger, der eine multizentrische internationale Studie mit einem Wirkstoff aus seiner Forschungspipeline starten konnte, und es wird sehr viel Hoffnung darauf gelegt, dass das wirkt. Das Unter­nehmen Themis testet bereits einen Impfstoff, basierend auf der Forschungstechnolo­gieplattform, die entwickelt wurde, und in diese Technologieplattform haben Investoren schon vor der Coronakrise über 100 Millionen Euro investiert. Gestern hat Merck Sharp & Dohme dieses Unternehmen um eine nicht verlautbarte Summe gekauft: Das ist Forschung, Technologie und Innovation made in Austria. Apeptico koordiniert ein EU-gefördertes Projekt zur Suche nach einem Coronamedikament mit einer klinischen Stu­die auch hier an der Med-Uni Wien. Was uns das zeigt, ist recht einfach: Forschungs­förderung wirkt. (Beifall bei der SPÖ.) Weil wir vor zehn Jahren in diese Unternehmen unsere Hoffnungen gesetzt haben, weil wir mit Seedfinancing die ersten Euro in diese Unternehmen investiert haben, sind wir heute so weit, dass diese Unternehmen schnell, rasch und effizient Medikationen auf den Markt bringen können.

Forschungsförderung wirkt, liebe Frau Ministerin, nicht nur im Bereich der Medizin, son­dern auch in den Bereichen Klimawandel, New Technologies, Green Technologies. Das sind genau Ihre Felder, deren Bedeutung Sie auch stark betont haben. Da braucht es mehr Geld, da braucht es mehr Anstrengung, von da können die Lösungen kommen. Ich würde Sie also wirklich bitten und motivieren: Kämpfen Sie – das war auch vorher schon Thema – um dieses lang ersehnte Forschungsfinanzierungsgesetz verbunden mit einem Wachstumspfad!

Was wir jetzt im Budget sehen, ist kein Wachstumspfad. Wir haben das Forschungsfi­nanzierungsgesetz noch nicht – dieses wurde im Sommer noch in Begutachtung ge­schickt, damit wir dann schnell sein können, aber darauf warten wir noch –, und der Wachstumspfad ist auch nicht gegeben. Die paar Millionen mehr gehen in die Ipcei-Pro­jekte, und ja, das ist gut, das muss auch so sein, aber das ist nicht das, was ich mir für Forschungsfinanzierung und Forschungsförderung in Österreich wünsche.

Ich bitte Sie inständig: Bleiben Sie da dran, legen Sie Ihr Hauptaugenmerk darauf, denn all die Maßnahmen, die Sie jetzt mit viel Leidenschaft angeführt haben, gibt es nur, weil Forschung und Innovation drinstecken und weil wir auf diesem Wissen und diesen Er­rungenschaften auch im Klimawandel, in diesen Technologien aufbauen können!

Es braucht ausreichende Dotierung, es braucht den Wachstumspfad – ich habe es schon gesagt –, es braucht ausreichende Forschungsförderung, es braucht mehrjährige Planungssicherheit für die Agenturen und Autonomie. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)

9.52

Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Schmu­ckenschlager. – Bitte.