19.39

Abgeordnete Maria Großbauer (ÖVP): Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Staatssekretärin! Hohes Haus! Vielleicht kurz zu meinen Vorrednern: Kollege Drozda, ich verstehe ja, dass Sie das Kulturbudget schlechtreden müssen, vielleicht ja deshalb, weil es Sie ein bisschen ärgert, dass Staatssekretärin Andrea Mayer und auch Finanzminister Blümel etwas geschafft haben, das Sie leider nie erreicht haben, nämlich eine Steigerung des Kulturbudgets in einem Jahr um 30 Millionen Euro. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)

Kollege Reifenberger, wenn Minister Blümel als Kultur- oder Finanzminister Verantwortung hatte, dann hat das Kulturbudget immer eine Steigerung erfahren – also das der Vollständigkeit halber vorweg.

Ich möchte mich aber an Sie wenden, sehr geehrte Künstlerinnen und Künstler, Kulturmanagerinnen und -manager, Kulturvermittlerinnen, -vermittler, alle, die in der Kunst und Kultur tätig sind. Es ist uns allen bewusst – auch meiner geschätzten Kollegin Eva Blimlinger und auch der Bundesregierung –, die wir uns hier im Parlament sehr, sehr für Sie einsetzen, dass es für Sie in jeder Hinsicht eine enorme Belastung ist. Diese Krise ist für Sie eine enorme finanzielle Belastung, eine psychische Belastung wegen existenzieller Sorgen, vielleicht aber auch deshalb, weil Sie gerade Ihren Beruf, der vermutlich auch eine Berufung für Sie darstellt, nicht ausüben können.

Ich möchte Ihnen ausdrücklich für die hoch professionellen Bemühungen danken, die Sie die letzten Monate mit Sicherheitskonzepten und vielem mehr geleistet haben. Trotz aller Anstrengungen ist es leider so, dass zuletzt über 77 Prozent aller Neuinfektionen nicht mehr rückverfolgbar waren und somit überall ein Risiko besteht, wo Menschen zusammenkommen, auch in der Kultur – auch wenn meine persönliche Wahrnehmung ist, dass da besonders vorbildlich und professionell gearbeitet wurde.

Umso wichtiger ist es deshalb jetzt, dass die budgetäre Ausstattung für diesen Bereich, der gerade in Österreich so besonders wichtig und bedeutend ist, gegeben ist. Dieses Budget 2021 mit einem Plus von 30 Millionen Euro, nämlich für das reguläre Budget, ist wirklich sensationell. Das Geld kommt ja zusätzlich zu den über 200 Millionen Euro, die diese Bundesregierung zur Abfederung der Coronakrise bereits bereitgestellt hat.

Was hat Kulturstaatssekretärin Mayer nun mit diesen 30 Millionen Euro vor? – Ich würde sagen: Vieles, Gutes und Nachhaltiges hat sie vor. Man kann es in drei Teile gliedern: Einerseits sollen wichtige Strukturen und Institutionen unterstützt werden, auch einige sozusagen Langbaustellen aufgelöst werden, Künstlerateliers saniert, die Albertina Modern in den Regelbetrieb geführt werden; das filmische Erbe muss gesichert werden.

Der zweite Teil, sozusagen das zweite Drittel, betrifft, unterstützt und investiert in bauliche Sanierungsprojekte, die seit vielen, vielen Jahren wichtig sind und anstehen. Zwei kulturelle Beispiele wie auch touristische Leuchttürme in Österreich sind zum Beispiel das Festspielhaus in Salzburg und die Seebühne in Bregenz. Das Volkstheater in Wien ist auch darunter. Auch gibt es 10 Millionen Euro für die freie Szene, für das zeitgenössische Kunstschaffen.

In diesem Zusammenhang möchte ich ganz besonders hervorheben, dass der Österreichische Musikfonds maßgeblich aufgestockt wird, nämlich von 580 000 auf 1,2 Millionen Euro verdoppelt wird. Das ist ein langjähriger und sehr richtiger Wunsch der Musikszene in Österreich. Der Musikfonds unterstützt professionelle Musikproduktionen aller Musikgenres von Musikschaffenden in Österreich – und das im nächsten Jahr mit doppelt so viel Budget.

Frau Staatssekretärin, ich danke Ihnen für dieses hervorragende Kulturbudget, und ich freue mich auf die weitere Zusammenarbeit. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)

19.43

Präsident Ing. Norbert Hofer: Nächste Rednerin ist Henrike Brandstötter. – Bitte, Frau Abgeordnete.