Abgeordneter Dietmar Keck (fortsetzend): Ich danke, Frau Präsidentin. (Heiterkeit bei Abgeordneten der FPÖ.)

Meine Damen und Herren, was sagt denn der Frühstarterbonus aus? – Da heißt es, alle Menschen, die vom 15. bis zum 20. Lebensjahr arbeiten, kriegen 60 Euro dazu, denn damit hilft man den Frauen, weil die Frauen benachteiligt sind. Das war auch heute in vielen Reden so zu hören. Wenn ich mir dann anschaue, dass 32,9 Prozent der Pflichtschulabgänger ins Erwerbsleben einsteigen und von diesen 32,9 Prozent der Pflichtschulabgänger, die ins Erwerbsleben einsteigen, 89 Prozent Männer sind, dann wird klar, dass die ganze Diskussion, die da läuft, überhaupt nicht stimmt.

Mit diesem Frühstarterbonus hilft man ja nicht den Frauen, sondern man nimmt den Männern, die mit 15 zu arbeiten anfangen, die in Wirklichkeit 47 Jahre arbeiten gehen müssen, Geld weg. Nach den Pensionssystemen, die wir jetzt haben, nimmt man ihnen Geld weg und gibt ihnen ein Almosen in Höhe von 60 Euro. Das ist das Ganze, was da herauskommt, meine Damen und Herren, sonst nichts. (Beifall bei der SPÖ.)

Meine Damen und Herren, wenn ich mir dann anschaue, wie hier über die Höhe der Pensionen diskutiert wird, dann kann ich nur eines sagen: Wenn einer eine hohe Pension haben will, dann soll er zum Hochofen gehen, dann soll er in eine Gießerei gehen! Dann kriegt er all die Zuschläge, die seine Pension erhöhen: Dann hat er noch Zuschläge dabei, die seine Pension erhöhen, dann hat er Überstundenzuschläge, die seine Pension erhöhen, und dann hat er Schichtarbeitszuschläge, die seine Pension erhöhen. Darum haben diese Menschen eine hohe Pension: weil sie ihr Leben lang schwer gearbeitet haben, meine Damen und Herren! (Beifall bei SPÖ und FPÖ.)

Diesen Menschen jetzt wirklich Geld zu stehlen, ist aus meiner Sicht eine Verkommenheit, die ihresgleichen sucht. Das habe ich in diesem Haus noch nicht erlebt, was sich momentan hier abspielt!

Dann, meine Damen und Herren, hört man, das sei eine Aufwertung der Lehre – na sensationell! Eine Aufwertung der Lehre, wenn man jemandem am Ende des Berufslebens 400 Euro wegnimmt und dafür 60 Euro gibt, wenn er in die Lehre geht: Wo ist denn das eine Aufwertung? – Jeder wird es sich überlegen, eine Lehre zu machen, weil er weiß, dass ihm am Ende seines Berufslebens Geld gestohlen wird, meine Damen und Herren! Das ist das, was hier passiert. (Beifall bei der SPÖ.)

Lassen Sie uns von Fairness im Pensionssystem redet! – Meine Damen und Herren, jetzt bringe ich einmal die Zahlen, die diskutiert werden sollten. Wenn man ein faires Pensionssystem haben will, dann muss man auch Zahlen korrigieren. Schauen wir uns das an: Es gibt momentan 1,98 Millionen Pensionistinnen und Pensionisten im ASVG-System, es gibt in der VAEB – das betrifft Eisenbahnen und Bergbau – 35 000, es gibt in der Sozialversicherungsanstalt der Selbständigen 195 000 und in der Sozialversicherungsanstalt der Bauern 168 000 Menschen in Pension. Wie schauen die Zuschüsse bei den einzelnen Pensionen aus? – Für die PVA, also für die ASVG-Versicherten, gibt es 3,7 Milliarden Euro Zuschüsse vonseiten des Bundes. Das heißt, diese Menschen zahlen sich 89 Prozent ihrer Pensionen selbst, meine Damen und Herren – 89 Prozent der Pensionen zahlen sich die selbst! Was bekommt man sonst an Zuschüssen? – Jetzt nehme ich die SVA und die Sozialversicherungsanstalt der Bauern zusammen, damit komme ich auf 363 840 Personen, und die miteinander bekommen 3,5 Milliarden Euro an Zuschüssen, meine Damen und Herren!

Reden wir von einer fairen Pension! Ich will auch faire Beiträge von allen in das Pensionssystem einbezahlt haben, dann können wir von einer fairen Pension reden, aber denen, die faire Beiträge zahlen, am Ende des Berufslebens noch etwas wegzunehmen, meine Damen und Herren, das ist etwas äußerst Verwerfliches! (Beifall bei SPÖ und FPÖ.)

17.12

Präsidentin Doris Bures: Zu einer tatsächlichen Berichtigung hat sich Herr Abgeordneter Scherak zu Wort gemeldet. – Bitte, Herr Abgeordneter.