13.07

Abgeordneter Mag. Dr. Rudolf Taschner (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Sehr geehrte Frau Abgeordnete Kuntzl, dankenswerterweise haben Sie doch noch ein paar gute Teile gefunden; viele Haare in der Suppe, kommt mir vor, aber ich glaube, das ist eine Sache des Blickpunktes.

In Wirklichkeit handelt es sich dabei um eine sehr gute Initiative, dass wir eine Struktur für den Quereinstieg geschaffen haben. In vielerlei Hinsicht wird das ermöglichen, neue Berufsfelder zu eröffnen. Ich möchte sagen, dass sich das Ministerium in diese Richtung auch außerordentlich bemüht hat; namentlich erwähnen möchte ich Frau Sandra Allmayer und Maximilian Richter. Man hat wirklich dafür gesorgt, dass den Universitäten eine Möglichkeit für den Quereinstieg geboten wird – in der Art und Weise, dass er international auch Beachtung finden wird.

Egal, ob diese Titel jetzt international genauso lauten oder nicht, das ist nicht der Punkt. Der Punkt ist, dass wir, insbesondere auch was das Lehramt anlangt, große Hoffnungen haben, dass diese Initiative für viele Menschen eine Möglichkeit zu einer besseren Karriere darstellen wird; wiewohl natürlich das Arbeitsfeld, wenn man nicht Akademiker ist, ja in keiner Weise irgendwie abträglich ist. Also ich würde sagen, dass ein gut ausgebildeter Herrenschneider unter Umständen ein weitaus höheres soziales Ansehen genießt, abgesehen vom Finanziellen, als irgendein Bachelor of irgendeine administration. Wie dem auch sei. (Beifall bei der ÖVP.)

Ich darf doch noch ganz kurz auf die Titel zurückkommen: Es ist vielleicht auch ganz gut, dass diese Titel Bachelor Professional, Master Professional hinter den Namen gesetzt werden. Titel haben zweierlei Funktionen: Die eine Funktion ist die wesentliche, dass man weiß, bei dieser Person kann man dieses Vorwissen, diese Kenntnisse voraussetzen. Die andere Funktion des Titels ist, dass man eine gewisse Distinktion in gesellschaftlicher Hinsicht hat, und der vorgesetzte Titel erlaubt diese Distinktion viel besser durchzuführen als der nachgesetzte Titel. Insofern sind die nachgesetzten Titel vielleicht ein Weg in die Zukunft, wiewohl wir in einem barocken Land natürlich die vorgesetzten Titel lieben und ihr langsames Verschwinden bedauern werden, aber dieses Bedauern hält sich bei mir in gewisser Hinsicht in Grenzen.

Es ist viel besser, dass wir hier ein gutes Gesetz für den Quereinstieg schaffen, ein gutes Gesetze dafür schaffen, dass Strukturen vorhanden sind, dass wir wissen, dass die Senate bestimmen können, wie das Curriculum aussehen wird, dass wir wissen, dass diejenigen Personen, die diesen nachgestellten Titel haben, auch wirklich ein weites Feld an erfolgversprechenden Berufen ins Auge fassen können.

Ein gutes Gesetz, ich sehe keine Haare in der Suppe – wir werden mit Begeisterung zustimmen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)

13.09

Präsident Ing. Norbert Hofer: Zu Wort gelangt Mag. Dr. Martin Graf. – Bitte schön.