15.26

Abgeordneter Michael Seemayer (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Herr Staatssekretär! Kolleginnen und Kollegen! Natürlich ist es gut, wenn mehr Budget für den Bereich Mobilität und somit auch für den Ausbau des öffentlichen Verkehrs zur Verfügung steht, auch, wenn derzeit vermehrt im Homeoffice gearbeitet wird und Schülerinnen und Schüler, Studentinnen und Studenten daheim bleiben, weil die Schulen zugesperrt sind – ein bisschen zugesperrt, haben wir heute schon gelernt, aber sie sollen nicht hinfahren. Es wird allerdings wieder die Zeit kommen, in der man vermehrt zum Arbeitsplatz, zur Schule oder zur Uni pendelt.

Viele pendeln täglich hin und her. Ob dieses Pendeln so klimafreundlich wie möglich geschehen kann, hängt natürlich von mehreren Faktoren ab: Welches Verkehrsmittel wird grundsätzlich genutzt? Ist die Benutzung eines öffentlichen Verkehrsmittels überhaupt möglich? Gibt es überhaupt eine Anbindung des Wohnortes oder auch des Arbeitsplatzes an das öffentliche Verkehrsmittel? Welche Arbeitszeiten haben die Betriebe? – Das ist ein ganz wichtiger Faktor. Fährt überhaupt ein öffentliches Verkehrsmittel zu Beginn und am Ende des Arbeitstages, und wie sieht es mit den Wartezeiten aus? Lange Wartezeiten sind natürlich hinderlich, wenn es um die Entscheidung geht, ob man öffentlich fährt oder den Pkw nimmt. Nur die wenigsten wohnen direkt neben dem Bahnhof oder neben einer Haltestelle, somit ist oft auch die Nutzung von mehreren Verkehrsmitteln erforderlich. Der Ausbau von Park-and-ride-Anlagen spielt dabei eine wesentliche Rolle. Wenn man sich nur manche Situationen rund um die Bahnhöfe in Erinnerung ruft, glaube ich, ist es dringend notwendig, dass man danach handelt. Das ist auch im Budget abgebildet.

Allerdings sollte nicht nur das Abstellen vom eigenen PKW ohne lange Parkplatzsuche möglich sein, sondern es stellt sich auch immer öfter die Frage: Wo stelle ich denn mein Fahrrad ab? Immer mehr Menschen sind auf E-Bikes und somit auf teure Räder umgestiegen und stellen sich die Frage, wo sie ihr Fahrrad sicher und versperrbar abstellen können. Frau Ministerin, Sie haben unter dem Motto Bike-and-ride im Ausschuss angekündigt, auch da Investitionen zu tätigen. Ich glaube, das ist dringend notwendig. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Bürstmayr.)

Was aber auch immer öfter zu beobachten ist – mir fällt das auch auf dem Linzer Bahnhof auf –: dass viele zwei Fahrräder und ein öffentliches Verkehrsmittel benutzen. Sie fahren vom Wohnort zum Bahnhof, dann fahren sie mit dem Zug, und vom Bahnhof mit dem zweiten Fahrrad zur Arbeitsstätte, weil das durch die Stadt schneller geht. Das ist ganz normal und auch gut so. Aber es ist natürlich auch problematisch, wenn jemand das Fahrrad mit dem öffentlichen Verkehrsmittel mitnehmen will. Für die Mitnahme von Fahrrädern bräuchte man, glaube ich, innovative Lösungen. Ob das Pendeln mit einem öffentlichen Verkehrsmittel möglichst klimaschonend ist, kommt auch auf das Verkehrsmittel selbst an. Eine Investition in die Elektrifizierung der noch stromlosen Bahnstrecken ist natürlich notwendig, und eine Dekarbonisierung der Busflotten ist nicht nur eine Investition in den Klimaschutz, sondern sie bringt auch Aufträge für unsere Betriebe und sichert somit Arbeitsplätze. Das wird dringend benötigt, genau das müssen wir momentan machen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)

 

 

15.30

Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Zu Wort gemeldet ist Abgeordnete Reiter. – Bitte.