Parlamentskorrespondenz Nr. 158 vom 03.04.2000
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Wien (PK) – Im April feiern folgende (ehemalige) MandatarInnen runde Geburtstage:
der ehemalige Abgeordnete Franz MRKVICKA (SP) – 60. Geburtstag am 1. April,
der ehemalige Abgeordnete Ökonomierat Franz KUMMER (VP) – 90. Geburtstag am 2. April,
der ehemalige Abgeordnete und Bundesrat Dipl.-Ing. Richard KAISER (VP) – 65. Geburtstag am 3. April,
die ehemalige Bundesrätin Maria DERFLINGER (SP) – 70. Geburtstag am 10. April,
der ehemalige Abgeordnete Josef KERSCHBAUM (SP) – 65. Geburtstag am 11. April,
der Bundesminister a.D. und ehemalige Abgeordnete und Bundesrat Josef HESOUN (SP) – 70. Geburtstag am 12. April,
der Bundesminister a.D. und ehemalige Abgeordnete Dr. Lujo TONCIC-SORINJ (VP) – 85. Geburtstag am 12. April,
der ehemalige Abgeordnete und Bundesrat Josef VELETA (SP) – 70. Geburtstag am 16. April,
der ehemalige Abgeordnete Walter BRAUNEIS (SP) – 80. Geburtstag am 24. April,
der ehemalige Bundesrat Alfons BERNKOPF (SP) – 75. Geburtstag am 27. April,
der ehemalige Abgeordnete Alois RECHBERGER (SP) – 65. Geburtstag am 30. April.
JOSEF HESOUN 70
Josef HESOUN, am 12. April 1930 in Vösendorf bei Wien geboren, ist gelernter Mechaniker, aber vor allem Gewerkschafter und Arbeiterkämmerer: 1945, als Lehrling, trat er der Gewerkschaft bei, 1952 begann er seine Karriere als Betriebsrat (Arbeiterbetriebsrat bei der Firma Wienerberger, 1957 dann Angestelltenbetriebsrat). 1957 wurde er Mitglied im niederösterreichischen Landesvorstand der Gewerkschaft Bau/Holz. 1961 bis 1973 war er Sekretär in dieser Gewerkschaft und dort für die Betreuung von Großbaufirmen zuständig, 1973 bis 1978 Landessekretär. 1974 bis 1986 war Hesoun Stv. Vorsitzender der Gewerkschaft Bau/Holz, 1978 bis 1986 Landesobmann in Niederösterreich. Im April 1986 übernahm er als geschäftsführender Vorsitzender die Führung seiner Gewerkschaft, im Oktober des gleichen Jahres wurde er am 12. Gewerkschaftstag der Bau/Holz-Arbeiter zum Vorsitzenden gewählt - eine Funktion, die bis November 1994 innehaben sollte. 1982 bis 1995 war Hesoun Mitglied des ÖGB-Bundesvorstands, 1987 bis 1995 auch Vizepräsident des ÖGB. Parallel zu seiner Gewerkschaftskarriere entwickelte sich seine Laufbahn in der Arbeiterkammer: ab 1964 war er Kammerrat in der AK/NÖ, 1974 bis 1990 Präsident der AK/NÖ, 1983 bis 1991 Vizepräsident des Österreichischen Arbeiterkammertages.
Dem Hohen Haus gehörte Josef Hesoun 15 Jahre lang an: von 1975 bis 1979 als Bundesrat, von 1979 bis 1990 als Abgeordneter zum Nationalrat. Dem Sozialausschuss gehörte er ab Beginn seiner Tätigkeit im Nationalrat an, von 1983 an war er dessen Obmann.
Im Dezember 1990 folgte Hesoun dem Ruf von Bundeskanzler Vranitzky und übernahm die Leitung des Sozialressorts in der Bundesregierung. In seine Amtszeit als Bundesminister für Arbeit und Soziales fällt das Inkrafttreten des Bundespflegegeldgesetzes und der analogen landesgesetzlichen Regelungen - vielfach als "Meilenstein" der österreichischen Sozialgesetzgebung mit europaweiter Vorbildwirkung gesehen. Aber auch die Ausgliederung des Arbeitsmarktservice aus der Bundesverwaltung, eine Pensionsreform und ein Gleichbehandlungspaket wurden in Hesouns Ministerzeit geschaffen.
DR. LUJO TONCIC-SORINJ WIRD 85
Der langjährige Abgeordnete, Außenminister, Generalsekretär des Europarates und Vizepräsident der Parlamentarischen Versammlung des Europarates, Dr. Lujo Toncic-Sorinj, wurde am 12. April 1915 in Wien geboren. Nach der Matura am Humanistischen Gymnasium in Salzburg absolvierte Toncic-Sorinj einen Abiturientenkurs an der Wiener Handelsakademie und studierte an den Universitäten Wien und Zagreb Jus, Slawistik, Philosophie, Geschichte und Psychologie. Prominenteste Station seiner zahlreichen Studienreisen war die Hochschule für Politik in Paris. Dr. Toncic-Sorinj war Mitarbeiter am Österreichischen Forschungsinstitut für Wirtschaft und Politik in Salzburg und entfaltete eine umfangreiche Publikationstätigkeit in zahlreichen Zeitschriften und Zeitungen. In der Rubrik Zivilberuf verzeichnet das Biographische Handbuch der österreichischen Parlamentarier bei Toncic-Sorinj "Gutsbesitzer".
Im Jahr 1949 wurde Dr. Toncic-Sorinj als ÖVP-Abgeordneter in den Nationalrat gewählt, dem er ohne Unterbrechung bis 1966 angehörte. Er wirkte auch in der österreichischen UNESCO-Kommission mit und war von 1956 bis 1966 Mitglied der österreichischen Delegation zur Beratenden parlamentarischen Versammlung des Europarates. 1966 wurde Dr. Toncic-Sorinj als Außenminister in das Kabinett von Bundeskanzler Josef Klaus berufen. Von 1968 bis 1969 fungierte Dr. Lujo Toncic-Sorinj als Generalsekretär des Europarates und hatte danach bis 1974 das Amt eines Vizepräsidenten der Parlamentarischen Versammlung des Europarates inne. (Schluss)