15.12

Abgeordneter Franz Hörl (ÖVP): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Frau Bundesminister! Meinen Vorrednern möchte ich sagen, das Vertrauen in diese Regierung ist grenzenlos. Wenn Sie aber den Grünen in einem Jahr zutrauen wollen, das Klima zu retten, dann gibt nur eines zu sagen: Wir tun das Mögliche, Wunder dauern etwas länger. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)

Frau Bundesminister! Ich darf Ihnen zum Gesamtbudget Ihres Ressorts gratulieren. Kollege Gahr hat schon die Vorzüge der Mobilität und die Ziele, die Sie vorhaben, gelobt, ich darf die Regionalbahn noch dranhängen. Ich danke auch für das Budget. Wir werden das bei der Zillertalbahn natürlich pfleglich und gut verwenden, damit wir auch hier einen Schritt weiterkommen.

Wenn ich mir Ihr Budget in der UG 43, Klima, Umwelt und Energie, anschaue – 681 Millionen Euro –, sind das fast 1 Prozent des gesamten Budgets, in den Folgejahren noch einmal eine Steigerung, die in Richtung Zweieinhalbfaches geht: Auch dazu eine große Gratulation! Das ist viel Geld, mit dem man clever arbeiten kann. Dass Sie clever agieren, habe ich Ihnen ja grundsätzlich auch schon ein paarmal gesagt und mehrmals behauptet.

Wenn ich behaupte, es geht in die falsche Richtung, nämlich in die Ihnen nahestehenden NGOs, dann fassen Sie das bitte nicht als Lob auf, weil ich nämlich glaube, dass sie gerade, was Bewilligungen betrifft, die Verfahren eher aufblasen wollen.

Wenn wir uns hier die Fakten anschauen: Unser gemeinsames Ziel ist die Reduktion von CO2 und die Dekarbonisierung, das ist das rot-weiß-rote Projekt, für das wir eintreten. Schauen Sie sich die nackten Zahlen an! Der gesamte Energiebedarf Österreichs auf der Basis 2019 aus den fossilen Energiequellen Öl, Erdgas, Kohle beträgt ungefähr 199 000 Gigawattstunden. Ein Ausstieg aus diesen fossilen Energiequellen in allen Sektoren, und zwar im Verkehr, in der Industrie – ich sage nur Voest, H2, also Wasserstoff –, aber auch in Gebäuden und so weiter, führt zu einem Mehrbedarf an anderen Energiequellen. Das ist ja logisch. Wenn Sie jetzt davon ausgehen, dass dieser Bedarf durch Strom aus erneuerbaren Quellen abzudecken ist, brauchen wir alleine dafür 182 Wasserkraftwerke in der Größenordnung Freudenau oder 31 000 Windkraftanlagen oder, wenn wir die Tiroler Strategie hernehmen und das nur mit PV machen wollen, heißt das 80 Prozent der Dächer und pro Gemeinde vier Fußballfelder. Ist das möglich? – Ich glaube nicht.

Schauen wir uns aber weiter an, wie lange die notwendigen Genehmigungsverfahren für derartige Projekte dauern, die wir gerade im Bereich der Stromerzeugung brauchen! Die Netzleitungen in Salzburg: 76 Monate, 6,3 Jahre. 380-kV-Leitung in der Steiermark; Burgenland, Rotenturm: 6,3 Jahre. Das Kraftwerk Kaunertal hat acht Jahre gedauert, das Speicherkraftwerk Kühtai weitere zehn Jahre, und wenn ich im Ötztal Tumpen hernehme, hat das über zwölf Jahre gedauert. Wie also kann der Bedarf an neuen Quellen mit diesen heute schon schleppenden Verfahren zusammengehen? – Das überlasse ich Ihrer Vorstellungskraft. Ich glaube nur, wir sollten daran arbeiten, dass Verfahren effizienter, kürzer und erfolgreicher durchgeführt werden, damit wir da auch die notwendige Energie erzeugen können. (Beifall bei der ÖVP.)

Die große Frage bleibt: Woher kommt die notwendige Energie, die wir brauchen, damit wir aus dem Karbonzeitalter herauskommen? Ich bitte Sie, arbeiten Sie daran, dass die Bewilligungen schneller, besser und effizienter gehen, denn das sind in Wahrheit die elektrisierendsten Fragen der Gegenwart! – Herzlichen Dank. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Kassegger: Franz, recht hast du!)

15.16

Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Zu Wort gemeldet ist Frau Abgeordnete Ecker. – Bitte.