15.18

Abgeordnete Gabriela Schwarz (ÖVP): Herr Präsident! Herr Minister! Hohes Haus! Sehr verehrte Zuseherinnen und Zuseher! Zu Beginn gleich einmal eine Klarstellung gegenüber Herrn Kollegen Kaniak: Du hast gesagt, du würdest, wenn du hier sitzen würdest, nicht mehr so ruhig sein. Ich kann nur eines sagen: Wir alle sind sehr froh, dass Rudolf Anschober als Minister hier sitzt. Das freut mich sehr, denn die Zusammenarbeit mit ihm ist äußerst konstruktiv, wie du ja auch im Gesundheitsausschuss mitbekommen hast, wo sehr wohl auch deine Anregungen und Ideen aufgenommen werden. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch: Wo genau? Wo genau, welche Anregungen?!)

Auch wenn Kollege Kucher meint, wir bedanken uns zu viel, denke ich (Zwischenruf des Abg. Kucher): Für gewisse Dinge kann man sich nicht zu oft bedanken, Philip; ich glaube, dass es notwendig ist, dass wir uns gerade in diesen Zeiten bei den Menschen bedanken, die dieses solidarische Gesundheitssystem aufrechterhalten. Da stimmst du mir sicherlich zu. Man kann nur all jenen Menschen Danke sagen – und nicht oft genug –, die in den vergangenen Wochen bewiesen haben, wie wertvoll und solidarisch unser Gesundheitssystem ist: Ich rede von der Ärzteschaft sowohl im niedergelassenen als auch im Spitalsbereich, ich rede von allen in den Pflegeberufen, aber auch von den pflegenden Angehörigen, die ebenfalls unheimlich viel übernommen haben, von den Rettungsorganisationen, Sozialversicherungen und so weiter. 

Ich möchte heute, am Tag der Frauengesundheit, besonders den Frauen danken, denn wir wissen, ein großer Anteil in der Medizin ist weiblich. Frauen übernehmen wahnsinnig viel Verantwortung, auch als alleinerziehende Mütter, für ihre Familien, für ihre Kinder, zum Beispiel gerade was das Thema Prävention betrifft.

Ja, es ist richtig, wir haben uns in den Koalitionsverhandlungen sehr mit dem Thema Prävention – das beginnt bei Ernährung und geht bis Bewegung – auseinandergesetzt. Ich glaube schon, dass jede und jeder Einzelne von uns da auch aufgefordert ist, in Eigenverantwortung etwas beizutragen, nämlich nicht erst zum Arzt zu gehen, wenn es notwendig ist, sondern vielleicht durchaus einmal in Erwägung zu ziehen, eine Vorsorgeuntersuchung zu machen, die Stiegen statt den Lift zu nehmen, eine tägliche Bewegungseinheit zu machen – das beginnt in der Kindheit und endet im Alter –, denn unser aller Ziel muss es sein, dass wir gesund alt werden.

Ein weiteres Thema, das Philip Kucher angesprochen hat – Philip?; jetzt ist er gerade beschäftigt, aber es ist trotzdem wichtig –, ist die psychische Gesundheit. Ja, du hast vollkommen recht, wir werden versuchen, alle Berufsgruppen, die mit der psychischen Gesundheit zu tun haben – das geht von der Psychiatrie über die Psychologie bis zur Psychotherapie; wir wissen zum Beispiel, dass Kinder- und Jugendpsychiatrie ein Mangelfach ist, dieser Zustand gehört dringend behoben –, an einen Tisch zu bekommen. (Abg. Kucher: Aber wann?) – Noch vor dem Sommer; ich lade dich herzlich ein, in einer ersten Gesprächsrunde mit dabei zu sein, in der es darum geht: Wie können wir alle gemeinsam dieses Thema angehen?

Wir brauchen selbstverständlich mehr kassenfinanzierte Therapieplätze, das wissen wir. Es darf auch kein Tabu sein, wenn man eine psychische Krankheit hat oder beeinträchtigt ist, ich halte das für enorm wichtig. Da bedarf es aller Berufsgruppen, da bedarf es auch unseres Zuspruchs und unserer Mitwirkung: Wie können wir das wirklich tauglich aufstellen, dass jeder und jede – egal welchen Alters, welchen Einkommens, welchen Geschlechts – in Österreich zu der Betreuung und der Behandlung kommt, die ihm oder ihr zusteht? Wie gesagt, du bist herzlich eingeladen, das mit uns gemeinsam zu machen, denn uns allen ist auch die psychische Gesundheit in Österreich ganz wichtig.

Ich freue mich, dass sich der Minister da wirklich committet hat, dass er das mit uns gemeinsam möglichst zeitnahe angehen wird. – Vielen herzlichen Dank dafür und schon jetzt vielen herzlichen Dank für deine (in Richtung Abg. Kucher) Mitarbeit. – Danke schön. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)

15.22

Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Loacker. – Bitte.