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Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka anlässlich des Benefizsuppenessens der Aktion Familienfasttag 2018

Dienstag, 20. Februar 2018

Meine sehr geehrten Damen und Herren!
Liebe Freunde und Mitglieder der Katholischen Frauenbewegung!
Sehr geehrte Ehren- und Festgäste!
Sehr geehrter Herr Kardinal!
Herr Nuntius!
Liebe Frau Staatssekretärin!
Werte Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung!
Sehr geehrte Frau Fischer!

Ich freue mich, dass so viele gekommen sind. Ich kenne diese Aktion schon sehr lange aus Niederösterreich. Es war immer ein wunderbarer Tag des Gedankenaustausches, des sich Herausnehmens aus der Aktualität, auch aus einer gewissen Hektik heraus innezuhalten und dieses Fasten – auch ein gedankliches Fasten und ein gedankliches sich Einstellen – in ganz besonderer Art und Weise auch in der persönlichen Begegnung noch einmal zu vertiefen und zu schärfen.

Es freut mich, dass Vertreter aus Kolumbien Ihre Partner sind. Vor wenigen Wochen war der Präsident Kolumbiens, Santos, hier in Österreich, ein Friedensnobelpreisträger, der es in einer sehr, sehr mutigen Aktion geschafft hat, Frieden in dieses Land zu bringen und den Bürgerkrieg dort zu beenden. Dieses politische Eintreten ist gerade für die Schwächsten in solchen kriegerischen Auseinandersetzungen – dazu zählen die Kinder, aber auch die Frauen – ein ganz wesentlicher Beitrag, ihnen eine Perspektive für die Zukunft zu geben.

Das österreichische Parlament, der Nationalrat – zurzeit tagt ja auch der Bundesrat hier, daher darf ich vielleicht für beide das Wort ergreifen – möchte gerade seine Räumlichkeiten dazu nutzen, Ort der Begegnung zu sein, den Dialog mit der Zivilgesellschaft zu öffnen und ihn hier mit vielen, denen das österreichische Staatsganze ein besonderes Anliegen ist, aber auch über Österreich hinaus international zu führen.

Österreich hat als Brückenbauer in Europa und darüber hinaus als Sitz der UNO auch in der Welt so viele Verpflichtungen, schlussendlich auch in seiner historischen Verantwortung, gerade in diesem Bedenk- und Gedenkjahr, das ja nicht reicher sein könnte, als es diese 8er-Jahre sind. Es ist eine Verpflichtung, sich auch aus der österreichischen Perspektive heraus um vieles in der Welt zu kümmern.

Die Katholische Frauenbewegung macht diese Aktion jetzt zum 60. Mal; dafür darf ich mich ganz, ganz herzlich bedanken. Sie leistet in den Pfarreien draußen, in der Kirche, in der Laienkirche einen ganz wesentlichen Beitrag für die alltäglichen Anliegen unserer kirchlichen Gemeinden und vergisst darüber nicht, was es eigentlich heißt, diese Verantwortung im christlichen Sinn auch weltumspannend zu sehen.

Ihr Engagement, egal, wo es stattfindet, ist uns immer Beispiel und auch Vorbild gewesen, denn es ist kein reißerisches, kein in besonderer Art und Weise sich in den Vordergrund drängendes Beispiel, sondern es ist eines aus der Kontinuität, aus einer tiefen inneren Einstellung heraus, ein Beispiel, das aus einer persönlichen Verantwortung heraus gelebt wird.

Dafür darf ich Ihnen, Frau Pernsteiner, und allen Ihren Landesleiterinnen und Obfrauen, den Damen, die Sie in dieser besonderen Art bis in die kleinsten Einheiten unseres Landes unterstützen, ein herzliches Dankeschön sagen, ein aufrichtiges Dankeschön auch des österreichischen Nationalrates, dass Sie heute hier zu Gast sind und uns mit Ihrer Aktion ganz besonders erfreuen. – Herzlichen Dank!

Ein ganz kurzer Gedanke zu dem, was uns in dieser Zeit besonders bewegt – ich habe es schon angesprochen –: Dieses Gedenk- und Bedenkjahr ist für uns ein ganz besonderes; es schließt mit dem Gedenken an 100 Jahre Erste Republik ab, schlussendlich auch mit dem Gedenken an den Beschluss, den Frauen das Wahlrecht zu geben.

Österreich steht und stand damit auch an der Spitze dieser demokratischen Bewegungen. Wir werden das auch im österreichischen Parlament nicht nur mit einem einmaligen Akt am Ende des Jahres begehen, sondern, weil wir es auch als Beispiel für so bedeutend halten, bis zum Internationalen Frauentag am 8. März mit verschiedensten Aktivitäten einen breiten Bogen spannen.

Wir wissen, was damit verbunden war, wir wissen, was letzten Endes Frauen in dieser hundertjährigen Geschichte des Frauenwahlrechtes geleistet haben. Es freut mich, dass eine der ersten Abgeordneten in diesem Parlament eine war, die aus ihrer christlichen Einstellung heraus das in ganz besonderer Art und Weise getan hat, der wir auch in diesem Jahr ein Zeichen setzen wollen.

Ich freue mich, dass heute so viele gekommen sind, um mit Ihnen dieses bewusste Teilen – das zeigt ja schon der Ausdruck: „teilen spendet zukunft“ – zu einem Motto zu machen, das uns nicht nur am heutigen Tag begleiten soll, sondern immer wieder in Erinnerung rufen soll, dass dieses Teilen ein Grundprinzip der menschlichen Gemeinschaft und Gesellschaft ist und gerade in Österreich immer wieder hochgehalten werden muss.

Bei allen Problemen, die wir in der aktuellen Situation haben und denen wir zu begegnen haben, sollte uns das auch immer wieder Leit- und Richtschnur sein.

In diesem Sinne wünsche ich Ihrer Aktion heute, aber auch an allen anderen Tagen, an denen sie an anderen Orten stattfindet, viel, viel Erfolg, persönliche Genugtuung und schlussendlich, dass mit Ihren Partnerorganisationen auch dieser Zweck in besonderer Art und Weise gelebt werden kann.

Herzlichen Dank!