14.25

Abgeordnete Bedrana Ribo, MA (Grüne): Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Ministerin! Hohes Haus! Geschätzte Zuseherinnen und Zuseher! Wir haben gestern und heute hier über viele Themen debattiert. Ein Thema habe ich aber vermisst. Es ist nicht direkt in einer bestimmten UG zu finden, betrifft aber fast alle UGs. Es ist eine typische Quer­schnittmaterie, bei der es schwer ist, auch Zahlen zu nennen.

Meine Damen und Herren! Ich spreche von Seniorinnen und Senioren. Eine Zahl habe ich: Anfang 2020 lebten in Österreich 1,7 Millionen Seniorinnen und Senioren. (Zwi­schenruf des Abg. Zanger.) Es sind so viele wie nie zuvor, und die Zahl wächst. Die Definition von SeniorInnen ist die, dass man sie ab einem Alter von 65 so nennt. Also ich persönlich kann mit dieser Definition nicht viel anfangen, denn ich kenne ganz viele 65-Jährige, die fitter als 55-Jährige von früher oder sogar fitter als ich sind, also da ändert sich etwas. Die heutigen Seniorinnen und Senioren leben länger, leben gesünder, sind bis ins hohe Alter fit, geistig sowie körperlich, und das ist natürlich gut so.

Für mich als Sprecherin für Pflege und SeniorInnen ist es ganz wichtig, dass man Se­niorInnen nicht immer mit Pflege gleichsetzt. Nicht alle SeniorInnen sind pflegebedürftig und nicht alle Pflegebedürftigen sind SeniorInnen. Damit man aber bis ins hohe Alter am gesellschaftlichen Leben teilhaben kann, braucht es in der heutigen Zeit eben neben dieser körperlichen und geistigen Fitness auch die Kenntnisse über digitale Medien.

Sie sind zu einem wichtigen Kriterium für die soziale Teilhabe in unserer Gesellschaft geworden, auch für die SeniorInnen. Das hat sich bereits vor Corona abgezeichnet, in der Coronakrise hat sich das verstärkt und es wird weiterhin so bleiben.

Die letzten Wochen haben gezeigt, dass auch nach der Coronakrise Digitalisierung von SeniorInnen Priorität haben muss. Ich habe in der Krise mit einigen SeniorInnen ge­sprochen, und neben dem Thema Corona und all den Schwierigkeiten, die dazukamen – Einsamkeit war zum Beispiel ein wichtiges Thema –, haben ganz viele wirklich glücklich davon erzählt, dass sie Kontakt mit ihren Enkelkindern, mit ihren Kindern, mit ihren Freundinnen und Freunden über Videokonferenzen haben konnten.

Das war nur möglich, weil sie eben die technischen Ausrüstungen dafür hatten und weil sie sich zum Teil auskannten oder Freunde und Bekannte hatten, die ihnen da unter die Arme griffen. Es gab leider aber auch SeniorInnen, zum Beispiel in den Pflegeheimen, die länger darauf warten mussten, dass sie Kontakt mit ihren Familien haben konnten, weil – zum Beispiel, so wurde mir berichtet – die Internetverbindung im Pflegeheim so schlecht war, aber auch die Laptops und die technischen Ausrüstungen nicht vorhanden waren – und das, bitte, im Jahr 2020.

Wollen wir die Digitalisierung vorantreiben – und das wollen wir, das ist ja in fast jedem UG-Punkt im Budget zu finden –, dann müssen wir auch diese Versäumnisse beheben. Es ist unsere Aufgabe, unsere Seniorinnen und Senioren mit entsprechender Unterstüt­zung auf die zunehmende Digitalisierung vorzubereiten, sie zukunftsfit zu machen.

Wir PolitikerInnen – diese SeniorInnen, diese 1,7 Millionen Menschen haben uns ja auch gewählt – müssen also dafür entsprechende Rahmenbedingungen schaffen, und die Se­niorInnen bei der Digitalisierungsoffensive unbedingt mitdenken. Wir müssen beispiels­weise dafür sorgen, dass es genügend geförderte Digitalisierungskurse gibt. Sie müssen natürlich niederschwellig und breit aufgesetzt werden, auch in den ländlichen Regionen. Es ist aber auch die Aufgabe der Pflegeheime – die nehme ich da auch in die Pflicht –, für die technische Ausrüstung und für Verbesserungen zu sorgen.

Die Digitalisierung im Bereich der SeniorInnen darf nach Corona nicht außer Acht ge­lassen werden. Das muss ein wichtiges, gemeinsames parteiübergreifendes Ziel wer­den. Danke. (Beifall bei den Grünen.)

14.29

Präsident Ing. Norbert Hofer: Zu Wort gelangt Herr MMMag. Dr. Axel Kassegger. – Bitte, Herr Abgeordneter.