13.28

Abgeordnete Dipl.-Kffr. (FH) Elisabeth Pfurtscheller (ÖVP): Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Ministerin! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Liebe Zuseher und Zuseherinnen! Als Erstes möchte ich mich sehr herzlich bei unserem Herrn Präsidenten Sobotka bedanken, dass er heute in der Früh den ProponentInnen der Kampagne Orange the World ermöglicht hat, hier bei uns im Hohen Haus Werbung für ihre Kampagne zu machen. Es geht ja um 16 Tage gegen Gewalt an Frauen, und ich glaube, man kann gar nicht oft genug darauf hinweisen, dass diese Kampagne nächste Woche starten wird. Sie beginnt am Mittwoch, dem 25.11., der Herr Präsident hat uns aber die Unterlagen (einen Folder mit der Aufschrift „Orange The World“ in die Höhe haltend) heute schon auf den Tisch gelegt, weil wir ja nächste Woche keine Plenarsitzung haben.

Ich habe gestern in meiner Rede gesagt, der Schutz von Frauen vor Gewalt und der Schutz von Kindern vor Gewalt ist eine gesamtstaatliche Aufgabe, und daher möchte ich Sie alle hier im Hohen Haus, aber auch sie alle vor den Bildschirmen aufrufen, bei dieser Kampagne ab nächster Woche mitzumachen. Es ist wichtig, dass wir dieses Tabuthema enttabuisieren, dass möglichst viel in den Medien und in der Gesellschaft über das Thema Gewalt an Frauen und Kindern gesprochen wird. Jede einzelne Person, die auf Frauen und Kinder aufpasst, die sich einmischt, die schaut, dass keine Gewalt passieren kann, ist wichtig.

Daher mein Aufruf: Bitte machen Sie alle mit! (Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.)

Jetzt aber zum gegenständlichen Antrag: Es geht um das Brustkrebsscreening. Frau Kollegin Ecker hat es schon gesagt: Es gibt in Österreich schon seit einigen Jahren ein Brustkrebsscreeningprogramm, es nennt sich „früh erkennen“. Dieses Programm wird von Medizinern sehr gelobt. Es hat ein sehr gutes Einlademanagement: Derzeit werden Frauen im Alter zwischen 45 und 69 Jahren alle zwei Jahre eingeladen, zum Brustkrebsscreening zu gehen. Das ist natürlich gratis für die Frauen, es wird von der Krankenkasse bezahlt. Alle anderen Frauen – egal ob sie jünger oder älter sind – können sich natürlich auch melden, wenn sie glauben, dass sie untersucht werden sollten, und auch sie bekommen die Kosten im Normalfall von der Krankenkasse erstattet.

Zu dem Antrag, den Frau Kollegin Ecker eingebracht hat, dass die Altersbegrenzung nach oben aufgehoben wird, wird meine Kollegin Meri Disoski später noch etwas sagen. Wie gesagt, es gibt dieses Programm. Es läuft auch im Normalfall sehr gut, circa 4 600 Frauen pro Jahr erkranken, und durch dieses Screeningprogramm werden diese Erkrankungen entdeckt. Leider, leider sterben jedes Jahr auch circa 1 500 Frauen an Brustkrebs.

Während des Lockdowns im Frühjahr war es aber so, dass die Einladungen für das Screening teilweise ausgesetzt worden sind. Ärzte haben dann Alarm geschlagen, dass in der Zeit des Lockdowns circa 40 Prozent weniger Mammakarzinome entdeckt worden sind, und das bedeutet ja nicht, dass sie nicht da sind, sondern dass sie eben nicht entdeckt worden sind.

Wir wissen ja eigentlich alle, dass Früherkennung gerade in diesem Fall sehr, sehr wichtig ist, daher ist es natürlich uns allen auch ein großes Anliegen, dass das nicht mehr passieren kann, dass egal in welcher Situation wir uns gerade befinden, in welcher Situation das Gesundheitssystem sich befindet, oder in welcher Phase der Krise wir sind, solche Vorsorgeuntersuchungen genauso in Anspruch genommen werden können wie sonst auch, und auch, dass die Frauen und auch Menschen, die andere Krankheiten haben, entsprechend darauf aufmerksam gemacht werden, dass Vorsorgeuntersuchungen nötig sind.

Ich glaube, mit unserem Antrag setzen wir ein Signal, dass uns Frauengesundheit unglaublich wichtig ist, und ich möchte Sie alle – vor den Bildschirmen – dazu aufrufen, ja keine Vorsorgeuntersuchungen auszulassen, weil jetzt Krise ist. Alle Ärzte haben ihre Ordinationen geöffnet, und jeder, der Behandlung braucht, wird auch behandelt. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)

13.33

Präsident Ing. Norbert Hofer: Nächste Rednerin ist Frau Abgeordnete Gabriele Heinisch-Hosek. – Bitte schön, Frau Abgeordnete.