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Aktueller Tipp der Bibliothek Juli-August 2017: "Wie geht's Österreich?" - Maßstab Lebensqualität

Eine im Juli 2017 veröffentlichte Studie der Boston Consulting Group über das Wohlbefinden in 162 Ländern reiht Österreich auf Rang vier. Die Messung der Lebensqualität - ein bekanntes Beispiel ist die Mercer Studie - wird international generell immer wichtiger. Anfang 2008 wurde auf Initiative des französischen Präsidenten Sarkozy die Kommission zur Messung der Wirtschaftsleistung und des sozialen Fortschritts („Stiglitz‐Kommission“) ins Leben gerufen. Die Stiglitz‐Kommission empfiehlt in ihrem Bericht, die Betrachtung des Fortschritts einer Gesellschaft durch Informationen über die Entwicklung des Wohlstands auf Haushaltsebene sowie durch Indikatoren der Lebensqualität und der umweltbezogenen Nachhaltigkeit zu ergänzen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) als alleiniger Maßstab zur Abbildung der gesamtgesellschaftlichen Entwicklung reicht nicht mehr aus.

Auf europäischer Ebene flossen die Erkenntnisse der Stiglitz-Kommission in das EU Projekt "Sponsorship Group on Measuring Progress, Well‐being and Sustainable Development“ mit dem Ziel, das offizielle statistische System den sich verändernden Bedürfnissen anzupas-sen. Die OECD analysiert die Lebensqualität in ihrem Bericht "How's life? und hat für die OECD Mitgliedsstaaten den Better Life Index (Index Österreich) entwickelt. Auch das Weltwirtschaftsforum in Davos schlug mit dem Inclusive Development Index (IDI) eine zum BIP alternative Messmethode für nationale Wirtschaftsleistungen vor ("The Inclusive Growth and Development Report 2017").

In Österreich werden die Empfehlungen durch die Statistik Austria in dem Projekt "Wie geht's Österreich" umgesetzt (Bericht 2016). Auf der Homepage sind die Statistiken zu den zehn Schlüsseldimensionen der Lebensqualität wie z.B. materielle Lebensbedingungen, Gesundheit, Bildung, Freizeit oder physische Unsicherheit abrufbar. Im Auftrag vom Wirtschaftsministerium hat das WIFO 2012 in Anlehnung an den "Better Life Index" der OECD die Studie "Mehr als Wachstum" in Auftrag gegeben.

Literaturtipps der Bibliothek

Stiglitz, Joseph E.: Europa spart sich kaputt : warum die Krisenpolitik gescheitert ist und der Euro einen Neustart braucht - München : Siedler, 2016. - 526 Seiten. Signatur der Parlamentsbibliothek: 85.449 Zum Suchportal Inhaltsverzeichnis

Randers, Jørgen: Ein Prozent ist genug : mit wenig Wachstum soziale Ungleichheit, Arbeitslosigkeit und Klimawandel bekämpfen : der neue Bericht an den Club of Rome - München : Oekom Verlag, 2016. 288 S. Signatur der Parlamentsbibliothek: 85.351 Zum Suchportal Inhaltsverzeichnis

Eppler, Erhard; Paech, Niko: Was Sie da vorhaben, wäre ja eine Revolution ... : ein Streitgespräch über Wachstum, Politik und eine Ethik des Genug - München : Oekom Verlag, 2016. - 203 Seiten. Signatur der Parlamentsbibliothek: 85.746 Zum Suchportal Inhaltsverzeichnis

Paech, Niko: Befreiung vom Überfluss : auf dem Weg in die Postwachstumsökonomie - München : Oekom-Verl. , 2015. - 155 S. Signatur der Parlamentsbibliothek:85.752,8.A Zum Suchportal 

Mason, Paul: Postkapitalismus : Grundrisse einer kommenden Ökonomie - Berlin : Suhrkamp, 2016. - 428 S. Signatur der Parlamentsbibliothek: 84.912 Zum Suchportal Inhaltsverzeichnis

Skidelsky, Robert: Wie viel ist genug? : vom Wachstumswahn zu einer Ökonomie des guten Lebens - München : Kunstmann , 2013. - 318 S. Signatur der Parlamentsbibliothek: 81.589 Zum Suchportal Inhaltsverzeichnis

Popp, Reinhold: Lebensqualität - made in Austria : gesellschaftliche, ökonomische und politische Rahmenbedingungen des Glücks - Wien : LIT , 2010. - 211 Seiten. Signatur der Parlamentsbibliothek: I-8.654/1 Zum Suchportal Inhaltsverzeichnis

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