18.12

Abgeordnete Irene Neumann-Hartberger (ÖVP): Frau Präsidentin! Geschätzte Frau Ministerin! Herr Minister! Hohes Haus! Die Bundesregierung bekennt sich im Regierungsprogramm sehr deutlich zur heimischen Land- und Forstwirtschaft, zum Erhalt der bäuerlichen Familienbetriebe und auch zur Verbesserung der Kennzeichnung von Lebensmitteln.

Die verpflichtende Herkunftskennzeichnung von verarbeiteten Lebensmitteln stellt eine langjährige, zentrale Forderung der Arge Bäuerinnen, der Landwirtschaftskammern und des Bauernbundes dar. Seitens der Interessenvertretung arbeiten wir seit Jahren mit vielen unterschiedlichen Aktionen an der Sensibilisierung und der Bewusstseinsbildung bei den Konsumentinnen und Konsumenten für den Griff zu österreichischen Lebensmitteln im Regal. Dazu braucht es im Gegenzug eine einfache und deutlich erkennbare Herkunftskennzeichnung.

An die Kolleginnen und Kollegen der freiheitlichen Fraktion, weil es auch von Ihnen einen Antrag dazu gibt: Ja, ich stimme Ihnen zu, die verpflichtende Herkunftskennzeichnung für verarbeitete Lebensmittel brauchen wir. Ich frage mich nur: Warum haben Sie das in Ihren Jahren als Regierungspartei (Heiterkeit des Abg. Vogl) und noch dazu mit der Zuständigkeit in Ihrem Ressort nicht längst umgesetzt? Ich bin aber überzeugt davon, dass uns das jetzt gelingen wird. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)

Die Verbraucherinnen und Verbraucher haben nämlich ein Recht darauf, leicht zu erkennen, woher ein Produkt stammt, das sie kaufen möchten. Dieses Wissen wollen wir bereits bei Schulkindern durch Lehrinhalte im Bereich der Lebensmittelkompetenz und Verbraucherbildung schaffen.

Die Krise hat der Bevölkerung verdeutlicht, dass es unsere Bäuerinnen und Bauern sind, die Lebensmittel 365 Tage im Jahr produzieren. Die Wertschätzung für regionale und saisonale Produkte ist schlagartig gestiegen. Nutzen wir dieses neue Verständnis! Helfen wir alle mit! Seien wir Vorbild beim Griff ins Regal! Geben wir österreichischen Produkten den Vorzug! Es müssen nicht Erdbeeren im Jänner sein oder ein Steak, das um den halben Erdball fliegt.(Abg. Loacker: Fragen Sie die ÖVP, was Sie einkaufen sollen!)

Ich möchte an dieser Stelle dir, Frau Ministerin, für den kürzlich abgehaltenen Regionalitätsgipfel danken, verbunden mit der Bitte und der Forderung, die öffentliche Beschaffung auf 100 Prozent regional und saisonal umzustellen, auch im Sinne der Klimaneutralität, und zwar nicht erst bis 2025, sondern ehestmöglich. – Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)

18.15

Präsidentin Doris Bures: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Christoph Stark. – Bitte.