16.39

Abgeordnete Dipl.-Ing. Olga Voglauer (Grüne): Herr Präsident! Gospod prezident! Spoštovane dame in gospodje! Werte Kolleginnen und Kollegen! Sehr geehrte Frau Bundesminister! Ich merke, es gibt auch hier immer noch Sturm, und auch in der Landwirtschaft haben wir mit Sturm zu kämpfen, in der Landwirtschaft haben wir mit Hitze, Dürre und Starkregen zu kämpfen, und wir kommen damit zurecht – nicht gut, noch nicht gut –, und auch in diesem Hause kommen wir anscheinend mit unterschiedlichen Bedingungen unterschiedlich gut zurecht. (Beifall bei den Grünen.)

Nehmen wir das Beispiel aus der Landwirtschaft, wie man zurechtkommen könnte! Eine Landwirtschaft, die mit den derzeitigen Herausforderungen zurechtkommt, ist eine, die sich der Natur verpflichtet, ist eine, die es in dieser Klimakrise versteht, CO2 zu binden, und die einen österreichischen Weg hin zur krisenfesten Landwirtschaft geht. Die Kernaufgabe der Landwirtschaft ist die Sicherung der Ernährung der österreichischen Bevölkerung, ist die Sicherstellung des Gefühls, dass wir nicht hungern werden – ähnlich wie bei unserem Budget –, die Sicherstellung der Gewissheit: Es wird genug da sein, damit wir unseren Weg gehen können. Wenn wir es eilig haben, dann sollten wir langsam gehen, keine Husch-pfusch-Pakete schnüren, sondern im Blick haben, dass wir an einer guten Zukunft bauen.

Wie kann das in der Landwirtschaft gelingen? – Es kann gelingen, indem wir öffentliche Gelder für öffentliche Leistungen verwenden, das heißt, die ökologische Kompensation, die die Landwirtschaft leistet, auch abgelten. Es sind gerade Biobäuerinnen und Biobauern, die unseren Boden schützen, die nachhaltig unser Grundwasser schützen, die den Erhalt der Artenvielfalt als klare Priorität ihrer Tätigkeit sehen. (Beifall bei Abgeordneten der Grünen.)

Wir haben in unserem Regierungsübereinkommen ganz klar definiert, dass bei der zukünftigen Umsetzung von Maßnahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik auf nationaler Ebene diese auf Klimatauglichkeit geprüft werden und einer Umweltfolgenabschätzung unterzogen werden. Das heißt ganz klar, wir prüfen, welchen Fußabdruck die Landwirtschaft hinterlässt. Und glauben Sie mir eines: Niemandem in diesem Haus sind unsere bäuerlichen Betriebe, unsere bäuerlichen Familien egal. Es ist niemandem wurscht, wenn zu wenig Geld vorhanden ist, um die monatlichen Rechnungen bezahlen zu können – egal ob es Bäuerinnen und Bauern sind, ob es die Kassiererin ist, ob es der Rechtsanwalt ist, ob es der Arzt ist oder irgendjemand anderer.

Wir alle leben in einem gerühmten Österreich, wir werden es gemeinsam schaffen, dass wir alle eine gute Zukunft vor uns haben werden – und wir werden auch diese Krise meistern, sei es jetzt in Zeiten von Corona, sei es später. Wenn wir in 15 Jahren zurückblicken, werden wir sagen können: Jawohl, wir haben die Trendwende geschafft und die Klimakrise abgewendet – für unsere Kinder und Enkel.

Es freut mich besonders, dass letzte Woche die Bioökonomiestrategie der Europäischen Kommission vorgestellt wurde, dass die Farm-to-Fork-Strategie vorgestellt wurde, denn damit hat sich Wesentliches verändert: Wir haben die Konsumentinnen und Konsumenten mit ins Boot geholt. Ich sage das schon seit zwei Jahrzehnten, in denen ich mich mit Landwirtschaft beschäftige: Die wichtigsten Partnerinnen und Partner der Landwirtschaft sind die KonsumentInnen, und sie sind auch unsere gemeinsamen BotschafterInnen.

Wir werden es gemeinsam schaffen, die Landwirtschaft in eine Zukunft zu bringen, in der wir 50 Prozent weniger Pestizide einbringen werden. Wir werden es zukünftig schaffen, der Bevölkerung völlig transparent zu machen, woher die Lebensmittel kommen, denn darauf hat sie ein Recht, nämlich zu wissen: Wo werden die Lebensmittel produziert, wo werden sie verarbeitet und was findet sich in ihnen? Gerade das wird jetzt mit der Farm-to-Fork-Strategie in Angriff genommen.

Corona hat es gezeigt, wir brauchen nicht in die Ferne zu schweifen, denn das Gute liegt bei uns so nahe. Ob es Fleisch, Milch, Brot oder Gemüse sind, kaufen wir es von den Bäuerinnen und Bauern nebenan und bauen wir eine visionäre und zukunftsfähige Landwirtschaft! (Beifall bei Grünen und ÖVP.)

16.43

Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Zu Wort gemeldet ist Abgeordneter Hauser. – Bitte.