RN/72

14.51

Bundesrätin Gabriele Kolar (SPÖ, Steiermark): Geschätzter Herr Präsident! Herr Minister! Herr Minister! Es war jetzt ein aufgelegter Elfer, sage ich jetzt einmal, weil sich mein Vorredner, der Herr Kollege von der Freiheitlichen Partei, über die Bildungssituation in Wien beklagt hat, aufgeregt hat und darüber empört ist. Wir haben jetzt seit einem Jahr in der Steiermark einen Landesrat für Bildung von der Freiheitlichen Partei. Ich muss das jetzt einmal sagen – also ein Jahr war bereits Zeit – und ich lese vor: Viele Eltern berichten, dass es zu wenig Betreuungspersonal gibt, speziell, wenn Betreuungsteams krank werden oder Springkräfte fehlen. Das führt zu Druck auf bestehende Teams, zu Unsicherheit bei Eltern in Bezug auf Betreuung und Sicherheit beim Spielen und bei Aktivitäten am Nachmittag. Des Weiteren zeigen Untersuchungen, dass die Gruppen teilweise zu groß sind und der Betreuungsschlüssel zu niedrig ist. – Also ich möchte euch da nicht noch lange aufhalten. 

In weiterer Folge: In größeren Städten wie zum Beispiel in Graz gibt es relativ gut ausgebaute Tagesbetreuungsangebote an vielen Schulen. In den ländlichen Regionen, in denen hingegen das Land dafür zuständig ist, kann die Situation sehr unterschiedlich sein. Mitunter fehlen strukturierte Angebote oder sie müssen von Eltern durch private Lösungen ergänzt werden und so weiter und so weiter. – Das ist sozusagen ein Jahr Bildungslandesrat Stefan Hermann. (Beifall bei der SPÖ. – Bundesrat Kober [FPÖ/Stmk.] – Beifall spendend –: Bravo, Gabi! Das haben wir von der SPÖ übernommen! Das weißt du schon, oder?) – Nein, da bist du leider schon zu lange weg vom Landtag Steiermark. (Zwischenruf des Bundesrates Repolust [FPÖ/Stmk.].) Die SPÖ hatte zum Schluss nicht das Ressort für Bildung. (Bundesrat Kober [FPÖ/Stmk.]: Aber vorher schon!) – Auch nicht. So, aber es geht jetzt nicht darum. (Bundesrat Kober [FPÖ/Stmk.]: Aber ihr wart ... in der Regierung!) Ihr habt jetzt mittlerweile schon ein Jahr lang Zeit gehabt. 

Schauen wir es uns nächstes Jahr an, vielleicht ist es dann schon gut geworden, aber man kann nicht immer nur sagen, was die anderen schlecht machen. Man muss auch manchmal vor der eigenen Türe kehren. – Vielen herzlichen Dank. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)

14.54

Präsident Markus Stotter, BA: Weitere Wortmeldungen liegen dazu nicht vor.

Wünscht noch jemand das Wort? – Das ist nicht der Fall. Die Debatte ist geschlossen.

Die angezeigte Rede ist noch nicht nach § 65 Abs. 2 GO-BR autorisiert.