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Budget - Glossar

K

KameralistikKameralistik

Die Kameralistik, auch kameralistische oder kamerale Buchführung, ist ein Verfahren der Buchführung, das zumeist in der öffentlichen und kirchlichen Verwaltung angewendet, jedoch zunehmend durch andere Verfahren ersetzt wird.

Kameralistik bezeichnet eine Buchführungsmethode, die durch Zuordnung der Zahlungsströme nach Finanzjahren und eine Einnahmenüberschussrechnung gekennzeichnet ist. Sie beruht dabei auf der periodenbezogenen Abbildung von Zahlungsströmen, in der zahlungswirksame Einnahmen und Ausgaben eine Verbuchung auslösen. Andere Wertveränderungen werden hingegen nicht abgebildet. Im Unterschied dazu wird bei der Buchführungsmethode der Doppik auf zweiseitigen Konten (Soll- und Habenseite) gebucht, eine periodengerechte Abgrenzung von Zahlungsvorgängen vorgenommen und eine vollständige Vermögensrechnung geführt.

KennzahlKennzahl

Eine Kennzahl ist eine quantitative Maßeinheit, die in Zahlen ausdrückbare Informationen wiedergibt (z. B. Anteil der aufgehobenen Bescheide). In der wirkungsorientierten Haushaltsführung sollen die definierten Kennzahlen als quantitative Messgrößen direkt oder indirekt Auskunft über die Erreichung des Wirkungsziels geben.

Konsultations-mechanismusKonsultations-mechanismus

Der Konsultationsmechanismus ist eine Vereinbarung zwischen Bund, Ländern und Gemeinden zur Abstimmung von Gesetzesvorhaben und Verordnungen insbesondere hinsichtlich der finanziellen Auswirkungen. Durch die Vereinbarung werden Regelungen über die Kostentragung für den Fall getroffen, dass rechtsetzende Maßnahmen einer Gebietskörperschaft andere am Finanzausgleich beteiligte Gebietskörperschaften mit Kosten belasten. Der Konsultationsmechanismus beinhaltet unter anderem wechselseitige Informationspflichten mit der Gelegenheit zur Stellungnahme über alle rechtsetzenden Maßnahmen. Bund, Länder und Gemeinde- oder Städtebund können in einem solchen Fall Verhandlungen über die Finanzierung in einem Konsultationsgremium verlangen. Diesem gehören bei Vorhaben des Bundes an: der/die BundeskanzlerIn, der/die VizekanzlerIn und der/die BundesministerIn für Finanzen (die jeweils durch einen/eine BundesministerIn oder einen/eine StaatssekretärIn vertreten sein können), drei von den Ländern einvernehmlich namhaft zu machende Landesregierungsmitglieder sowie je ein/eine VertreterIn des Österreichischen Gemeindebundes und des Österreichischen Städtebundes.

Neben der Vereinbarung über den Konsultationsmechanismus beinhaltet auch der Österreichische Stabilitätspakt 2012 Regelungen zur Koordinierung der Fiskalpolitik zwischen Bund, Ländern und Gemeinden.

KontenplanKontenplan

Der Kontenplan des Bundes ist die verrechnungstechnische Grundlage für sämtliche Gebarungsfälle und legt die Kontenbezeichnung bundeseinheitlich für alle Konten fest. Er gibt die sachliche Gliederung vor, nach der Mittelverwendungen und Mittelaufbringungen erfasst werden, und wird vom/von der BundesministerIn für Finanzen im Einvernehmen mit dem/der PräsidentIn des Rechnungshofs erlassen.

KontrollkontoKontrollkonto

Gemäß Österreichischem Stabilitätspakt 2012 sind für Bund, Länder und Gemeinden (landesweise) Kontrollkonten zu führen. Auf diesen Kontrollkonten werden die jährlichen Abweichungen der strukturellen Budgetsalden von den Regelobergrenzen gemäß Österreichischem Stabilitätspakt 2012 (strukturelles Budgetdefizit von maximal 0,35 % für den Bund inkl. Sozialversicherungsträger und von max. 0,1 % für Länder und Gemeinden) verbucht. Die Feststellung der positiven oder negativen Abweichungen erfolgt jeweils im Herbst des auf das betreffende Jahr folgenden Jahres. Nachträgliche Korrekturen infolge von Revisionen der Output‑Lücke oder der Budgetsalden sind nicht vorgesehen. Ergibt sich aus den Kontrollkonten eine Verfehlung der für die strukturellen Budgetsalden vorgesehenen Regelobergrenzen, so ist der Kontrollkontostand von der betroffenen Gebietskörperschaft auf ihre jeweilige Regelobergrenze zurückzuführen. Ab einer negativen Gesamtbelastung von ‑1,25 % des BIP auf dem Kontrollkonto des Bundes bzw. von insgesamt ‑0,367 % des BIP auf den Kontrollkonten der Länder und Gemeinden sieht der Österreichische Stabilitätspakt Sanktionsmöglichkeiten vor, sofern keine konjunkturgerechte Rückführung stattfindet.

KonsolidierungKonsolidierung

Unter Konsolidierung wird die Zusammenfassung der einzelnen Abschlussrechnungen der Bundesministerien und Obersten Organe zu einer Abschlussrechnung für den Bund verstanden. Diese konsolidierten Abschlussrechnungen für den Finanzierungs‑Ergebnis- und Vermögenshaushalt werden dann im Bundesrechnungsabschluss (BRA) veröffentlicht. Für die Konsolidierung werden die Forderungen und Verbindlichkeiten sowie die gegenseitigen Aufwendungen und Erträge aus Transaktionen zwischen den Bundesministerien und Obersten Organen eliminiert. Für die Beteiligungen des Bundes ist derzeit keine Vollkonsolidierung mit der Abschlussrechnung des Bundes vorgesehen, diese wurde auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.

Kosten-_und_Leistungsrechnung_(KLR)Kosten- und Leistungsrechnung (KLR)

Aufgabe der Kosten- und Leistungsrechnung (KLR) ist es, Transparenz über die Kosten- und Leistungsstruktur, die Kosten selbst sowie die Preis- und Tarifgestaltung zu schaffen. Dadurch kann die Wirtschaftlichkeit der Leistungserbringung eingeschätzt und eine gewisse Vergleichbarkeit von Organisationen und Leistungen herbeigeführt werden. Die Kosten- und Leistungsrechnung soll die wirkungsorientierte Haushaltsführung und die ergebnisorientierte Steuerung der haushaltsführenden Stellen unterstützen. Jeder/Jede LeiterIn einer haushaltsführenden Stelle hat nach den Vorgaben der Kosten- und Leistungsrechnung des Bundes (BKLR) eine Kosten- und Leistungsrechnung zu führen.