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Abgeordneter Peter Wurm (FPÖ): Ja, vielleicht doch noch ganz kurz: Also die Wortspiele mit meinem Familiennamen halte ich ja relativ leicht aus, Frau Kollegin. Ich darf aber, wenn Sie mir mangelndes Finanzwissen vorwerfen, schon darauf hinweisen, dass ich doch einige Dinge aufklären müsste oder sollte.

Zum Ersten würde ich es einfach fair finden, vor allem von der ÖVP, aber zum Teil auch von den NEOS, wenn man vielleicht erklärt, warum man sich für die Banken derartig ins Zeug haut. Das sollte man ganz klar sagen. Natürlich gibt es Banken, die ein gutes Lobbying betreiben, auch über Abgeordnete, sodass halt die Interessen der Banken dann stärker sind als die der Konsumenten.

Zum Fachlichen darf ich auf Folgendes hinweisen – das wissen wahrscheinlich auch in Ihren Reihen nur Abgeordnete, die vielleicht schon länger als zwei Jahre im Parlament sind –: Wir haben bei der SVA, also bei der Sozialversicherung der Selbständigen, bereits einen Deckel von maximal 4,5 Prozent für Verzugszinsen eingezogen. Fragen Sie da bei den entsprechenden Kollegen der ÖVP einmal nach! Das geht also sehr wohl. Wenn es die Sozialversicherung der Selbständigen nicht als kommunistisch empfindet, dann sollte man, glaube ich, auch im Sinne der Konsumenten darüber nachdenken, einen gewissen Deckel einzuziehen.

Ich bleibe dabei: Es gibt das UWG, und dieses UWG sagt grundsätzlich ganz klar, dass Preiswucher verboten ist. Was sich im Bereich der Überziehungszinsen in Österreich abspielt, ist Preiswucher zum Schaden der Konsumenten.

Vielleicht noch einmal kurz zu den Ausführungen des Kollegen Wöginger, der sich jetzt so über das Ergebnis vom Sonntag mit 20 Prozent in Wien freut. Ich gratuliere ihm recht herzlich. 20 Prozent sind super. Wir haben schon mehr gehabt, wir werden auch wieder mehr haben. (Heiterkeit bei Abgeordneten der ÖVP.) Ein bisschen Demut würde ich jedoch auch der ÖVP raten; das stünde Ihnen ganz gut an, glaube ich.

Genau für solche Sachen kämpfen wir. Die Menschen werden auch wieder merken, dass nur die Freiheitlichen für sie da sind, wenn es dann einmal eng wird. Sie werden das merken, und die Wähler werden – ja, ich spüre schon leichte Angst aufkommen – uns wieder Vertrauen schenken, weil sie merken werden, dass in letzter Konsequenz die Freiheitlichen die soziale Heimatpartei und für sie da sind. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)

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