14.07

Abgeordneter Ing. Martin Litschauer (Grüne): Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Minister! Hohes Haus! Sehr geehrte Damen und Herren vor dem Fernseher und via Livestream! Ja, es freut mich auch, heute über Konsumentenschutz sprechen zu können, und ich möchte vielleicht auch gleich mit einem persönlichen Beispiel beginnen.

Ich bin Elektrotechniker und ich bin es durchaus gewohnt, Geräte zu reparieren, wenn sie kaputt werden. Vor einiger Zeit war mein Tintenstrahldrucker defekt, und die Analyse hat ergeben, dass der Druckkopf, kurz nach der Garantie, kaputt war. An und für sich ist das eine einfache Reparatur. Dieses Teil bekommt man natürlich in keinem Geschäft, jetzt wollte ich es beim Hersteller bestellen. Es hat sich herausgestellt, dass der Druckkopf 59 Euro kostet, das ganze Gerät aber mit neuen Tintenpatronen und so weiter bereits um 69 Euro zu erhalten ist. – Daran sieht man, dass vom Hersteller die Reparatur von solchen Teilen, obwohl sie ganz einfach möglich wäre, gar nicht gewünscht und betriebswirtschaftlich eigentlich unmöglich gemacht wird.

Ich denke, das ist schon auch ein Ansatz, bei dem man nachbohren muss, genauso wie bei dem Umstand, dass bei den Geräten sehr oft bereits ihr Ablaufdatum kurz nach Ablauf der Garantie miteingebaut ist. Da freut es mich schon, dass vor allem auch der VKI in diesem Bereich tätig ist und den Herstellern auf die Finger schaut, denn ich glaube, es kann nicht Strategie sein, dass die Produkte für die Müllhalde designt werden, also kurz nach der Garantie kaputt werden, um danach die neuen Geräte wieder verkaufen zu können.

Der Verbraucherschutzkommissar Reynders hat sich für mehr Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft ausgesprochen. Ich denke, genau diese Initiativen wird es auch brauchen, damit wir in Zukunft unser Müllproblem ein bisschen runterbekommen, aber auch damit der Konsument mehr von den Produkten hat.

In diesem Bereich müssen wir, glaube ich, aber auch sehr, sehr viel mehr über Standardisierungen sprechen, denn die Ersatzteilpolitik vieler Konzerne ist nicht unbedingt konsumentenfreundlich. Wenn Sie mit dem Auto in die Werkstatt fahren und der Ölwechsel steht an, stellt man sich schon die Frage, warum man für fast jedes Auto einen eigenen Ölfilter braucht, obwohl es im Grunde genommen reichen würde, wenn es vier, fünf Typen gäbe, die man dann für den Austausch verwenden könnte. Das wäre ein Bereich der Standardisierung, der dem Konsumenten nämlich auch bei den Ersatzteilkosten entgegenkommen würde, weil das die Kosten nach unten bringen würde.

Besonders aktiv und erfolgreich, glaube ich, war der VKI im Bereich des Energieanbieterwechsels, und zwar nicht nur weil er gute Ergebnisse bei der Ausschreibung für die Verträge erzielt hat, sondern weil sich herausgestellt hat, dass die Stromkunden sehr oft Probleme haben, die Rechnung überhaupt zu lesen. Ich denke, da muss man schon ansetzen, denn auch wenn jetzt Smartmeter kommen und noch mehr Daten produzieren, nützt uns das relativ wenig, wenn der Konsument diese Daten nicht entsprechend aufbereitet bekommt und damit auch zu keiner Energieeinsparung kommt, weil er es nicht versteht. Wir brauchen da neue Schnittstellen, die auch bei den Smarthomes wirken, die wirklich helfen, online und zeitnah die Daten verwalten zu können und auch Energiemanagement zu betreiben. In vielen Bereichen der Digitalisierung und so weiter werden wir den VKI noch brauchen, weil er da auch bei der Normung unterstützt.

Deswegen bin ich sehr froh, dass wir hier die Finanzierung für den VKI geschafft haben, und bedanke mich auch noch einmal sehr herzlich für die viele, viele Arbeit, die dort geleistet wird, und auch für die finanzielle Ausstattung des Konsumentenschutzes. Ich freue mich darauf, dass wir viele, viele andere Themen, die es in diesem Zusammenhang noch braucht, auf den Weg bringen werden. – Danke. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)

14.12

Präsident Ing. Norbert Hofer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Peter Schmiedlechner. – Bitte schön.