11.39

Abgeordnete Dipl.-Kffr. (FH) Elisabeth Pfurtscheller (ÖVP): Frau Präsidentin! Sehr geehrte Frau Ministerin! Sehr geehrter Herr Staatssekretär! Ich bin jetzt die dritte Tiro­lerin in der Reihe und ich hoffe, Sie halten es mit uns noch aus.

Ich habe mir für meinen Redebeitrag aus Ihrem wirklich sehr, sehr umfangreichen Kapitel ein Thema herausgesucht (die Rednerin schaut auf ihr Tablet) – und jetzt ist genau das passiert, was ich befürchtet habe, nämlich dass meine Rede weg ist, aber okay, ich kriege es auch so hin –, das im Budget vielleicht nicht mit der höchsten Summe dotiert ist, das ich aber für unglaublich wichtig halte, vor allem für den ländlichen Raum.

In den dünn besiedelten Gebieten – mein Wahlkreis ist ein solches Gebiet – werden wir immer, auch wenn es einen wirklich tollen und intensiven Öffiausbau geben wird, den Privat-Pkw brauchen. Der Individualverkehr, so ehrlich müssen wir sein, wird in den dünn besiedelten Gebieten immer auch notwendig sein. Die Menschen werden für die letzte Meile, wie sie immer genannt wird das ist bei uns dann aber nicht nur ein Kilometer, sondern das sind eher 20 oder 30 Kilometer –, immer den Pkw brauchen. Deswegen ist es mir so wichtig, dieses Thema jetzt kurz mit Ihnen anzudiskutieren.

Wir im ländlichen Raum wollen natürlich auch unseren Beitrag zur CO2-Einsparung und zur Klimaneutralität leisten, deswegen ist es unglaublich wichtig, dass Geld in die For­schung für die alternativen Antriebe gesteckt wird. Sie haben dafür im Budget 20 Mil­lionen Euro vorgesehen, das freut mich ganz besonders. Ich wünsche Ihnen auch sehr viel Erfolg, denn genau diese alternativen Antriebe wird es in Zukunft brauchen, um eben die entsprechenden Einsparungen auch im ländlichen Raum sicherstellen zu können. Natürlich braucht es auch weiterhin die Anreizsysteme für die Menschen, dass sie auf alternative Systeme umsteigen, zum Beispiel eben auf E-Autos. Es braucht sozusagen eine Art von Belohnung, wie auch immer die ausschaut.

Was man auf gar keinen Fall vergessen darf und in nächster Zeit stark forcieren soll, ist der Ausbau der Ladeinfrastruktur, sowohl im privaten als auch im öffentlichen Bereich.

Ich komme noch ganz kurz zu einem Thema, das mir sehr wichtig ist, das ich für un­glaublich fortschrittlich und vorausschauend halte und das meiner Ansicht nach in der Diskussion in letzter Zeit ein bisschen zu kurz gekommen ist: das autonome Fahren. Ich glaube, dass gerade auch im ländlichen Raum das teilautonome und autonome Fahren für die Zukunft sehr wichtig sein wird. Es wird Möglichkeiten geben, dass es zum Beispiel Abholdienste gibt, die automatisch in Dörfern funktionieren, und andere Dinge, wie zum Beispiel auch die Verkehrsregelung und das Tempo an stark befahrenen Landstraßen mithilfe des teilautonomen Fahrens zu regeln. Da wir sowieso sehr viel Geld in den Ausbau des Breitbands und in den Ausbau der 5G-Stationen stecken, glaube ich, dass wir das auch dafür nutzen sollten, diese Möglichkeiten, diese digitalen Möglichkeiten, das autonome Fahren stark zu forcieren. Meine Bitte an Sie ist also, auf diese Themen nicht zu vergessen.

Damit Sie mich nicht falsch verstehen: Ich bin natürlich total dabei und unterstütze alle Initiativen für den Öffiausbau, egal, ob das Bahn, Bus, Straßenbahn, U-Bahn betrifft, aber die Menschen im ländlichen Raum brauchen auch den Individualverkehr und sind genauso auf leistbare Mobilität angewiesen. Deswegen meine große Bitte an Sie, auch in diesem Bereich stark zu forcieren. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP.)

11.43

Präsidentin Doris Bures: Nun hat sich die Frau Bundesministerin zu Wort gemeldet. – Bitte.