16.10

Abgeordneter Dr. Werner Saxinger, MSc (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Minister! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Sehr geehrte Damen und Herren! Corona hat die Stärken, aber auch die Schwächen unseres Gesundheitssystems schonungslos aufgezeigt, aber zur Beruhigung von uns allen: Unser Gesundheitssystem ist in der Krise stark und hat die bisherigen Herausforderungen gut gemeistert. Unsere Ressourcen wurden glücklicherweise bei Weitem nicht gebraucht und wir wissen jetzt, dass wir auch solch eine Krise durch eine ausreichende Anzahl an Intensivbetten, stationären Betten und auch durch eine gute Zusammenarbeit meistern können.

In unseren Spitälern wurden Ressourcen für mögliche Infizierte geschaffen und nicht unbedingt nötige Operationen und Behandlungen verschoben, aber die Abteilungen, Ambulanzen und Ordinationen waren stets geöffnet. Es fand eine Zusammenarbeit des Bundes, der Spitäler, der Abteilungen, der Länder statt, und auch im niedergelassenen extramuralen Bereich wurde koordiniert. Es wurden Patienten untersucht und behandelt, um die Spitalsambulanzen zu entlasten.

Ein großer Gewinner dieser Krise ist die Telefonhotline 1450, weil sie nun jeder kennt. Es hätte jahrelanger Bemühungen und Werbekampagnen bedurft, um diese Telefonhotline so unter die Leute zu bringen und bekanntzumachen. Der ursprüngliche Sinn und Zweck von 1450 wurde perfekt erfüllt, nämlich eine verpflichtende Information für Patienten zu schaffen, ob sie nun eine medizinische Behandlung brauchen, und wenn ja, wo die idealen Bedingungen für diese Behandlung zu finden sind. Diese sogenannte Patientensteuerung, diese Triagierung, die wir alle so dringend brauchen, um die vorhandenen Strukturen perfekt im Sinne und zum Wohle der Patienten umzusetzen, hat funktioniert. Ich hoffe, dass allen klar ist, dass eine hochspezialisierte Spitalsambulanz nicht primär zum Entfernen einer Zecke aufgesucht werden soll.

Liebe Kolleginnen und Kollegen, es haben sich aber auch Schwächen offenbart: Wir hatten zu wenig Handschuhe, Masken, Schutzmäntel, Desinfektionsmittel. Corona zeigt uns recht deutlich: Wenn wir eine gute Gesundheitsversorgung haben wollen, dann dürfen wir nicht nur auf die Effizienz und die Kosten schauen, sondern auch darauf, was die Systeme leisten, was sie leisten sollen und wie die Zusammenarbeit erfolgt. Das wird aber mehr Geld kosten und auch mehr Personal brauchen; aber das wissen wir.

Ich verstehe unter einer verantwortungsvollen Gesundheitspolitik, den Österreicherinnen und Österreichern ihr gutes Gesundheitssystem zu bewahren, die Lehren aus dieser Krise zu ziehen und eine sinnvolle Weiterentwicklung zu forcieren. Da geht es zum Beispiel um eine Aufwertung des kassenärztlichen Bereichs, um eine bessere Zusammenarbeit mit den Spitälern, um neue Versorgungsformen, um die Behebung des Ärztemangels, um den Facharzt für Allgemeinmedizin, um die Digitalisierung, um den Ausbau der Prävention und, und, und.

Sie sehen, es mangelt nicht an Ideen, wir haben viele davon. Packen wir es doch gemeinsam an! Natürlich gilt zum Wohle unserer Gesundheit auch weiter die AHA-Formel: A für Abstand, H für Hygiene und das zweite A für Alltagsmasken in besonderen Situationen. – Danke. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)

16.13

Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Mir liegen keinerlei Wortmeldungen mehr zur Untergliederung 24 vor, und daher sind die Beratungen zu diesem Themenbereich beendet.

Ich bedanke mich bei Minister Anschober für seine Anwesenheit.